vergessen

GrammatikVerb · vergisst, vergaß, hat vergessen
Aussprache
Worttrennungver-ges-sen
Wortbildung mit ›vergessen‹ als Erstglied: ↗vergessbar  ·  mit ›vergessen‹ als Letztglied: ↗selbstvergessen  ·  formal verwandt mit: ↗ehrvergessen · ↗gottvergessen · ↗pflichtvergessen · ↗unvergessen · ↗weltvergessen
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
etw., jmdn. aus dem Gedächtnis verlieren, sich nicht mehr an etw., jmdn. erinnern
Beispiele:
ich habe seinen Namen, die neue Anschrift, Hausnummer vergessen
ich habe den Brief, Schlüssel vergessen (= habe aus Versehen den Brief, Schlüssel liegenlassen, nicht mitgenommen)
ich habe vergessen, den Schirm, Hut mitzunehmen, dich zu benachrichtigen
hast du die Vokabeln, Jahreszahlen, das Gelernte schon wieder vergessen?
wir wollen den Vorfall vergessen
ich habe vergessen, was ich sagen wollte
sie vergisst leicht, schnell
ich hatte alles um mich her vergessen
sie vergaßen für ein paar Stunden ihre Sorgen
so etw. vergisst man nicht, vergisst sich schnell
wir haben über dem anregenden Gespräch ganz die Arbeit vergessen (= nicht mehr an die Arbeit gedacht)
das ist zwischen uns längst vergangen und vergessen, vergeben und vergessen
er ist längst tot und vergessen
dieser Schriftsteller ist heute vergessen (= diesen Schriftsteller kennt heute niemand mehr)
vergiss mich nicht
dichterisch vergiss mein nicht
gehoben vergiss meiner nicht
das werde ich dir nie vergessen (= ich werde immer daran denken, was du für mich getan, gegen mich unternommen hast)
nicht zu vergessen
Grammatik: bei Aufzählungen
Beispiel:
für die Reise müssen wir noch einige Sachen besorgen, nicht zu vergessen die Fahr- und Platzkarten
veraltend, gehoben einer Sache, jmds. vergessen
Beispiel:
er konnte der Heimat, seines alten Freundes niemals völlig vergessen
landschaftlich, besonders österreichisch, umgangssprachlich vergessen auf etw., jmdn.
Beispiel:
ich habe auf seinen Geburtstag, darauf vergessen (= habe nicht an seinen Geburtstag, daran gedacht)
2.
sich vergessendie Beherrschung verlieren, sich nicht beherrschen können
Beispiele:
einmal hatte er sich so weit vergessen, dass er nicht mehr wusste, was er tat
hinaus, oder ich vergesse mich!
veraltendsie soll sich schon mit einem anderen vergessen haben (= soll schon intime Beziehungen mit einem anderen gehabt haben)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

vergessen · Vergessenheit · vergeßlich · Vergeßlichkeit
vergessen Vb. ‘aus dem Gedächtnis verlieren, sich nicht mehr erinnern können’, reflexiv ‘die Beherrschung verlieren’, ahd. firgeʒʒan (9. Jh.), mhd. vergeʒʒen ‘aus den Gedanken verlieren, vergessen’, reflexiv ‘in Vergessenheit geraten’, asächs. fargetan, mnd. vorgēten, mnl. verghēten, nl. vergeten, aengl. forgietan, engl. to forget ‘vergessen’. Daneben steht mit dem unter ↗er- behandelten Präfix gebildetes ahd. irgeʒʒan ‘vergessen’ mit dem Kausativum irgezzen ‘vergessen machen’ (s. ↗ergötzen). Es handelt sich um präfigierte Verben zu einem Simplex germ. *getan ‘erlangen’, das in ahd. geʒʒan ‘erlangen’ (8. Jh.), anord. geta ‘schaffen, erreichen, erzeugen, lernen, nennen, vermuten’ (woraus mengl. geten, engl. to get ‘erhalten, bekommen’), dän. gide ‘mögen’ erhalten ist, wozu auch ahd. bigeʒʒan ‘erhalten’ (8. Jh.), asächs. bigetan ‘finden, ergreifen’, aengl. begietan ‘erlangen, bekommen, finden, erwerben, erzeugen’, got. bigitan ‘finden’ gebildet sind. Außergerm. vergleichen sich lat. praeda (aus *prai-hedā, -hidā) ‘(Kriegs)beute, Gewinn’ und (mit Nasalpräsens) lat. prehendere ‘(an)fassen, ergreifen’, (schwundstufig) griech. chandánein (χανδάνειν), Aorist chadé͞in (χαδεῖν) ‘fassen, in sich begreifen, enthalten’, air. rogeinn ‘findet Platz in’, so daß von einer Wurzel ie. *ghe(n)d- ‘(an)fassen, ergreifen’, auch ‘geistig erfassen’ ausgegangen werden kann (dazu s. möglicherweise verwandtes ↗beginnen). Die Bedeutung des Simplex wird durch die Präfigierung (s. ↗ver- in negierender Funktion) ins Gegenteil gewendet, vergessen bedeutet eigentlich ‘nicht mehr ergreifen, halten können, aus seinem (geistigen) Besitz verlieren’. Vergessenheit f. ‘Zustand des Vergessenseins’, mhd. vergeʒʒenheit, auch ‘Vergeßlichkeit’. vergeßlich Adj. ‘leicht vergessend, ein schlechtes Gedächtnis habend’, mhd. vergeʒʒe(n)lich; Vergeßlichkeit f. (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(einen) Wutanfall kriegen · (sich) vergessen · die Beherrschung verlieren · die Nerven verlieren · ↗herumwüten · verrückt werden  ●  ↗explodieren  fig. · (beinahe) platzen (vor Wut)  ugs. · (quasi) Schaum vorm Mund haben  ugs. · Gift und Galle spucken  ugs. · ↗abgehen  ugs. · abspacen  ugs. · an die Decke gehen  ugs., fig. · aus der Haut fahren  ugs. · ↗ausflippen  ugs. · ↗ausklinken  ugs. · ↗ausrasten  ugs. · ↗austicken  ugs. · auszucken  ugs., österr. · ↗durchdrehen  ugs. · einen Rappel kriegen  ugs. · einen Tobsuchtsanfall kriegen  ugs. · hochgehen wie ein HB-Männchen  ugs. · hochgehen wie eine Rakete  ugs. · vor Wut schäumen  ugs., fig. · ↗überschnappen  ugs.
Assoziationen
  • (die) Wut kriegen · (die) kalte Wut kriegen · (jemanden) packt die Wut · in Rage geraten · in Rage kommen · in Wut geraten · mit der Faust auf den Tisch hauen · mit der Faust auf den Tisch schlagen · sehr aufgebracht sein · sehr erbost sein · sehr erregt sein · sehr wütend sein · sehr zornig sein · wütend werden  ●  (das) kalte Kotzen kriegen  derb · (gleich) Amok laufen (Übertreibung)  ugs. · (jemandem) geht das Messer in der Tasche auf  ugs., fig. · (jemandem) platzt (gleich) der Kragen  ugs. · (jemanden) packt der helle Zorn  geh. · an die Decke gehen  ugs. · auf 180 sein  ugs. · auf hundertachtzig sein  ugs. · böse werden  ugs., Kindersprache · die Platze kriegen  ugs. · hochgehen wie ein HB-Männchen  ugs., veraltet · hochgehen wie eine Rakete  ugs. · in die Luft fliegen  ugs. · in die Luft gehen  ugs. · kurz vorm Explodieren sein  ugs. · kurz vorm Überkochen sein  ugs. · rasend werden  ugs. · ↗rotsehen  ugs. · ↗zürnen  geh., veraltet
  • (sich) aufregen · ↗(sich) empören · ↗(sich) entrüsten · ↗(sich) ereifern · ↗(sich) erregen · ↗aufbrausen · außer sich geraten · in Wallung geraten · in Wallung kommen · in Wut geraten · wütend werden  ●  ↗(sich) echauffieren  franz. · aus der Haut fahren  fig. · die Wände hochgehen  fig. · einen Tanz aufführen  ugs., fig.
  • (total) von der Rolle · ↗geistesgestört · ↗geisteskrank · geistig umnachtet · ↗psychotisch · unter Wahnvorstellungen leidend · ↗unzurechnungsfähig · ↗verrückt (geworden) · ↗wahnsinnig  ●  ↗(total) durchgeknallt  ugs. · ballaballa  ugs. · ↗bekloppt  ugs. · durch den Wind  ugs. · durchgedreht  ugs. · ↗gaga  ugs. · ↗irre  ugs. · ↗irrsinnig  ugs. · ↗jeck  ugs., kölsch · narrisch  ugs., bair. · nasch  ugs., bair. · von Sinnen  geh., veraltet, literarisch
  • außer sich (vor Wut) · ↗bitterböse · ↗blindwütig · ↗fuchsteufelswild · in blinder Wut · in maßloser Wut · ↗rasend · ↗tobsüchtig · vor Wut schäumen(d) · wie eine Furie · ↗wutentbrannt · ↗wutschnaubend  ●  auf 180  ugs. · auf hundertachtzig  ugs. · kurz vorm Explodieren (sein)  ugs. · mordssauer  ugs. · ↗stinksauer  ugs. · ↗stinkwütend  ugs. · ↗stocksauer  ugs.
  • herumspringen wie Rumpelstilzchen  ●  herumspringen wie ein HB-Männchen  veraltend, fig. · im Dreieck springen  Hauptform, fig. · im Sechseck springen  fig.
  • (die) Fassung verlieren · (die) Kontrolle verlieren · ↗(sich) gehen lassen · (sich) keinen Zwang antun · (sich) nicht beherrschen (können)
  • (sich) vergessen · seine gute Erziehung vergessen · seine gute Kinderstube vergessen
  • (sich) nicht mehr unter Kontrolle haben · außer Kontrolle geraten · nicht mehr wissen, was man tut  ●  (bei jemandem) brennt eine Sicherung durch  ugs., fig. · ↗(total) durchdrehen  ugs. · total ausflippen  ugs.
  • (das ist) zum Auswachsen!  ugs. · (das ist) zum Verrücktwerden!  ugs. · (das ist) zum Verzweifeln!  ugs. · das hältst du (doch) im Kopf nicht aus!  ugs. · das ist (ja) nicht auszuhalten!  ugs. · das ist (ja) nicht zum Aushalten!  ugs. · gleich platzt mir die Hutschnur!  ugs., veraltend · ich dreh (hier noch) durch!  ugs. · ich dreh am Rad!  ugs., fig. · ich krieg die Krise!  ugs. · ich krieg zu viel!  ugs. · ich spring gleich aus dem Fenster!  ugs. · mir platzt gleich der Arsch!  derb · mir platzt gleich der Kragen!  ugs., veraltend
  • Wutanfall · ↗Wutausbruch  ●  ↗Ausraster  ugs. · aggressive Aufwallung  geh.
Synonymgruppe
verfehlen · vergessen · ↗verpassen · ↗versäumen · ↗übersehen  ●  nicht mitbekommen  ugs. · ↗verabsäumen  geh., Papierdeutsch · ↗verbaseln  ugs., regional · ↗verpennen  ugs. · ↗verschlafen  ugs. · ↗verschwitzen  ugs.
Assoziationen
  • (sich) nicht erinnern (an) · nicht denken an · vergessen  ●  (jemandem) entfallen (sein)  geh. · (jemandem) nicht erinnerlich (sein)  geh. · (sich einer Sache) nicht entsinnen können  geh. · aus den Augen verlieren  ugs. · ↗verbummeln  ugs. · ↗verschwitzen  ugs.
  • (einer Sache) verlustig gehen · ↗verlegen · ↗verlieren  ●  ↗verbaseln  ugs., regional · ↗verbummeln  ugs. · ↗verdusseln  ugs. · verklüngeln  ugs. · ↗verkramen  ugs. · ↗verschlampen  ugs. · ↗verschludern  ugs. · verschluren  ugs., rheinisch · ↗verschmeißen  ugs., bair. · ↗verschusseln  ugs.
  • (etwas) verbummelt haben · (etwas) verkramt haben · (etwas) verlegt haben · (etwas) verschlampt haben · (etwas) verschusselt haben
Synonymgruppe
(sich) nicht erinnern (an) · nicht denken an · vergessen  ●  (jemandem) entfallen (sein)  geh. · (jemandem) nicht erinnerlich (sein)  geh. · (sich einer Sache) nicht entsinnen können  geh. · aus den Augen verlieren  ugs. · ↗verbummeln  ugs. · ↗verschwitzen  ugs.
Assoziationen
  • Vergesslichkeit  ●  Schusseligkeit  ugs.
  • (etwas / jemanden) nicht kennen  ●  (dazu) fällt mir nichts ein  ugs. · (etwas) sagt mir nichts  ugs. · (etwas) zum ersten Mal hören  ugs. · (jemandem) ganz neu sein  ugs. · (jemandem) gänzlich unbekannt sein  geh. · nichts anfangen können mit  ugs. · noch nie etwas gehört haben von  ugs.
  • Alzheimer-Krankheit · ↗Alzheimerkrankheit · Morbus Alzheimer  ●  ↗Alzheimer  ugs.
  • verfehlen · vergessen · ↗verpassen · ↗versäumen · ↗übersehen  ●  nicht mitbekommen  ugs. · ↗verabsäumen  geh., Papierdeutsch · ↗verbaseln  ugs., regional · ↗verpennen  ugs. · ↗verschlafen  ugs. · ↗verschwitzen  ugs.
Synonymgruppe
nicht weiterverfolgen · vergessen (können)  ●  (sich) aus dem Kopf schlagen (können)  fig. · ↗(sich etwas) abschminken  ugs., fig. · (sich etwas) in die Haare schmieren können  ugs., fig. · ↗abhaken (können)  ugs. · knicken können  ugs., salopp · nicht weiter d(a)rüber nachdenken  ugs.
Assoziationen
  • (einer Sache) ein Ende machen · (sich) abwenden von · (sich) verabschieden von · ablassen von · ad acta legen · ↗aufgeben · ↗beenden · ↗fallen lassen · ↗fallenlassen · hinter sich lassen · ↗sausen lassen · ↗stoppen · vergessen  ●  (einen) Schlussstrich ziehen  fig. · Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.  sprichwörtlich · ↗beerdigen  fig. · (davon) Abschied nehmen  ugs. · an den Nagel hängen  ugs., fig. · den Rücken kehren  ugs., fig. · ↗einstampfen  ugs., fig. · sterben lassen  ugs., fig. · zu Grabe tragen  ugs., fig. · über Bord werfen  ugs., fig.
  • (die) Waffen strecken · (einen) Rückzieher machen · (es mit/bei etwas) bewenden lassen · ↗(es) aufgeben · ↗(es) aufstecken · (etwas) auf sich beruhen lassen · (sich dem) Schicksal ergeben · (sich dem) Schicksal fügen · ↗(sich mit etwas) abfinden · ↗(sich) beugen · (sich) geschlagen geben · aufhören zu kämpfen · ↗kapitulieren · klein beigeben · nicht weiter versuchen · nicht weiterverfolgen · nicht weiterversuchen · ↗passen · passen müssen · ↗resignieren  ●  (das) Feld räumen (müssen)  fig. · ↗aufgeben  Hauptform · (das) Handtuch schmeißen  ugs., fig. · (das) Handtuch werfen  ugs., fig. · (den) (ganzen) Bettel hinschmeißen  ugs. · (den) (ganzen) Bettel hinwerfen  ugs. · (den) (ganzen) Kram hinschmeißen  ugs. · (den) (ganzen) Krempel hinschmeißen  ugs. · (die) Brocken hinschmeißen  ugs. · (die) Brocken hinwerfen  ugs. · (die) Flinte ins Korn werfen  ugs., fig. · (die) Segel streichen  ugs. · ↗(etwas) stecken  ugs. · (sich) ins Bockshorn jagen lassen  ugs. · (sich) schicken (in)  geh., veraltet · ↗abbrechen  ugs. · ↗aufstecken  ugs. · die weiße Fahne hissen  ugs., fig. · ↗einpacken (können)  ugs., fig. · ↗hinschmeißen  ugs. · in den Sack hauen  ugs. · ↗schmeißen  ugs., fig. · ↗zurückrudern  ugs., fig.
  • (die) Hoffnung aufgeben, etwas wiederzufinden · (es) aufgeben zu suchen · ↗(jemanden / etwas) abschreiben · als Verlust verbuchen · auf die Verlustliste setzen · auf die Vermisstenliste setzen · aufhören zu suchen · nicht weiter suchen (nach) · verloren geben  ●  nicht länger suchen (nach)  Hauptform
  • (wieder) in der Realität angekommen · (wieder) in der Wirklichkeit angekommen · desillusioniert · entzaubert  ●  ernüchtert  Hauptform · ohne (noch) irgendwelche Illusionen  variabel · aller Illusionen beraubt  geh. · aller Illusionen ledig  geh.
  • kommt nicht in Frage  ●  (es) wird nichts (aus etwas)  ugs. · (es) wird nichts (mit etwas)  ugs. · geht nicht (bei jemandem)  ugs. · hat sich nix mit  ugs. · hat sich was mit  ugs. · is nich  ugs., norddeutsch · ist nicht  ugs.
Synonymgruppe
(sich) vergessen · seine gute Erziehung vergessen · seine gute Kinderstube vergessen
Assoziationen
  • (einen) Wutanfall kriegen · (sich) vergessen · die Beherrschung verlieren · die Nerven verlieren · ↗herumwüten · verrückt werden  ●  ↗explodieren  fig. · (beinahe) platzen (vor Wut)  ugs. · (quasi) Schaum vorm Mund haben  ugs. · Gift und Galle spucken  ugs. · ↗abgehen  ugs. · abspacen  ugs. · an die Decke gehen  ugs., fig. · aus der Haut fahren  ugs. · ↗ausflippen  ugs. · ↗ausklinken  ugs. · ↗ausrasten  ugs. · ↗austicken  ugs. · auszucken  ugs., österr. · ↗durchdrehen  ugs. · einen Rappel kriegen  ugs. · einen Tobsuchtsanfall kriegen  ugs. · hochgehen wie ein HB-Männchen  ugs. · hochgehen wie eine Rakete  ugs. · vor Wut schäumen  ugs., fig. · ↗überschnappen  ugs.
Synonymgruppe
(einer Sache) ein Ende machen · (sich) abwenden von · (sich) verabschieden von · ablassen von · ad acta legen · ↗aufgeben · ↗beenden · ↗fallen lassen · ↗fallenlassen · hinter sich lassen · ↗sausen lassen · ↗stoppen · vergessen  ●  (einen) Schlussstrich ziehen  fig. · Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.  sprichwörtlich · ↗beerdigen  fig. · (davon) Abschied nehmen  ugs. · an den Nagel hängen  ugs., fig. · den Rücken kehren  ugs., fig. · ↗einstampfen  ugs., fig. · sterben lassen  ugs., fig. · zu Grabe tragen  ugs., fig. · über Bord werfen  ugs., fig.
Assoziationen
  • (einen) Cut machen · ↗abbrechen · ↗stoppen · ↗unterbrechen  ●  auf die Bremse treten  fig. · die Notbremse ziehen  ugs., fig. · die Reißleine ziehen  ugs., fig. · ↗schmeißen  ugs.
  • (die) Waffen strecken · (einen) Rückzieher machen · (es mit/bei etwas) bewenden lassen · ↗(es) aufgeben · ↗(es) aufstecken · (etwas) auf sich beruhen lassen · (sich dem) Schicksal ergeben · (sich dem) Schicksal fügen · ↗(sich mit etwas) abfinden · ↗(sich) beugen · (sich) geschlagen geben · aufhören zu kämpfen · ↗kapitulieren · klein beigeben · nicht weiter versuchen · nicht weiterverfolgen · nicht weiterversuchen · ↗passen · passen müssen · ↗resignieren  ●  (das) Feld räumen (müssen)  fig. · ↗aufgeben  Hauptform · (das) Handtuch schmeißen  ugs., fig. · (das) Handtuch werfen  ugs., fig. · (den) (ganzen) Bettel hinschmeißen  ugs. · (den) (ganzen) Bettel hinwerfen  ugs. · (den) (ganzen) Kram hinschmeißen  ugs. · (den) (ganzen) Krempel hinschmeißen  ugs. · (die) Brocken hinschmeißen  ugs. · (die) Brocken hinwerfen  ugs. · (die) Flinte ins Korn werfen  ugs., fig. · (die) Segel streichen  ugs. · ↗(etwas) stecken  ugs. · (sich) ins Bockshorn jagen lassen  ugs. · (sich) schicken (in)  geh., veraltet · ↗abbrechen  ugs. · ↗aufstecken  ugs. · die weiße Fahne hissen  ugs., fig. · ↗einpacken (können)  ugs., fig. · ↗hinschmeißen  ugs. · in den Sack hauen  ugs. · ↗schmeißen  ugs., fig. · ↗zurückrudern  ugs., fig.
  • (darauf) verzichten, etwas zu tun · (es) dabei belassen · ↗(sich etwas) ersparen · (sich) beherrschen (etwas zu tun) · Abstand nehmen (von etwas) · ↗absehen (von) · ↗aufhören · ↗bleibenlassen · nicht machen · nicht tun  ●  ↗unterlassen  Hauptform · (es) gut sein lassen  ugs. · ↗(etwas) drangeben  ugs. · ↗(sich etwas) abschminken  ugs., fig. · ↗(sich etwas) schenken  ugs. · ↗(sich etwas) sparen  ugs. · ↗(sich etwas) verkneifen  ugs. · (sich etwas) von der Backe putzen  ugs., fig. · (sich) die Mühe sparen (können)  ugs. · (sich) verabschieden (von etwas)  ugs. · (von etwas) die Finger lassen  ugs. · ↗bleiben lassen  ugs. · gar nicht erst versuchen  ugs. · ↗lassen  ugs. · ↗sausen lassen  ugs. · sein lassen  ugs.
  • (etwas) einstellen · ↗(sich) abgewöhnen · ↗ablegen · ↗abstellen · ↗aufgeben · ↗aufhören (mit) · ↗beenden · ↗beilegen · ↗bleiben lassen · ↗bleibenlassen · ↗einstellen · nicht weiterführen · nicht weitermachen  ●  ↗sistieren  schweiz. · ↗ablassen (von)  geh. · sein lassen  ugs.
  • (einen Plan) verwerfen · (es sich) anders überlegen  ●  ↗(sich etwas) abschminken  ugs., fig. · (sich etwas) aus dem Kopf schlagen  ugs., fig.
  • nicht weiterverfolgen · vergessen (können)  ●  (sich) aus dem Kopf schlagen (können)  fig. · ↗(sich etwas) abschminken  ugs., fig. · (sich etwas) in die Haare schmieren können  ugs., fig. · ↗abhaken (können)  ugs. · knicken können  ugs., salopp · nicht weiter d(a)rüber nachdenken  ugs.
  • (darauf) verzichten (zu) · (einer Sache) nicht weiter nachgehen · (es) belassen bei · (es) bewenden lassen (mit) · auf sich beruhen lassen · nicht weiterverfolgen
  • (sich einer Sache) entledigen · los sein wollen · ↗loswerden  ●  (sich etwas) vom Halse schaffen  fig. · aufräumen mit  fig. · über Bord werfen  fig.
  • (etwas) abgehakt haben · (mit etwas) abgeschlossen haben · ad acta gelegt haben · hinter sich gelassen haben · nicht weiter darüber nachdenken
  • (auf) Distanz gehen (zu) · ↗(sich) distanzieren · brechen mit  ●  (seine) Verbindungen kappen (zu)  fig. · (sich) lossagen (von)  Hauptform · ↗(einer Sache) abschwören  geh.
Synonymgruppe
nicht denken an · sich nicht kümmern (um) · vergessen · ↗zurücklassen  ●  ↗hängen lassen  ugs.
Synonymgruppe
(sich) frei machen von · vergessen (seine Sorgen)  ●  ↗(sich einer Sache) entschlagen  geh., veraltend
Synonymgruppe
(wieder) vergessen · ↗verlernen
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ahne Dichter Dichterin Episode Genie Kapitel Koffer Komponist Kontinent Landstrich Meisterwerk Opfergruppe Paßwort Schatz WM-Held Winkel beinahe fast geglaubt lange längst nahezu unterschätzt verdrängt verkannt vernachlässigt verschollen weitgehend weithin übersehen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›vergessen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Eine fast schon vergessene Episode führt noch weiter zurück, in das Ende der achtziger Jahre.
Süddeutsche Zeitung, 06.11.2001
Hatten sie die Welt verändert, wie es allgemein hieß, diese schon wieder vergessenen Tage?
Degenhardt, Franz Josef: Für ewig und drei Tage, Berlin: Aufbau-Verl. 1999, S. 330
Sie sind nicht untergegangen, sie sind unter uns, aber unter anderen, unter vergessenen Namen.
Der Tagesspiegel, 10.08.1999
Zitternd rang die Nacht um das vergessene Wort, um ihren besonderen Auftrag.
Aichinger, Ilse: Die größere Hoffnung, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1966 [1948], S. 129
Ein Staub von Jahrhunderten schien über dieser vergessenen Welt zu liegen.
Roth, Joseph: Radetzkymarsch, Köln: Kiepenheuer & Witsch 1978 [1932], S. 249
Zitationshilfe
„vergessen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/vergessen>, abgerufen am 16.12.2019.

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