vergesslich

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung ver-gess-lich
Ungültige Schreibung vergeßlich
Rechtschreibregel § 2
Wortbildung  mit ›vergesslich‹ als Erstglied: Vergesslichkeit
eWDG

Bedeutung

leicht vergessend, ein schlechtes Gedächtnis habend
Beispiele:
er ist ein vergesslicher Mensch
ich bin jetzt sehr vergesslich
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

vergessen · Vergessenheit · vergeßlich · Vergeßlichkeit
vergessen Vb. ‘aus dem Gedächtnis verlieren, sich nicht mehr erinnern können’, reflexiv ‘die Beherrschung verlieren’, ahd. firgeʒʒan (9. Jh.), mhd. vergeʒʒen ‘aus den Gedanken verlieren, vergessen’, reflexiv ‘in Vergessenheit geraten’, asächs. fargetan, mnd. vorgēten, mnl. verghēten, nl. vergeten, aengl. forgietan, engl. to forget ‘vergessen’. Daneben steht mit dem unter er- behandelten Präfix gebildetes ahd. irgeʒʒan ‘vergessen’ mit dem Kausativum irgezzen ‘vergessen machen’ (s. ergötzen). Es handelt sich um präfigierte Verben zu einem Simplex germ. *getan ‘erlangen’, das in ahd. geʒʒan ‘erlangen’ (8. Jh.), anord. geta ‘schaffen, erreichen, erzeugen, lernen, nennen, vermuten’ (woraus mengl. geten, engl. to get ‘erhalten, bekommen’), dän. gide ‘mögen’ erhalten ist, wozu auch ahd. bigeʒʒan ‘erhalten’ (8. Jh.), asächs. bigetan ‘finden, ergreifen’, aengl. begietan ‘erlangen, bekommen, finden, erwerben, erzeugen’, got. bigitan ‘finden’ gebildet sind. Außergerm. vergleichen sich lat. praeda (aus *prai-hedā, -hidā) ‘(Kriegs)beute, Gewinn’ und (mit Nasalpräsens) lat. prehendere ‘(an)fassen, ergreifen’, (schwundstufig) griech. chandánein (χανδάνειν), Aorist chadé͞in (χαδεῖν) ‘fassen, in sich begreifen, enthalten’, air. rogeinn ‘findet Platz in’, so daß von einer Wurzel ie. *ghe(n)d- ‘(an)fassen, ergreifen’, auch ‘geistig erfassen’ ausgegangen werden kann (dazu s. möglicherweise verwandtes beginnen). Die Bedeutung des Simplex wird durch die Präfigierung (s. ver- in negierender Funktion) ins Gegenteil gewendet, vergessen bedeutet eigentlich ‘nicht mehr ergreifen, halten können, aus seinem (geistigen) Besitz verlieren’. Vergessenheit f. ‘Zustand des Vergessenseins’, mhd. vergeʒʒenheit, auch ‘Vergeßlichkeit’. vergeßlich Adj. ‘leicht vergessend, ein schlechtes Gedächtnis habend’, mhd. vergeʒʒe(n)lich; Vergeßlichkeit f. (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
vergesslich · zerstreut  ●  (ein) zerstreuter Professor (humor. Klischee)  ugs. · schusselig  ugs. · schusslig  ugs. · trottelig  ugs. · tüddelig  ugs., norddeutsch · tüdelig  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›vergesslich‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bieten die DWDS-Wortprofile zu ›vergesslich‹ und ›vergeßlich‹.

Verwendungsbeispiele für ›vergesslich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Je mehr Millionen einer hat, um so vergeßlicher wird er. [Hilsenrath, Edgar: Das Märchen vom letzten Gedanken, München: Piper 1989, S. 355]
Und dort für immer gespeichert wird, egal, wie vergeßlich man sonst ist. [Die Zeit, 18.03.2013, Nr. 11]
Nun ist Bert leider ziemlich vergesslich, wollte die Zahl aber nirgends notieren. [Die Zeit, 13.06.2012, Nr. 12]
Zuerst wurde die Politik vergeßlich, jetzt wirkt sie fast gelähmt. [Die Zeit, 23.07.1993, Nr. 30]
Wenn es um die eigene Macht geht, wird man schon einmal etwas vergeßlich. [Die Zeit, 20.09.1991, Nr. 39]
Zitationshilfe
„vergesslich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/vergesslich>.

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