vergraulen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung ver-grau-len
Grundformgraulen

Bedeutungsübersicht+

  1. [umgangssprachlich] ...
    1. 1. jmdn. durch unfreundliches Verhalten vertreiben
    2. 2. jmdm. etw. verleiden
eWDG

Bedeutung

umgangssprachlich
1.
jmdn. durch unfreundliches Verhalten vertreiben
Beispiel:
du vergraulst ihn mir, wenn du weiterhin so grob zu ihm bist
2.
jmdm. etw. verleiden
Beispiel:
Mathematik konnte mir zuweilen die Schule vergraulen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

graulen · vergraulen
graulen Vb. (meist reflexiv) ‘ängstlich erschaudern, sich fürchten’. Das durchgängig seit dem 18. Jh. bezeugte Verb gilt (obwohl vereinzelt schon vom 16. Jh. an belegt) als relativ junge Bildung mit hd. Diphthongierung zu mundartlichem mhd. grūweln (13. Jh.), griuweln, griulen, grūlen. Möglicherweise aber hat es sich aus dem bereits im Frühnhd. (16. Jh.) durch Diphthongierung von mnd. md. grūweln entstandenen graueln entwickelt, das seinerseits bis ins 19., vereinzelt bis ins 20. Jh. hinein existiert. Zur Bildungsweise der md. und nd. Verbformen s. Greuel. vergraulen Vb. ‘durch unfreundliches Verhalten vertreiben, durch unfreundliche Darstellung abstoßen’ (20. Jh.), eigentlich ‘jmdn. zum Erschaudern bringen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemanden) verärgern · vergraulen · vergrämen  ●  (jemanden) sauer fahren  ugs., Jargon · sauer machen  ugs. · verdrießen  geh. · vergrätzen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(etwas) schlechtreden · (jemandem etwas) verekeln · (jemandem etwas) vergällen · (jemandem etwas) verleiden · (jemandem etwas) vermiesen · (jemandem) den Spaß (an etwas) verderben · (jemandem) die Freude (an etwas) nehmen · (jemandem) die Lust (auf etwas) nehmen · (jemandem) die Lust verderben · (jemanden) vergraulen  ●  (jemandem) die Freude verderben  variabel · (etwas) miesmachen  ugs. · in die Suppe spucken  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
hinausekeln · vergraulen · wegekeln · wegmobben  ●  wegbeißen  fig. · rausekeln  ugs. · rausmobben  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›vergraulen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›vergraulen‹.

Verwendungsbeispiele für ›vergraulen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zudem will man die Betriebe vor Ort offenbar nicht vergraulen. [Süddeutsche Zeitung, 13.12.2002]
Kaum ein Händler kann es sich leisten, Kunden zu vergraulen. [Bild, 27.12.2000]
Dann ist es eben so, dann hat man den deutschen Dirigenten, der es in seiner Generation bislang am weitesten gebracht hat, hier schlicht vergrault. [Der Tagesspiegel, 14.05.2004]
Die haben eines Tages damit angefangen und haben den andern fast die Siedlung vergrault. [Süddeutsche Zeitung, 29.04.1995]
Er überhäuft jeden mit Prozessen und hat alle potentiellen Käufer vergrault. [Bild, 02.09.1998]
Zitationshilfe
„vergraulen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/vergraulen>.

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