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verhätscheln

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung ver-hät-scheln
Grundformhätscheln
Wortbildung  mit ›verhätscheln‹ als Erstglied: Verhätschelung
eWDG

Bedeutung

umgangssprachlich jmdn. sehr verwöhnen, verziehen
Beispiele:
ein Kind darf nicht verhätschelt werden
du verhätschelst mich nur, wenn du mir den Kaffee ans Bett bringst
sie ist der verhätschelte Liebling des Publikums
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

hätscheln · verhätscheln
hätscheln Vb. ‘liebkosen, streicheln, verwöhnen’. Das seit dem 17. Jh. nachweisbare Verb ist vermutlich Intensivum zu mundartlichem, vorwiegend omd. obd. hatschen, umgelautet hetschen ‘mit den Füßen gleiten, schleifend gehen, mit den Händen streicheln’. Die Verben sind wohl laut- oder bewegungsnachahmenden Charakters, wobei die Konsonantenverbindung -tsch- beim Intensivum als Laut für das sanfte Gleiten der Hände gelten kann. – verhätscheln Vb. ‘übermäßig liebkosen’ (Ende 17. Jh.), seit dem 19. Jh. besonders ‘sehr verwöhnen, verziehen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandem) jede Arbeit abnehmen · hätscheln und tätscheln · verhätscheln · verpäppeln · verweichlichen · verwöhnen · verziehen · verzärteln · überbehüten  ●  in Watte packen  fig. · von vorne bis hinten bedienen  fig. · (es jemandem) vorne und hinten hereinstecken  derb, fig. · (immer nur) mit Samthandschuhen anfassen  ugs., fig. · (jemandem) Zucker in den Arsch blasen  derb, fig. · (jemandem) den (eigenen) Hintern hinterhertragen  ugs., fig. · (jemandem) den Arsch nachtragen  derb, fig., variabel · (jemandem) den Arsch pudern  derb, fig. · betuddeln  ugs., norddeutsch · betutteln  ugs., norddeutsch · betüddeln  ugs., norddeutsch · betütern  ugs., norddeutsch · verpimpeln  ugs., regional

Verwendungsbeispiele für ›verhätscheln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und dabei hat sie ihn doch nur verhätschelt, damit er bloß nicht stirbt, bloß nicht! [Die Zeit, 04.03.1948, Nr. 10]
Der britische Diplomat kann Stunden in seinem Garten zubringen, Pflanzen verhätscheln und aufpäppeln. [Bild, 12.01.2006]
Sie sind zu dick oder zu dumm, vernachlässigt oder verhätschelt. [Die Zeit, 13.10.2008, Nr. 41]
Ich wurde hier vorzüglich bewirtet und in jeder Weise verhätschelt. [Blos, Wilhelm: Denkwürdigkeiten eines Sozialdemokraten, Bd. 1. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1914], S. 4847]
Ich werde aufhören, sie Touristen zu nennen, wenn sie aufhören, sich von der irakischen Regierung verhätscheln zu lassen. [Die Welt, 26.03.2003]
Zitationshilfe
„verhätscheln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verh%C3%A4tscheln>.

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