verhöhnen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung ver-höh-nen
Wortbildung  mit ›verhöhnen‹ als Erstglied: ↗Verhöhnung
eWDG

Bedeutung

jmdn., etw. verspotten, lächerlich machen
Beispiele:
willst du mich verhöhnen?
der Schriftsteller hat in seiner Satire gewisse Leute verhöhnt
er fühlte sich grausam verhöhnt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hohn · höhnen · höhnisch · hohnlachen · Hohngelächter · hohnsprechen · verhöhnen
Hohn m. ‘boshafter, mit Verachtung und Schadenfreude vermischter, beißender Spott’, ahd. hōna f. (9. Jh.), mhd. mnd. hōn m., mnl. nl. hoon m. sowie ahd. hōnida (8. Jh.), mhd. hœnde, hœne, asächs. hōnða ‘Schmach, Schande’ sind Abstrakta zu den Adjektivbildungen ahd. hōni (9. Jh.), mhd. hœne ‘verachtet, in Schmach lebend’, auch ‘hochfahrend, zornig, gefährlich’, aengl. hēan ‘niedrig, verachtet, arm, elend’, got. hauns ‘niedrig, demütig’ (germ. *hauna-). Diese stellen sich mit griech. kaunós (καυνός) ‘schlecht, trocken, dürr’, lett. kauns ‘Scham, Schande, Schmach’ als n-Erweiterungen zur Wurzel ie. *kau- ‘erniedrigen, demütigen, Schande, Scham’, die auch in anord. hāð ‘Spott, Hohn’ und lit. kūvė́tis ‘sich schämen’ vorliegt. Von den gleichen Adjektivbildungen abgeleitet sind höhnen Vb. ‘boshaft, verächtlich spotten, höhnisch sprechen’, ahd. hōnen (um 800; vgl. ahd. ungihōnit, 8. Jh.), mhd. hœnen ‘entehren, herabsetzen, schmähen’, asächs. hōnian, mnd. hȫnen ‘schmähen’, mnl. hōnen, nl. hoonen ‘(ver)höhnen’, aengl. hīenan, got. haunjan ‘erniedrigen’. Ursprünglich fehlt der Wortgruppe das Moment schadenfroher Überlegenheit. höhnisch Adj. ‘voller Hohn, spöttisch, schadenfroh’, mhd. hœnisch. hohnlachen Vb. ‘höhnisch lachen’, mhd. hōnlachen ‘hinterlistig lachen’; Hohngelächter n. (17. Jh.). hohnsprechen Vb. ‘spotten, widersprechen’ (15. Jh.). verhöhnen Vb. ‘verspotten, lächerlich machen’, mhd. verhœnen ‘herabsetzen, entehren’.

Typische Verbindungen zu ›verhöhnen‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verhöhnen‹.

Verwendungsbeispiele für ›verhöhnen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn er auch die Piloten nicht unterstützt, so verhöhnt er sie doch nicht, sondern interessiert sich für deren Thesen.
Die Welt, 05.11.2003
Aber der Ausschuss muss exakt das tun, will er sich nicht als völlig zahnlos verhöhnen lassen.
Der Tagesspiegel, 08.02.2001
Wir taten das alles mit tiefstem Ernst, durchaus nicht verhöhnend.
Wagner, Siegfried: Erinnerungen. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1923], S. 21562
Doch nein, wir verhöhnten sie nicht, wir belästigten sie nicht!
Schröter, Heinz: Ich, der Rentnerkönig, Genf: Ariston 1985, S. 20
Manchmal glaube ich wirklich, diese Scheiß-Glotzen sind nur dazu da, uns zu verhöhnen.
Brussig, Thomas: Wasserfarben, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1991], S. 47
Zitationshilfe
„verhöhnen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verh%C3%B6hnen>, abgerufen am 18.01.2021.

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