verhöhnen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungver-höh-nen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›verhöhnen‹ als Erstglied: ↗Verhöhnung
eWDG, 1977

Bedeutung

jmdn., etw. verspotten, lächerlich machen
Beispiele:
willst du mich verhöhnen?
der Schriftsteller hat in seiner Satire gewisse Leute verhöhnt
er fühlte sich grausam verhöhnt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hohn · höhnen · höhnisch · hohnlachen · Hohngelächter · hohnsprechen · verhöhnen
Hohn m. ‘boshafter, mit Verachtung und Schadenfreude vermischter, beißender Spott’, ahd. hōna f. (9. Jh.), mhd. mnd. hōn m., mnl. nl. hoon m. sowie ahd. hōnida (8. Jh.), mhd. hœnde, hœne, asächs. hōnða ‘Schmach, Schande’ sind Abstrakta zu den Adjektivbildungen ahd. hōni (9. Jh.), mhd. hœne ‘verachtet, in Schmach lebend’, auch ‘hochfahrend, zornig, gefährlich’, aengl. hēan ‘niedrig, verachtet, arm, elend’, got. hauns ‘niedrig, demütig’ (germ. *hauna-). Diese stellen sich mit griech. kaunós (καυνός) ‘schlecht, trocken, dürr’, lett. kauns ‘Scham, Schande, Schmach’ als n-Erweiterungen zur Wurzel ie. *kau- ‘erniedrigen, demütigen, Schande, Scham’, die auch in anord. hāð ‘Spott, Hohn’ und lit. kūvė́tis ‘sich schämen’ vorliegt. Von den gleichen Adjektivbildungen abgeleitet sind höhnen Vb. ‘boshaft, verächtlich spotten, höhnisch sprechen’, ahd. hōnen (um 800; vgl. ahd. ungihōnit, 8. Jh.), mhd. hœnen ‘entehren, herabsetzen, schmähen’, asächs. hōnian, mnd. hȫnen ‘schmähen’, mnl. hōnen, nl. hoonen ‘(ver)höhnen’, aengl. hīenan, got. haunjan ‘erniedrigen’. Ursprünglich fehlt der Wortgruppe das Moment schadenfroher Überlegenheit. höhnisch Adj. ‘voller Hohn, spöttisch, schadenfroh’, mhd. hœnisch. hohnlachen Vb. ‘höhnisch lachen’, mhd. hōnlachen ‘hinterlistig lachen’; Hohngelächter n. (17. Jh.). hohnsprechen Vb. ‘spotten, widersprechen’ (15. Jh.). verhöhnen Vb. ‘verspotten, lächerlich machen’, mhd. verhœnen ‘herabsetzen, entehren’.

Thesaurus

Synonymgruppe
auslachen · ↗frotzeln · ↗lästern · ↗scherzen · ↗spötteln · ↗ulken · ↗verspotten · ↗witzeln  ●  höhnen  negativ · ↗spotten  Hauptform · verhöhnen  negativ · ↗(sich) mokieren  geh.
Unterbegriffe
  • (einen) Scherz machen (über) · (jemandem) ins Gesicht lachen · (sich) auf jemandes Kosten amüsieren · (sich) ein Lachen kaum verkneifen können (angesichts) · (sich) lustig machen (über) · (sich) mokieren (über) · Scherze treiben mit · Witze machen (über) · ↗auslachen · ins Lächerliche ziehen · lächerlich machen · seinen Spaß haben (mit/bei) · ↗spotten (über) · ↗verlachen · ↗witzeln · zum Gespött machen  ●  Späße treiben (mit)  veraltend · ↗verspotten  Hauptform · (jemandem) eine lange Nase drehen  ugs., fig. · (jemandem) eine lange Nase machen  ugs., fig. · (sich) belustigen (über)  geh. · Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.  geh., Sprichwort · durch den Kakao ziehen  ugs., fig. · ↗frotzeln (über)  ugs. · ↗verhohnepiepeln  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemandem etwas) anhängen · ↗(jemandem etwas) nachsagen · ↗(jemandem etwas) unterstellen · (jemandem) die Ehre abschneiden · (jemanden) ins Gerede bringen · (über jemanden negative) Behauptungen in die Welt setzen · Lügen verbreiten (über) · Sünden anderer aufzeigen · ↗diffamieren · ↗diskreditieren · ↗herabsetzen · in Misskredit bringen · in Verruf bringen · schlecht reden (über) · ↗schlechtmachen · ↗schmähen · verhöhnen · ↗verleumden · ↗verunglimpfen · zynisch beschreiben  ●  ↗(jemandem etwas) andichten  ugs. · (jemandem etwas) ans Zeug flicken  ugs., veraltend · ↗anschwärzen  ugs. · kein gutes Haar lassen (an)  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Absteiger Affengeschrei Affenlaute Fan Flutopfer Hautfarbe Karikatur Marionette Opfer Prophet Spinner Sprechchor Weichei anfeinden ausbuhen auslachen auspfeifen beleidigen belächeln beschimpfen bespucken demütigen denunzieren schmähen verachten verharmlosen verlachen verprügeln verspotten verunglimpfen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verhöhnen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn er auch die Piloten nicht unterstützt, so verhöhnt er sie doch nicht, sondern interessiert sich für deren Thesen.
Die Welt, 05.11.2003
Aber der Ausschuss muss exakt das tun, will er sich nicht als völlig zahnlos verhöhnen lassen.
Der Tagesspiegel, 08.02.2001
Wir taten das alles mit tiefstem Ernst, durchaus nicht verhöhnend.
Wagner, Siegfried: Erinnerungen. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1923], S. 21562
Doch nein, wir verhöhnten sie nicht, wir belästigten sie nicht!
Schröter, Heinz: Ich, der Rentnerkönig, Genf: Ariston 1985, S. 20
Manchmal glaube ich wirklich, diese Scheiß-Glotzen sind nur dazu da, uns zu verhöhnen.
Brussig, Thomas: Wasserfarben, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1991], S. 47
Zitationshilfe
„verhöhnen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verhöhnen>, abgerufen am 22.10.2019.

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