verhüten

Grammatik Verb · verhütet, verhütete, hat verhütet
Aussprache 
Worttrennung ver-hü-ten
Grundform hüten
Wortbildung  mit ›verhüten‹ als Erstglied: Verhütung  ·  mit ›verhüten‹ als Binnenglied: empfängnisverhütend
eWDG

Bedeutung

das Eintreten eines Ereignisses verhindern
Beispiele:
ein Unglück, einen Schaden, Krieg verhüten
wir müssen verhüten, dass wir in diesem Spiel verlieren
es gelang mir, das Schlimmste zu verhüten
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

hüten · behüten · verhüten
hüten Vb. ‘bewahren, beschützen’, ahd. huoten (9. Jh.), mhd. hüeten ‘achthaben, (be)wachen’, asächs. hōdian, mnd. hȫden, hǖden, mnl. nl. hoeden, afries. hōda, hūda, aengl. hēdan, engl. to heed sind Bildungen zu dem unter Hut2 f. (s. d.) angeführten Substantiv. Aus einer Grundbedeutung ‘beobachten zum Schutze vor drohender Schädigung’ entwickelt sich die spezielle Verwendung im Sinne von ‘Vieh beaufsichtigen’. Reflexiver Gebrauch ‘sich vorsehen, in acht nehmen’ begegnet bereits in mhd. Zeit. behüten Vb. ‘beschützen’, ahd. bihuoten ‘besorgen, beachten’ (9. Jh.), mhd. behüeten ‘bewahren, verhindern’. verhüten Vb. ‘etw. Unerwünschtes verhindern, vermeiden’, mhd. verhüeten ‘bewachen, bewahren, auflauern’.

Thesaurus

Synonymgruppe
abblocken · abwenden · umgehen · unterbinden · vereiteln · verhindern · verhüten · vermeiden  ●  abbiegen  ugs., fig. · umschiffen  ugs.
Unterbegriffe
  • (etwas) gar nicht (erst) so weit kommen lassen · (etwas) schon im Ansatz unterdrücken · (etwas) schon im Vorfeld abblocken · (etwas) von vornherein unterbinden · (gar) nicht (erst) aufkommen lassen · (gar) nicht (erst) einreißen lassen  ●  (etwas) im Keim ersticken  fig., Hauptform · den Anfängen wehren  geh.
Assoziationen
  • (etwas) gar nicht (erst) so weit kommen lassen · (etwas) schon im Ansatz unterdrücken · (etwas) schon im Vorfeld abblocken · (etwas) von vornherein unterbinden · (gar) nicht (erst) aufkommen lassen · (gar) nicht (erst) einreißen lassen  ●  (etwas) im Keim ersticken  fig., Hauptform · den Anfängen wehren  geh.
  • (jemandem) in die Quere kommen · behindern · stören  ●  (jemandem) in die Parade fahren  fig. · (jemandem) ins Gehege kommen  ugs. · (jemandes) Kreise stören  geh.
  • (jemandem etwas) ersparen · (jemanden) verschonen
  • (jemandem / einer Sache) Einhalt gebieten · einschreiten  ●  (etwas) unternehmen gegen  ugs.

Typische Verbindungen zu ›verhüten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verhüten‹.

Verwendungsbeispiele für ›verhüten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zum einen hätten die Mädchen häufig deshalb versäumt zu verhüten, weil es zu spontanem Sex gekommen sei.
Die Welt, 09.06.2005
Depressionen zu beheben ist aber etwas anderes, als sie zu verhüten.
Die Zeit, 10.04.1970, Nr. 15
Sonst bringt mich tatsächlich das Heimweh noch um und das muß ich doch verhüten.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 19.03.1941, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Sofern man ihn nur rechtzeitig genug zu Rate zieht, kann er ernstliche Schäden verhüten.
NS-Frauen-Warte, 1939
Sie stützen sich auf reiche Erfahrungen des Lebens und sollen in wohlmeinender Absicht nur unglückliche Ehen verhüten.
Bundesverband d.dt. Standesbeamten e.V. (Hg.), Hausbuch für die deutsche Familie, Frankfurt a. M.: Verl. f. Standesamtwesen 1956, S. 8
Zitationshilfe
„verhüten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verh%C3%BCten>, abgerufen am 05.12.2021.

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