verharren

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungver-har-ren
eWDG, 1977

Bedeutung

gehoben einen Zustand nicht ändern
a)
auf, bei, in etw. verharrenzäh an etw. festhalten, bei etw. bleiben
Beispiele:
beide Seiten verharrten bei, auf ihrer Meinung, auf ihrem Standpunkt
in veralteten Anschauungen verharren
b)
in einer bestimmten Stellung, an einem Ort, in einem Zustand verbleiben, aushalten
Beispiele:
er verharrte einen Augenblick regungslos in dieser Stellung, Haltung
die Leute verharrten an, auf ihren Plätzen
die Zuhörer verharren still, unschlüssig
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

harren · ausharren · beharren · beharrlich · Beharrlichkeit · Beharrungsvermögen · verharren
harren Vb. ‘sehnsüchtig, geduldig warten’. Die Herkunft des erst im Mhd. auftretenden Verbs (mhd. harren) ist nicht geklärt. Größere Verbreitung erfährt es in frühnhd. Zeit vom omd. Raum aus, besonders durch Luther. Heute vornehmlich in Präfixbildungen: ausharren Vb. ‘aushalten, geduldig warten’ (15. Jh.). beharren Vb. ‘zäh festhalten, standhaft sein, nicht nachgeben’, mhd. beharren; beharrlich Adj. ‘zäh, standhaft, hartnäckig’ (15. Jh.); Beharrlichkeit f. (17. Jh.; um 1500 Beharrlicheit); Beharrungsvermögen n. ‘Fähigkeit, fest an einer Stelle, einem Fleck zu bleiben’ (Ende 18. Jh.), in der Physik ‘Trägheit’ (Mitte 19. Jh.). verharren Vb. ‘zäh festhalten, aushalten’, spätmhd. verharren.

Thesaurus

Synonymgruppe
harren · sich nicht (von der Stelle) rühren · ↗stehen bleiben · verharren · ↗verweilen · vor Ort bleiben · ↗warten · ↗weilen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arbeitslosenquote Arbeitslosenrate Arbeitslosigkeit Inflationsrate Leitzins Lethargie Niveau Pose Rekordniveau Rekordtief Rendite Rentenmarkt Schweigen Stillstand Umlaufrendite Untätigkeit Vorjahresniveau Vortagesniveau Wartestellung Weile bewegungslos lange minutenlang reglos regungslos schweigend stundenlang unbeweglich unverändert Ölpreis

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verharren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aufgestiegen war die Bourgeoisie, im Elend verharrten weiterhin Arbeiter und Bauern.
Bauer, Hans: Tisch und Tafel in alten Zeiten, Leipzig: Koehler & Amelang 1967, S. 10
Doch statt die Diskussion voranzutreiben, verharrt man weitestgehend in Zurückhaltung.
C't, 1998, Nr. 1
Sofort herrscht Schweigen auf dem Set, 19 Personen verharren regungslos.
Süddeutsche Zeitung, 24.05.1995
Einen vollen Tag lang verharrte man dann allerdings bei dieser knappen Version.
Neue Zürcher Zeitung, 30.04.1986
Andere Gäste reckten die Hälse, die Bedienung verharrte in respektvollem Abstand.
Bild, 17.05.1997
Zitationshilfe
„verharren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verharren>, abgerufen am 09.12.2019.

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