Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.
Bitte unterstützen Sie das Projekt mit Ihrer Teilnahme an unserer aktuellen Umfrage!

verhauen

Grammatik Verb · verhaut, verhaute, hat verhauen
Aussprache 
Worttrennung ver-hau-en

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. jmdn. schlagen, verprügeln
    1. [übertragen] ...
  2. 2. [Schülersprache] etw. fehlerhaft, mangelhaft, falsch machen
  3. 3. [umgangssprachlich] ⟨sich verhauen⟩ sich irren
  4. 4. [umgangssprachlich] ⟨sein Geld verhauen⟩ sein Geld sinnlos und nutzlos ausgeben
eWDG

Bedeutungen

1.
jmdn. schlagen, verprügeln
Beispiel:
der Große hat den Kleinen verhauen
übertragen
Beispiel:
saloppin dem Anzug sieht er ganz verhauen (= seltsam, unmöglich) aus
2.
Schülersprache etw. fehlerhaft, mangelhaft, falsch machen
Beispiel:
die ganze Klasse hatte die Mathematikarbeit verhauen (= hatte in der Mathematikarbeit viele Fehler gemacht)
3.
umgangssprachlich sich verhauensich irren
Beispiel:
wir mussten bald erkennen, dass wir uns in dieser Sache mächtig verhauen hatten
4.
umgangssprachlich sein Geld verhauensein Geld sinnlos und nutzlos ausgeben
Beispiel:
er hat einmal seinen ganzen Arbeitslohn in einer Nacht verhauen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

hauen · Haue1 · Haue2 · Hauer · abhauen · verhauen · Verhau · zerhauen
hauen Vb. ‘schlagen, prügeln, fällen (Holz), (zer)hacken (Fleisch), mähen, bearbeiten, behauen (Stein), loshacken, abschlagen (Erz)’. Neben dem starken Verb (nhd. hieb, gehauen) ahd. houwan (9. Jh.), mhd. mnd. houwen ‘(ab-, ein-, nieder-, zer)hauen, schlagen, stechen, behauen, bearbeiten, (ab-, zu)schneiden, ernten’, asächs. hauwan, mnl. nl. houwen, aengl. hēawan, engl. to hew, anord. hǫggva, schwed. hugga (dazu Hieb und Heu, s. d.) steht ein schwaches Verb (nhd. haute, gehaut) ahd. houwōn (10. Jh.), mhd. houwen. Sie führen mit lat. cūdere ‘schlagen, klopfen, stampfen, Metall bearbeiten’ (mit präsensbildendem d, wohl aus *caud-, vgl. caudex, cōdex ‘Baumstamm, Klotz’, s. Kodex), lit. káuti ‘schlagen, hauen, umbringen’, kovà ‘Kampf, Schlacht’, aslaw. kovati, russ. kovát’ (ковать) ‘schmieden’ auf eine Wurzel ie. *kāu-, *kəu- ‘hauen, schlagen’. – Haue1 f. ‘Hacke’, ahd. houwa (9. Jh.), mhd. houwe. Haue2 f. ‘Prügel, Schläge’, eigentlich Plur. von heute unüblichem Hau ‘Schlag, Hieb’, mhd. hou ‘Hieb, Holzeinschlag’. Hauer m. ‘Eckzahn des Keilers, vor Ort arbeitender Bergmann’ (meist umgelautet Häuer), (öst.) ‘Winzer, Weinbauer’, spätmhd. houwer ‘Bergmann, Holzfäller, Weinbauer’. abhauen Vb. ‘abschlagen, abhacken, abschneiden’, ahd. abahouwan (9. Jh.), mhd. abehouwen; im Sinne von ‘sich (eilig) davonmachen’ als steigender Kraftausdruck seit dem ersten Weltkrieg (nach obd. hauen ‘gehen, laufen, treten’, s. Gassenhauer). verhauen Vb. ‘schlagen, verprügeln, falsch machen’, (reflexiv) ‘sich irren’, ahd. firhouwan ‘abschlagen, abschneiden’ (9. Jh.), mhd. verhouwen ‘zerhauen, verletzen, beschädigen, nieder-, weghauen, ausholzen, mit gefällten Bäumen versperren’; dazu Verhau m. n. ‘aus vielen (sperrigen) Teilen errichtetes Hindernis, Dickicht’, ursprünglich ‘Wegsperre durch niedergehauene Bäume’ (18. Jh.). zerhauen Vb. ‘entzweischlagen, in Stücke hauen’, mhd. zerhouwen.

Thesaurus

Synonymgruppe
(die) Hand erheben (gegen) · (sich) vergreifen an · eindreschen (auf) · einprügeln (auf) · einschlagen (auf) · schlagen  ●  verprügeln  Hauptform · (jemandem) die Hucke vollhauen  ugs. · (jemandem) eine Abreibung verpassen  ugs. · (jemandem) rutscht die Hand aus  ugs. · abschwarten  ugs. · verdreschen  ugs. · verhauen  ugs. · verkloppen  ugs. · vermöbeln  ugs. · versohlen  ugs. · verwichsen  ugs. · windelweich prügeln  ugs.
Synonymgruppe
(eine) Gelegenheit verpassen · (etwas) verfehlen  ●  (etwas) verhauen  ugs. · (etwas) versemmeln  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(sich) (eine) Schlägerei liefern · (sich) (gegenseitig) verbleuen · (sich) (gegenseitig) verdreschen · (sich) (gegenseitig) verhauen · (sich) prügeln · (sich) schlagen  ●  (sich) (gegenseitig) verkloppen  ugs. · (sich) kloppen  ugs. · (sich) prügeln wie die Kesselflicker  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
verpfuschen  ●  (etwas) verkacken  derb · in den Sand setzen  ugs., fig. · in den Teich setzen  ugs., fig. · verbocken  ugs. · vergeigen  ugs. · verhauen  ugs. · verhunzen  ugs. · verkorksen  ugs. · vermasseln  ugs. · vermurksen  ugs. · verpatzen  ugs. · versaubeuteln  ugs. · versauen  derb · versemmeln  ugs. · versieben  ugs. · verzapfen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›verhauen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verhauen‹.

Verwendungsbeispiele für ›verhauen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dann hat sie mich verhauen, und ich glaubte, sie liebte mich nicht mehr. [Die Zeit, 13.03.2000, Nr. 11]
Ein Chor verhaut sich nicht so leicht wie der einzelne Sänger. [Die Zeit, 28.05.1993, Nr. 22]
Wenn Sie wollen, dann können Sie mich gerne für die letzten zehn Jahre verhauen. [Süddeutsche Zeitung, 29.03.2000]
Aber muss man sich bei einem Bau gleich um 150 Millionen Mark verhauen? [Süddeutsche Zeitung, 25.10.1999]
Sicherlich hätte ich ihn verhauen, aber daß er stirbt, wollte ich nie. [Bild, 03.12.1998]
Zitationshilfe
„verhauen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verhauen>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
verhauchen
verhatscht
verhasst
verhaspeln
verhascht
verheben
verheddern
verheeren
verheerend
verhehlen