Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

verhehlen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung ver-heh-len
Wortbildung  mit ›verhehlen‹ als Grundform: verhohlen

Bedeutungsübersicht+

  1. [gehoben] ...
    1. 1. (jmdm.) etw. verbergen, verheimlichen, verschweigen
    2. 2. ⟨verhehlt⟩ verborgen, verhohlen
eWDG

Bedeutung

gehoben
1.
(jmdm.) etw. verbergen, verheimlichen, verschweigen
Beispiele:
wir konnten dir die Wahrheit, den Ernst der Lage nicht länger verhehlen
ich habe dir nie meine Meinung verhehlt
2.
verhehltverborgen, verhohlen
Grammatik: nur im Partizip II
Beispiele:
er sagte es mit schlecht verhehlter Freude, Wut
sie kam mit kaum verhehltem Argwohn auf ihn zu
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

hehlen · Hehl · Hehler · Hehlerei · verhehlen
hehlen Vb. ‘verheimlichen, verbergen, Gesetzwidriges begünstigen, decken’. Das ursprünglich stark flektierende Verb ahd. (8. Jh.), asächs. aengl. helan, mhd. heln ‘(Diebstahl, Raub) verheimlichen, verbergen, verstecken’, mnd. mnl. hēlen, nl. helen ist verwandt mit Helm1 und hüllen (s. d.) und führt mit aind. śaraṇá- ‘schützend, verteidigend, Schutz, Zuflucht’, śárma ‘Schutz(dach), Decke, Obhut, Zuflucht’, griech. koleón (κολεόν) ‘(Schwert)scheide’, kalýptein (καλύπτειν) ‘verbergen’, lat. occulere ‘verdecken, verbergen’, (dehnstufig) cēlāre ‘verbergen, verhehlen, verheimlichen’, air. celim ‘verberge’ auf die Wurzel ie. *k̑el- ‘bergen, verhüllen’. Schwache Flexion begegnet für hehlen (und verhehlen) zuerst im Mhd. und setzt sich nhd. durch; doch ist starke Flexion bewahrt in nhd. verhohlen, unverhohlen (s. unten). Hehl n. m. ‘Heimlichkeit’, nur noch in der Wendung kein(en) Hehl daraus machen ‘nicht verbergen, verheimlichen’ (19. Jh.), vgl. kein heel haben (Luther), mhd. sunder hæl(e) ‘ohne Heimlichkeit, offenbar’. Es handelt sich wohl um eine Substantivierung des Adjektivs mhd. hæl(e) ‘verborgen’, eine dehnstufige Ableitung aus dem Verb. Daneben vgl. das Verbalabstraktum mhd. hæle f. ‘Verheimlichung’. Hehler m. ‘wer Gesetzwidriges, besonders Diebstahl, begünstigt, unterstützt oder verheimlicht’, mhd. helære, heler; sprichwörtlich Hehler sind Stehler, mhd. heler sint steler. Hehlerei f. (1. Hälfte 19. Jh.). verhehlen Vb. ‘verheimlichen’, ahd. firhelan (8. Jh.), heute für einfaches hehlen eintretend. Auch hier gilt zunächst starke Flexion; im Mhd. setzen schwache Formen ein, doch bleibt das stark gebildete Part.adj. verhohlen ‘heimlich, verborgen, unterdrückt’ bzw. unverhohlen ‘unverhüllt, offen’ erhalten.

Thesaurus

Synonymgruppe
Synonymgruppe
kein Wort über etwas verlieren · mit keinem Wort erwähnen · nicht ansprechen · nicht eingehen (auf) · nicht erwähnen · unerwähnt lassen · ungesagt lassen · unterschlagen · verheimlichen · verleugnen  ●  verschweigen  Hauptform · (mit etwas) hinter dem Berg halten  ugs., variabel · nichts erwähnen (von)  ugs. · nichts erzählen (von)  ugs. · nichts sagen (von)  ugs. · unter den Tisch fallen lassen  ugs., fig. · verhehlen  geh.
Oberbegriffe
  • (jemandes) Lippen sind versiegelt · kein Wort (zu etwas) verlieren · keine Antwort geben · nichts sagen · stumm bleiben  ●  schweigen  Hauptform · (das) Sprechen verlernt haben  ugs., ironisch · (den) Mund halten  ugs. · (sich) in Schweigen hüllen  geh. · den Rand halten  ugs. · kein Sterbenswörtchen sagen  ugs. · keinen Mucks von sich geben  ugs. · keinen Piep sagen  ugs. · keinen Ton sagen  ugs. · schweigen wie ein Grab  ugs. · sein Herz nicht auf der Zunge tragen  ugs., fig. · still schweigen (veraltet lit.)  geh. · stumm wie ein Fisch sein (bildl.)  ugs.
Synonymgruppe
camouflieren · den Blicken entziehen · kaschieren · maskieren · tarnen · verbergen · verhehlen · verheimlichen · verstecken
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›verhehlen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verhehlen‹.

Verwendungsbeispiele für ›verhehlen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das wolle er ihm nicht verhehlen, sagte der Arzt halblaut. [Huch, Ricarda: Der Dreißigjährige Krieg, Wiesbaden: Insel-Verl. 1958 [1914], S. 868]
Was sich lange vorbereitet hatte, ließ sich jetzt nicht mehr verhehlen. [Liliencron, Adda Freifrau von: Krieg und Frieden, Erinnerungen aus dem Leben einer Offiziersfrau. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 45222]
Wir verhehlen uns nicht, was uns alles noch bevorsteht und daß das weit über das hinausgehen wird, was wir bisher erfahren haben. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1940]]
Aber seine Freude über das Ergebnis will er nicht verhehlen. [Die Zeit, 28.03.2013, Nr. 13]
Dass er selbst die Idee für weniger gut hält, verhehlt er aber nicht. [Die Zeit, 28.06.2010, Nr. 26]
Zitationshilfe
„verhehlen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verhehlen>.

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