verheißen

GrammatikVerb · verhieß, hat verheißen
Aussprache
Worttrennungver-hei-ßen
Grundformheißen1
Wortbildung mit ›verheißen‹ als Erstglied: ↗Verheißung
eWDG, 1977

Bedeutung

gehoben etw. versprechen, voraussagen, prophezeien
Beispiele:
man hatte ihm eine große Zukunft verheißen
das Wetter verhieß an diesem Morgen nichts Gutes
er sah uns mit einer verheißenden (= verheißungsvollen) Miene an
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

heißen · Geheiß · verheißen · Verheißung
heißen Vb. ‘genannt werden, den Namen haben, nennen, gebieten, einen bestimmten Sinn haben, bedeuten’. Das ehemals reduplizierende Verb ahd. heiʒan ‘(be)nennen, rufen, befehlen, auffordern’ (8. Jh.), mhd. heiʒen, asächs. hētan, mnd. mnl. hēten, nl. heten, aengl. hātan ‘befehlen, heißen, verheißen, nennen’, anord. heita ‘nennen, rufen, heißen, versprechen’, schwed. heta ‘heißen’, got. haitan ‘nennen, rufen’, (Pass.) ‘genannt werden’ gehört wohl zu einer d-Erweiterung der Wurzel ie. *kēi-, *ki- ‘in Bewegung setzen, in Bewegung sein’, die unerweitert vorliegt in griech. kíein (κίειν) ‘in Bewegung setzen, (weg)gehen’, (mit n-Infix) kī́nysthai (κίνυσθαι) ‘sich bewegen, bewegt, erschüttert werden, gehen’ und kīné͞in (κινεῖν) ‘in Bewegung setzen, bewegen, erschüttern, veranlassen’, lat. ciēre ‘rege machen, wecken, erregen, anregen’ (mit citus ‘schnell’, citāre ‘in Bewegung setzen, vorladen, herbei-, an-, aufrufen’) sowie in aind. cyávatē ‘bewegt sich, entfernt sich’ und griech. sé͞uesthai (σεύεσθαι) ‘in Bewegung setzen, antreiben, (ver)jagen, verfolgen’. Die Grundbedeutung des germ. Verbs scheint ‘jmdn. heißen, befehlen, (her)rufen, einladen’, auch ‘versprechen’ und ‘mit Namen rufen’ zu sein. Geheiß n. ‘Anweisung, Anordnung, Befehl’, ahd. giheiʒ m. ‘Verheißung, Versprechen, Gelöbnis, Vorhersage’ (8. Jh.), mhd. geheiʒ m., geheiʒe n. ‘Befehl, Gebot, Versprechen, Gelübde, Verheißung’, Verbalabstraktum zu ahd. giheiʒan ‘versprechen, verheißen, versichern’ (8. Jh.), mhd. geheiʒen. verheißen Vb. ‘versprechen, voraussagen, prophezeien’, frühnhd. ‘versprechen’, (reflexiv) ‘geloben’ (15. Jh.); vgl. got. faírhaitan; Verheißung f. ‘Versprechen, Zusicherung’ (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
verheißen · ↗vorhersagen
Synonymgruppe
(die) Hand darauf geben · (jemandem) in die Hand versprechen · ↗(sein) Ehrenwort (darauf) geben · ↗(sein) Wort (darauf) geben · ein Versprechen (ab)geben · fest versprechen · fest zusagen · hoch und heilig versprechen · verheißen  ●  ↗geloben  fig. · tausend Eide schwören  fig. · ↗versprechen  Hauptform
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aufbruch Erlöser Glück Land Messias Paradies Paraklet einst

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verheißen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Den soll man anrufen, und er hat verheißen, dass er unsere Bitten erhören werde.
Die Welt, 15.01.2000
So verheißen es die Autoren, und das ist fürwahr nicht wenig.
Die Zeit, 10.08.1973, Nr. 33
Daß er gekommen ist, verheißt sein künftiges Kommen und drängt zu ihm.
Althaus, P.: Christologie. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1957], S. 20910
Mitten im Winter schon verhieß er all die sommerliche Lust!
Klepper, Jochen: Der Vater, Gütersloh: Bertelsmann 1962 [1937], S. 637
Schon jetzt aber verheißt sie uns eine erhebliche Förderung unserer Kenntnis vieler Seiten geschichtlichen Lebens.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1930, S. 411
Zitationshilfe
„verheißen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verheißen>, abgerufen am 21.05.2019.

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