verheiraten

GrammatikVerb · verheiratet, verheiratete, hat verheiratet
Aussprache
Worttrennungver-hei-ra-ten
Wortzerlegungver-heiraten
Wortbildung mit ›verheiraten‹ als Erstglied: ↗Verheiratung  ·  mit ›verheiraten‹ als Letztglied: ↗Wiederverheiratung · ↗wiederverheiraten
eWDG, 1977

Bedeutung

sich verheiratenmit jmdm. eine Ehe eingehen, jmdn. heiraten
Beispiele:
er hat sich mit einer jungen Agronomin verheiratet
sie hat sich gut, wieder, schon zum dritten Male verheiratet
häufig im Part. Prät.
verheiratet (= ehelich gebunden)
Beispiele:
ich bin, wir sind verheiratet
sie ist (un)glücklich, noch nicht lange, schon viele Jahre verheiratet
sie ist eine verheiratete Frau
umgangssprachlich, scherzhaft, bildlich
Beispiel:
ich bin doch mit dir, mit diesem Verein nicht verheiratet (= habe dir, diesem Verein gegenüber keine Verpflichtungen)
veraltet jmdn. verheiratenjmdn. jmdm. zur Ehe geben
Beispiel:
er hatte seine Tochter an einen Fabrikanten, mit einem Ingenieur verheiratet
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Heirat · heiraten · verheiraten
Heirat f. ‘Eheschließung, Vermählung’, ahd. m. (11. Jh.), mhd. hīrāt m. f. ‘Vermählung’, aengl. hīwrǣden, hīred ‘Haushalt, Familie’ sind Komposita, deren Bestimmungswörter verwandt sind mit ahd. hīwo, hīo m. ‘Hausgenosse, Familienangehöriger, Gatte’ (um 800), hīwa, hīa f. ‘Gattin, Frau’ (9. Jh.), hīwun, hīun n. (Plur.) ‘Gesinde, Ehegatten, Familienangehörige’ (um 800), mhd. hīwe, hīge, hīe m. f. ‘Gatte, Gattin, Hausgenosse, Dienstbote’, asächs. hīwa ‘Gattin’, mnl. hīe ‘Hausgenosse, Gatte’, aengl. hīwan ‘Familienangehöriger’, anord. hjōn, hjūn, hjū n. (Plur.) ‘Eheleute, Hausgenossen’, got. heiwafrauja ‘Hausherr’, ahd. hīwiski ‘Familie, Geschlecht, Haushalt’ (8. Jh.), mhd. hīwisch(e), auch ‘Haushaltung’, asächs. hīwiski ‘Familie’, aengl. hīwisc ‘Haushalt’, anord. hȳski ‘Hausgesinde’, ahd. hīwen ‘heiraten’ (8. Jh.), asächs. gihīwian, mnl. hūwen, houwen, nl. huwen, aengl. hīwian. Außergerm. vergleichen sich aind. śḗvaḥ ‘lieb, wert, vertraut’, (ablautend) śiváḥ ‘gütig, freundlich, günstig, vertraut, lieb’, lat. cīvis ‘Bürger’, eigentlich ‘Haus- oder Gemeindegenosse’. Alle Formen lassen sich als Bildungen mit u̯o-Suffix auf die Wurzel ie. *k̑ei- ‘liegen’, auch ‘Niederlassung, Lager, Wohnsitz’ und weiter ‘traut, lieb’ zurückführen, zu der sich auch die unter ↗Heim (s. d.) angegebenen Wörter stellen. Für die den germ. Wörtern zugrundeliegende Ausgangsform germ. *hīw- ist eine Bedeutung ‘zum Haushalt gehörig’ anzusetzen. Zum Grundwort s. ↗Rat in seiner alten Verwendung ‘Für-. Vorsorge, Vorrat, Nahrungsmittel’, so da für Heirat von ‘Hausbesorgung’ auszugehen ist. Vom Substantiv abgeleitet heiraten Vb. ‘die Ehe schließen, eingehen, sich vermählen’, mhd. hīrāten; ahd. hīwen ‘heiraten’ (s. oben) ablösend. verheiraten Vb. ‘zur Ehe geben’, (reflexiv) ‘eine Ehe eingehen, heiraten’, mhd. verhīrāten.

Thesaurus

Synonymgruppe
trauen · verheiraten · ↗vermählen  ●  unter die Haube bringen  ugs.
Assoziationen
  • (den) Bund der Ehe eingehen · (den) Bund fürs Leben schließen · (die) Ehe mit jemandem eingehen · (eine) Familie gründen · (jemandem) die Hand fürs Leben reichen · (sich) trauen lassen · ↗(sich) vermählen · Hochzeit feiern · Hochzeit halten · Mann und Frau werden · in den (heiligen) Stand der Ehe (ein)treten · kirchlich heiraten · standesamtlich heiraten · zum Altar führen · zum Mann nehmen · zur Frau nehmen  ●  ↗(jemanden) ehelichen  Amtsdeutsch · heiraten  Hauptform · in den Hafen der Ehe einlaufen  fig. · (den) Bund der Ehe schließen  geh. · (jemandem) das Ja-Wort geben  ugs. · (jemandem) das Jawort geben  ugs. · ↗(jemanden) freien  geh., veraltet · ↗(sich) (mit jemandem) verehelichen  geh. · (sich) das Ja-Wort geben  ugs. · (sich) das Jawort geben  ugs. · Hochzeit machen  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Amerikanerin Cousin Cousine Deutsche Deutschen Ehe Ehefrau Enkelin Französin Italienerin Japanerin Journalistin Jugendliebe Jüdin Model Nichte Paar Prinzessin Schauspielerin Schwester Sängerin Tochter Türkin glücklich scheiden verlieben verloben wiederverheiraten zusammenleben Ärztin

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verheiraten‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dabei bin ich verheiratet, und mein Mann liebt unseren neun Monate alten Sohn über alles.
Die Zeit, 06.03.2006, Nr. 10
Aber Du warst auch verheiratet, deshalb sind wir leider nie ein Paar geworden.
Bild, 04.02.2004
Andererseits ist es ein harter Job, mit jemandem wie mir verheiratet zu sein.
Der Spiegel, 23.04.2001
Und als du damals geheiratet hast, war dein Mann da nicht schon vorher verheiratet gewesen?
Rinser, Luise: Mitte des Lebens, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1952 [1950], S. 26
Als sie es mir erzählte, war auch ich bereits verheiratet.
Lehmann, Lilli: Mein Weg. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 23054
Zitationshilfe
„verheiraten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verheiraten>, abgerufen am 18.04.2019.

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