verheiraten

Grammatik Verb · verheiratet, verheiratete, hat verheiratet
Aussprache  [fɛɐ̯ˈhaɪ̯ʀaːtn̩]
Worttrennung ver-hei-ra-ten
Wortzerlegung ver-heiraten
Wortbildung  mit ›verheiraten‹ als Erstglied: ↗Verheiratung  ·  mit ›verheiraten‹ als Letztglied: ↗Wiederverheiratung · ↗wieder verheiraten · ↗wiederverheiraten

Bedeutungsübersicht+

  1. ⟨sich verheiraten⟩ mit jmdm. eine Ehe eingehen, jmdn. heiraten
    1. ⟨verheiratet⟩
    2. [umgangssprachlich, scherzhaft, bildlich] ...
    3. [veraltet] ⟨jmdn. verheiraten⟩ jmdn. jmdm. zur Ehe geben
eWDG

Bedeutung

sich verheiratenmit jmdm. eine Ehe eingehen, jmdn. heiraten
Beispiele:
er hat sich mit einer jungen Agronomin verheiratet
sie hat sich gut, wieder, schon zum dritten Male verheiratet
verheiratet (= ehelich gebunden)
Grammatik: häufig im Partizip II
Beispiele:
ich bin, wir sind verheiratet
sie ist (un)glücklich, noch nicht lange, schon viele Jahre verheiratet
sie ist eine verheiratete Frau
umgangssprachlich, scherzhaft, bildlich
Beispiel:
ich bin doch mit dir, mit diesem Verein nicht verheiratet (= habe dir, diesem Verein gegenüber keine Verpflichtungen)
veraltet jmdn. verheiratenjmdn. jmdm. zur Ehe geben
Beispiel:
er hatte seine Tochter an einen Fabrikanten, mit einem Ingenieur verheiratet
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Heirat · heiraten · verheiraten
Heirat f. ‘Eheschließung, Vermählung’, ahd. m. (11. Jh.), mhd. hīrāt m. f. ‘Vermählung’, aengl. hīwrǣden, hīred ‘Haushalt, Familie’ sind Komposita, deren Bestimmungswörter verwandt sind mit ahd. hīwo, hīo m. ‘Hausgenosse, Familienangehöriger, Gatte’ (um 800), hīwa, hīa f. ‘Gattin, Frau’ (9. Jh.), hīwun, hīun n. (Plur.) ‘Gesinde, Ehegatten, Familienangehörige’ (um 800), mhd. hīwe, hīge, hīe m. f. ‘Gatte, Gattin, Hausgenosse, Dienstbote’, asächs. hīwa ‘Gattin’, mnl. hīe ‘Hausgenosse, Gatte’, aengl. hīwan ‘Familienangehöriger’, anord. hjōn, hjūn, hjū n. (Plur.) ‘Eheleute, Hausgenossen’, got. heiwafrauja ‘Hausherr’, ahd. hīwiski ‘Familie, Geschlecht, Haushalt’ (8. Jh.), mhd. hīwisch(e), auch ‘Haushaltung’, asächs. hīwiski ‘Familie’, aengl. hīwisc ‘Haushalt’, anord. hȳski ‘Hausgesinde’, ahd. hīwen ‘heiraten’ (8. Jh.), asächs. gihīwian, mnl. hūwen, houwen, nl. huwen, aengl. hīwian. Außergerm. vergleichen sich aind. śḗvaḥ ‘lieb, wert, vertraut’, (ablautend) śiváḥ ‘gütig, freundlich, günstig, vertraut, lieb’, lat. cīvis ‘Bürger’, eigentlich ‘Haus- oder Gemeindegenosse’. Alle Formen lassen sich als Bildungen mit u̯o-Suffix auf die Wurzel ie. *k̑ei- ‘liegen’, auch ‘Niederlassung, Lager, Wohnsitz’ und weiter ‘traut, lieb’ zurückführen, zu der sich auch die unter ↗Heim (s. d.) angegebenen Wörter stellen. Für die den germ. Wörtern zugrundeliegende Ausgangsform germ. *hīw- ist eine Bedeutung ‘zum Haushalt gehörig’ anzusetzen. Zum Grundwort s. ↗Rat in seiner alten Verwendung ‘Für-. Vorsorge, Vorrat, Nahrungsmittel’, so da für Heirat von ‘Hausbesorgung’ auszugehen ist. Vom Substantiv abgeleitet heiraten Vb. ‘die Ehe schließen, eingehen, sich vermählen’, mhd. hīrāten; ahd. hīwen ‘heiraten’ (s. oben) ablösend. verheiraten Vb. ‘zur Ehe geben’, (reflexiv) ‘eine Ehe eingehen, heiraten’, mhd. verhīrāten.

Thesaurus

Synonymgruppe
trauen · verheiraten · ↗vermählen  ●  ↗unter die Haube bringen  ugs.
Assoziationen
  • (den) Bund der Ehe eingehen · (den) Bund fürs Leben schließen · (die) Ehe mit jemandem eingehen · (eine) Familie gründen · (jemandem) die Hand fürs Leben reichen · (sich) trauen lassen · ↗(sich) vermählen · Hochzeit feiern · Hochzeit halten · Mann und Frau werden · in den (heiligen) Stand der Ehe (ein)treten · kirchlich heiraten · standesamtlich heiraten · zum Altar führen · zum Mann nehmen · zur Frau nehmen  ●  ↗(jemanden) ehelichen  Amtsdeutsch · heiraten  Hauptform · in den Hafen der Ehe einlaufen  fig. · (den) Bund der Ehe schließen  geh. · (jemandem) das Ja-Wort geben  ugs. · (jemandem) das Jawort geben  ugs. · ↗(jemanden) freien  geh., veraltet · ↗(sich) (mit jemandem) verehelichen  geh. · (sich) das Ja-Wort geben  ugs. · (sich) das Jawort geben  ugs. · Hochzeit machen  ugs.

Typische Verbindungen zu ›verheiraten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verheiraten‹.

Verwendungsbeispiele für ›verheiraten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dabei bin ich verheiratet, und mein Mann liebt unseren neun Monate alten Sohn über alles.
Die Zeit, 06.03.2006, Nr. 10
Aber Du warst auch verheiratet, deshalb sind wir leider nie ein Paar geworden.
Bild, 04.02.2004
Und als du damals geheiratet hast, war dein Mann da nicht schon vorher verheiratet gewesen?
Rinser, Luise: Mitte des Lebens, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1952 [1950], S. 26
Das Mädchen müsse man so schnell wie möglich verheiraten, damit es versorgt sei.
Huch, Ricarda: Der Dreißigjährige Krieg, Wiesbaden: Insel-Verl. 1958 [1914], S. 815
Er war seit 1898 verheiratet; von seinen Söhnen ist einer Arzt und einer Schauspieler.
Jancik, Hans: Löwe. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1960], S. 33269
Zitationshilfe
„verheiraten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verheiraten>, abgerufen am 25.02.2021.

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