verhohnepipeln

GrammatikVerb · verhohnepipelt, verhohnepipelte, hat verhohnepipelt
Nebenform verhohnepiepeln · Verb · verhohnepiepelt, verhohnepiepelte, hat verhohnepiepelt
Worttrennungver-hoh-ne-pi-peln ● ver-hoh-ne-pie-peln
Wortbildung mit ›verhohnepipeln‹ als Erstglied: ↗Verhohnepiepelung · ↗Verhohnepipelung
Wahrig und DWDS, 2018

Bedeutung

umgangssprachlich jmd. verhohnepipelt jmdn.jmdn. oder etw. durch höhnische, provozierende Übertreibung verspotten, ins Lächerliche ziehen; jmdn. auf den Arm nehmen, veralbern
Beispiele:
2014 stotterte er sich auf einer Konferenz in Venedig durch das englische Lautdickicht und wurde dafür auf YouTube mit dem Lied »Shish is the word« verhohnepipelt. [Welt am Sonntag, 17.01.2016, Nr. 3 2014]
»Wegen seines [pfälzischen] Dialekts ist er [der ehemalige Bundeskanzler Helmut Kohl] zuletzt nur verhohnepiepelt worden«[…]. [Welt am Sonntag, 02.11.2008, Nr. 44]
Wenn man im Fernsehen oder in der Zeitung die christliche Religion derart verhohnepipelt, schockiert mich das […] zutiefst. [Bild, 02.02.2006]
Um Polizei und Justiz zu verhohnepipeln, setzt er sich im Gerichtssaal […] einen Adventskranz auf den Kopf oder posiert mit Barrett und Robe als vermeintlicher Bundesanwalt. [Spiegel, 15.01.2004 (online)]
Anders […] als die omnipotenten Helden der schwedischen Autorin [Astrid Lindgren] war der […] wegen seines ungewöhnlichen Namens verhohnepipelte Protagonist Alfons – »Zitterbacke, Hühnerkacke« – ein eher schwächliches Bürschchen[…]. [Die Zeit, 25.10.1996, Nr. 44]
Mit ihrem neu erwachten Instinkt für leere Symbole hatten Studenten die Professorentracht in dem wohl zündendsten aller Werbesprüche für die 68er Revolte verhohnepipelt: »Unter den Talaren Muff von 1000 Jahren« […]. [Der Spiegel, 25.04.1988]
Itzig und ich […] wurden von den Gesellen gefoppt, verhöhnt, verspottet, verhohnepiepelt, in den Arsch getreten, ausgelacht – aber das störte uns nicht. [Hilsenrath, Edgar: Der Nazi & der Friseur, Köln: Literar. Verl. Braun 1977, S. 35]
»Verhohnipeln« oder »verhohnepipeln« soll eine Entstellung der von Luther, Fischart und Hans Sachs verwendeten »Hohlhippen« sein, jener hohlen Hippen (im Thüringischen: Kinderpfeifen aus Holunder, einstmals: dünne, gerollte Oblatenkuchen), die von Lausbuben feilgeboten wurden. [Reimann, Hans: Vergnügliches Handbuch der Deutschen Sprache, Düsseldorf: Econ-Verl. 1964 [1931], S. 57]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

verhohnepiepeln · verhohnepipeln · Verhohnepi(e)pelung
verhohnepiepeln verhohnepipeln Vb. (umgangssprachlich) ‘verhöhnen, necken’ (im 19. Jh. verbreitet), aus thür.-obsächs. hohniepeln, (ver)hohnepi(e)peln ‘foppen, hänseln, verspotten’, das unter volksetymologischer Anlehnung an Hohn aus nicht mehr verstandenem frühnhd. hohlhippeln, hohlhippen ‘schmähen, lästern, spotten’ (16. Jh.) hervorgegangen ist. Grundlage ist frühnhd. hole (‘hohle’) Hip, hole Hipplein ‘Hohlwaffel, dünnes Waffelgebäck’ (2. Hälfte 15. Jh.); vgl. frühnhd. Hip ‘Waffel, zusammengerollter Kuchen’ (1. Hälfte 15. Jh.), etymologisch zu ↗Happen (s. d.) gehörig(?). Dazu gebildetes Hohlhipper ‘Hippenjunge, hausierender Verkäufer von Hohlwaffeln’ nimmt (auf Grund wechselseitiger Verspottung von Kunde und Verkäufer?) die Bedeutung ‘Schmäher, Lästerer’ (16. Jh.) an, an die sich oben genannte Verben anschließen. Verhohnepi(e)pelung f. (20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(einen) Scherz machen (über) · (jemandem) ins Gesicht lachen · (sich) auf jemandes Kosten amüsieren · (sich) ein Lachen kaum verkneifen können (angesichts) · (sich) lustig machen (über) · (sich) mokieren (über) · Scherze treiben mit · Witze machen (über) · ↗auslachen · ins Lächerliche ziehen · lächerlich machen · seinen Spaß haben (mit/bei) · ↗spotten (über) · ↗verlachen · ↗witzeln · zum Gespött machen  ●  Späße treiben (mit)  veraltend · ↗verspotten  Hauptform · (jemandem) eine lange Nase drehen  ugs., fig. · (jemandem) eine lange Nase machen  ugs., fig. · (sich) belustigen (über)  geh. · Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.  geh., Sprichwort · durch den Kakao ziehen  ugs., fig. · ↗frotzeln (über)  ugs. · verhohnepiepeln  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Zitationshilfe
„verhohnepipeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verhohnepipeln>, abgerufen am 22.11.2019.

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