verhunzen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungver-hun-zen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›verhunzen‹ als Erstglied: ↗Verhunzung
eWDG, 1977

Bedeutung

umgangssprachlich, abwertend etw. (durch Nachlässigkeit, Unfähigkeit, Geschmacklosigkeit) verderben
Beispiele:
eine Arbeit verhunzen
mit deiner dummen Angeberei verhunzt du dir noch dein Ansehen
das Wetter hat uns den Urlaub verhunzt
dieser angeblich moderne Bau verhunzt (= verunstaltet) die ganze Landschaft
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

hunzen · verhunzen
hunzen Vb. (heute ungeläufig, doch noch mundartlich) ‘jmdn. einen Hund nennen, wie einen Hund behandeln, wie einen Hund beschimpfen’; danach ‘schinden, plagen’ und ‘verderben’ (vgl. zurschnittene, zuhuntzte … kleidung Mathesius 1562), wofür heute allgemein verhunzen Vb. (um 1700; literatursprachlich durch Lessing). Das Verb ist eine nhd. Bildung zu Hund wie duzen zu du, siezen zu Sie.

Thesaurus

Synonymgruppe
verbocken · ↗verderben · ↗verpfuschen  ●  ↗(etwas) verkacken  derb · ↗depravieren  geh. · verhunzen  ugs. · ↗verkorksen  ugs. · ↗vermasseln  ugs. · ↗vermurksen  ugs. · ↗verpatzen  ugs. · ↗versaubeuteln  ugs. · ↗versauen  derb · ↗versieben  ugs. · ↗verzapfen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
deformieren · ↗entstellen · ↗verschandeln · ↗verunstalten  ●  verhunzen  ugs. · ↗verunzieren  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
(sich etwas) ruinieren (Kleidung, Frisur) · ↗(sich) verderben · verhunzen · ↗verunstalten

Typische Verbindungen
computergeneriert

Regisseur Sprache

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verhunzen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich kann gut leben, ich habe mein Geld nicht verhunzt in den vergangenen Jahren.
Die Zeit, 22.06.2009, Nr. 25
Das eigene Werk bräuchte er dann wahrscheinlich nicht mal zu verhunzen.
Süddeutsche Zeitung, 19.10.2002
Das fand ich sehr schön, weil das auch klar macht, daß hier tatsächlich eine soziale Frage national verhunzt worden ist.
konkret, 1990
Kniefällig bat er den Flaucher, ihm seine Fahnenweihe nicht zu verhunzen.
Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 877
Doch seine Triebe kennen keine Grenze - dies Uhrwerk hat der liebe Gott verhunzt.
Tucholsky, Kurt: Der Lenz ist da! In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1914], S. 668
Zitationshilfe
„verhunzen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verhunzen>, abgerufen am 22.03.2019.

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