verkeilen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungver-kei-len
Grundformkeilen1
Wortbildung mit ›verkeilen‹ als Erstglied: ↗Verkeilung
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
etw. mit einem Keil, mit Keilen verschließen, festhalten
Beispiele:
ein (Wasser)rohr mit einem Holzpfropfen verkeilen
das acht Meter hohe Götterstandbild stak zwei Meter tief im Boden und war durch Findlinge fest verkeilt
ein Fahrzeug verkeilen (= Keile vor die Räder eines Fahrzeugs legen, sodass es nicht wegrollen kann)
übertragen
Beispiele:
umgangssprachlichder ganze Bahnsteig war verkeilt (= mit Menschen verstopft, überfüllt)
saloppjmdm. den Kopf verkeilen (= jmdn. dahin bringen, dass er nicht mehr klar denken, urteilen kann)
2.
sich fest ineinander, in etw. anderes schieben, sodass die einzelnen Teile nicht bewegt, nicht auseinandergebracht werden können
Beispiele:
mitunter verklemmen und verkeilen sich die Geweihe kämpfender Hirsche
die Eisschollen hatten sich verkeilt
bei dem heftigen Zusammenstoß hatten sich mehrere Eisenbahnwagen ineinander verkeilt
3.
salopp jmdn. verprügeln
Beispiel:
sie wollten ihn verkeilen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Keil · Keilschrift · keilen · Keile · Keilerei · verkeilen · Keiler
Keil m. ‘Werkzeug mit spitzwinkliger, scharfer Kante’, ahd. (9. Jh.), mhd. mnd. kīl, wohl verwandt mit anord. kīll, isl. kíll ‘enge Meeresbucht’ (eigentlich ‘schmaler Spalt’), ablautend mnl. kille, nl. kil ‘Rinne zwischen Sandbänken’ gehören zur Wurzel ie. *g̑ēi-, *g̑ī- ‘keimen, sich spalten, aufblühen’ (s. ↗Keim). Es handelt sich wie bei der Variante mhd. kīdel ‘Keil’ um Bildungen mit dem Suffix für Gerätebezeichnungen ie. -tlo- (germ. *kiðla- bzw. *kiþla-), wobei sich die Bedeutung ‘spitz zulaufendes Spaltwerkzeug’ entweder aus der Vorstellung eines spitzen Pflanzenkeimes oder der aufbrechenden Knospe entwickelt. Keilschrift f. Bezeichnung für die aus einer Bilderschrift entstandene, mit keilförmigen Schriftzeichen geschriebene Schrift der Sumerer, Babylonier und Assyrer (19. Jh.). keilen Vb. ‘Keile eintreiben, mit Keilen spalten, festmachen, (ein)schlagen’, mhd. kīlen, auch ‘in die Klemme bringen’, nhd. ‘schlagen’ (um 1600); (sich) keilen ‘(sich) prügeln’ (17. Jh.), verbreitet in der Gauner- und Studentensprache. Keile Plur. heute auch Sing. f., ‘Schläge, Prügel’ (18. Jh.). Keilerei f. ‘Prügelei’ (19. Jh.). verkeilen Vb. ‘mit Keilen festmachen’ (15. Jh.), ‘verprügeln’ (19. Jh.). Keiler m. ‘Wildeber’ (17. Jh.), zu keilen ‘hauen, schlagen’, nach der mit den Hauzähnen ausgeübten Tätigkeit.

Thesaurus

Synonymgruppe
festklemmen · verkeilen  ●  ↗spießen  österr., bair.

Typische Verbindungen zu ›verkeilen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Anhänger Auto Baum Baumstamm Besenstiel Boot Brücke Drehgestell Fahrzeug Körper Lastwagen Lkw Lok Lokomotive Platte Radreifen Tür Wagen Waggon Zug aufbiegen blockieren ineinander prallen schieben springen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verkeilen‹.

Verwendungsbeispiele für ›verkeilen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es verkeilt sich dann alles in mir, und ich kriege es nicht mehr heraus.
Die Zeit, 22.03.2010, Nr. 12
In einem anderen Fall verkeilten sich vier Lkw, von denen einer mit Reifen beladen war.
Süddeutsche Zeitung, 24.02.2001
Fluchend und ineinander verkeilt lagen die Landstreicher auf der Erde.
Aichinger, Ilse: Die größere Hoffnung, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1966 [1948], S. 104
Er riß das Wasserrohr im Bad neben seinem Zimmer ab und verkeilte den Zufluß mit einem Holzpfropfen.
Noll, Dieter: Die Abenteuer des Werner Holt, Berlin: Aufbau-Verl. 1984 [1960], S. 57
Die Leiber der Schreienden preßten und verkeilten sich ineinander, drückten mit roher Gewalt gegen die Pforten.
Schneider, Robert: Schlafes Bruder, Leipzig: Reclam 1992, S. 67
Zitationshilfe
„verkeilen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verkeilen>, abgerufen am 17.02.2020.

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