Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

verkeilen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung ver-kei-len
Grundformkeilen1
Wortbildung  mit ›verkeilen‹ als Erstglied: Verkeilung
eWDG

Bedeutungen

1.
etw. mit einem Keil, mit Keilen verschließen, festhalten
Beispiele:
ein (Wasser)rohr mit einem Holzpfropfen verkeilen
das acht Meter hohe Götterstandbild stak zwei Meter tief im Boden und war durch Findlinge fest verkeilt
ein Fahrzeug verkeilen (= Keile vor die Räder eines Fahrzeugs legen, sodass es nicht wegrollen kann)
übertragen
Beispiele:
umgangssprachlichder ganze Bahnsteig war verkeilt (= mit Menschen verstopft, überfüllt)
saloppjmdm. den Kopf verkeilen (= jmdn. dahin bringen, dass er nicht mehr klar denken, urteilen kann)
2.
sich fest ineinander, in etw. anderes schieben, sodass die einzelnen Teile nicht bewegt, nicht auseinandergebracht werden können
Beispiele:
mitunter verklemmen und verkeilen sich die Geweihe kämpfender Hirsche
die Eisschollen hatten sich verkeilt
bei dem heftigen Zusammenstoß hatten sich mehrere Eisenbahnwagen ineinander verkeilt
3.
salopp jmdn. verprügeln
Beispiel:
sie wollten ihn verkeilen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Keil · Keilschrift · keilen · Keile · Keilerei · verkeilen · Keiler
Keil m. ‘Werkzeug mit spitzwinkliger, scharfer Kante’, ahd. (9. Jh.), mhd. mnd. kīl, wohl verwandt mit anord. kīll, isl. kíll ‘enge Meeresbucht’ (eigentlich ‘schmaler Spalt’), ablautend mnl. kille, nl. kil ‘Rinne zwischen Sandbänken’ gehören zur Wurzel ie. *g̑ēi-, *g̑ī- ‘keimen, sich spalten, aufblühen’ (s. Keim). Es handelt sich wie bei der Variante mhd. kīdel ‘Keil’ um Bildungen mit dem Suffix für Gerätebezeichnungen ie. -tlo- (germ. *kiðla- bzw. *kiþla-), wobei sich die Bedeutung ‘spitz zulaufendes Spaltwerkzeug’ entweder aus der Vorstellung eines spitzen Pflanzenkeimes oder der aufbrechenden Knospe entwickelt. – Keilschrift f. Bezeichnung für die aus einer Bilderschrift entstandene, mit keilförmigen Schriftzeichen geschriebene Schrift der Sumerer, Babylonier und Assyrer (19. Jh.). keilen Vb. ‘Keile eintreiben, mit Keilen spalten, festmachen, (ein)schlagen’, mhd. kīlen, auch ‘in die Klemme bringen’, nhd. ‘schlagen’ (um 1600); (sich) keilen ‘(sich) prügeln’ (17. Jh.), verbreitet in der Gauner- und Studentensprache. Keile Plur. heute auch Sing. f., ‘Schläge, Prügel’ (18. Jh.). Keilerei f. ‘Prügelei’ (19. Jh.). verkeilen Vb. ‘mit Keilen festmachen’ (15. Jh.), ‘verprügeln’ (19. Jh.). Keiler m. ‘Wildeber’ (17. Jh.), zu keilen ‘hauen, schlagen’, nach der mit den Hauzähnen ausgeübten Tätigkeit.

Thesaurus

Synonymgruppe
festklemmen · verkeilen  ●  spießen  österr., bayr.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›verkeilen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verkeilen‹.

Verwendungsbeispiele für ›verkeilen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es verkeilt sich dann alles in mir, und ich kriege es nicht mehr heraus. [Die Zeit, 22.03.2010, Nr. 12]
So droht sich die Diskussion, wo sie denn geführt wird, zu verkeilen. [Die Zeit, 28.02.1992, Nr. 10]
In einem anderen Fall verkeilten sich vier Lkw, von denen einer mit Reifen beladen war. [Süddeutsche Zeitung, 24.02.2001]
Auf zwei Metern Länge waren beide Bahnen völlig ineinander verkeilt. [Süddeutsche Zeitung, 24.08.1999]
Im engen Tunnel hatten sich die beiden Wagen stark ineinander verkeilt. [Die Welt, 13.06.2000]
Zitationshilfe
„verkeilen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verkeilen>.

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