verkennen

GrammatikVerb · verkannte, hat verkannt
Aussprache
Worttrennungver-ken-nen
Grundformkennen
Wortbildung mit ›verkennen‹ als Erstglied: ↗Verkennung · ↗verkennbar
eWDG, 1977

Bedeutung

etw., jmdn. falsch beurteilen, nicht richtig einschätzen
Beispiele:
eine Situation, Chance, den Ernst der Lage verkennen
das Kreisgericht hatte offensichtlich den Charakter und die Bedeutung dieser Maßnahme verkannt
man darf die Wirklichkeit, Gefahr, Schwierigkeiten nicht verkennen
sein Ziel, ihre Absicht war nicht zu verkennen
er wurde von allen völlig verkannt
er fühlte sich verkannt
scherzhaft er hielt sich für ein verkanntes Genie
ich will nicht verkennen (= muss feststellen, zugeben, eingestehen), dass ...
es ist nicht zu verkennen (= ist nicht zu übersehen, man muss feststellen, zugeben), dass ...
jmdn., etw. mit einem anderen verwechseln, jmdn. für einen anderen halten
Beispiel:
ihre Handschrift, das Haus ist nicht zu verkennen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

kennen · verkennen · Kenner · kennerisch · Kennerblick · Kennermiene · kenntlich · Kenntnis · Kennwort · Kennzeichen · kennzeichnen
kennen Vb. ‘wissen, gehört oder gesehen haben’, ahd. kennen (9. Jh.; bi-, irkennen, 8. Jh., s. ↗bekennen, ↗erkennen), mhd. mnd. kennen asächs. -kennian (in antkennian ‘erkennen’), aengl. cennan ‘unterrichten, kundtun’, anord. kenna ‘bekanntmachen, wahrnehmen, genießen’, schwed. känna ‘kundtun, erkennen, kennen’, got. kannjan ‘bekanntmachen’ stellen sich als kausative jan-Verben zum Präs. Sing. (germ. *kann-) des unter ↗können (s. d.) behandelten präteritopräsentischen Verbs. verkennen Vb. ‘nicht richtig erkennen, falsch beurteilen’ (17. Jh.). Kenner m. ‘wer Bescheid weiß, zuständig ist’ (16. Jh.). kennerisch Adj. ‘wissend’ (18. Jh.). Kennerblick m. (18. Jh.), Kennermiene f. (19. Jh.). kenntlich Adj. ‘erkennbar, deutlich’, mhd. kentlich, kantlich ‘erkennbar, bekennend, geständig’; vgl. auch mhd. kennelich ‘kennbar, offenkundig, bekannt’. Kenntnis f. ‘Wissen, Erfahrung’, mhd. kantnisse, kentnisse ‘Kenntnis, Erkenntnis’. Kennwort n. ‘für ausführliche Angaben stehendes vereinbartes Wort, Losung, Parole’ (20. Jh.). Kennzeichen n. ‘charakterisierendes, heraushebendes Merkmal’ (16. Jh.), dazu kennzeichnen Vb. ‘charakterisieren, markieren’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
unterbewerten · ↗unterschätzen · verkennen  ●  ↗depretiieren  geh., veraltet
Oberbegriffe
Assoziationen
Antonyme
  • verkennen
Synonymgruppe
missverstehen · nicht erkennen · verkennen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Argumentation Bedeutung Brisanz Charakter Dimension Eigengesetzlichkeit Einwand Ernst Gefährlichkeit Genie Intention Lebzeiten Notwendigkeit Potential Problematik Realität Rechtslage Sachlage Sachverhalt Tatsache Tragweite Wesen andererseits freilich gründlich keineswegs mißverstehen unterschätzen vollkommen völlig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verkennen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er fühlte sich durch die politische Kritik der Intellektuellen verkannt und verletzt.
Weizsäcker, Richard von: Dreimal Stunde Null? 1949 1969 1989, Berlin: Siedler Verlag 2001, S. 62
Auch sei nicht zu verkennen, daß andere Länder betroffen seien.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1990]
Darüber verkennen sie aber zumeist die hohe Intensität der kapitalistischen Produktion.
Ketman, Per u. Wissmach, Andreas: DDR - ein Reisebuch in den Alltag, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1986, S. 34
Sie verkennt die veränderte gesellschaftliche Situation in unserer heutigen Zeit.
Die Zeit, 02.03.1964, Nr. 09
Er wollte die Wirklichkeit nicht verkennen, wollte sie trotzig verneinen.
Stucken, Eduard: Die weißen Götter, Stuttgart: Stuttgarter Hausbücherei [1960] [1919], S. 211
Zitationshilfe
„verkennen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verkennen>, abgerufen am 26.04.2019.

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