verklausulieren

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungver-klau-su-lie-ren
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›verklausulieren‹ als Erstglied: ↗Verklausulierung
eWDG, 1977

Bedeutung

eine Festlegung, besonders einen Vertrag, durch Bestimmungen, Vorbehalte, Klauseln einschränken oder erweitern
Beispiele:
einen Vertrag verklausulieren
eine verklausulierte Gesetzgebung
er konnte nur ihr geschickt verklausuliertes Versprechen erhalten
wo ein Staatsrecht, mehr oder minder verklausuliert, nur die Standesinteressen und Privilegien einer Minderheit schützt [Becher5,45]
übertragen etw. kompliziert, schwerverständlich formulieren
Grammatik: meist im Part. Prät.
Beispiele:
sich, etw. verklausuliert ausdrücken
ihre Antwort war dunkel und wortreich verklausuliert
eine verklausulierte Frage, Sprache
er hat, wenn auch in verklausulierter Form, das Angebot abgelehnt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Klausel · klausulieren · verklausulieren
Klausel f. ‘abschließender Zusatz in Verträgen, Zusatzbestimmung, Vorbehalt’. In der Kanzleisprache des 14. Jhs. erscheint clausel ‘Schlußformel, zusätzliche Bestimmung’ als Eindeutschung von lat. clausula ‘Schluß(satz), Schluß-, Gesetzesformel’, zu lat. claudere (clausum) ‘(ab-, ver)schließen’ (s. ↗Klause). Daneben bleibt die dem lat. Vorbild lautlich näherstehende Form Klausul bis ins 18. Jh. erhalten. klausulieren Vb. ‘in Klauseln fassen, durch Klauseln einschränken, sichern’ (Anfang 17. Jh.), heute meist durch gleichbed. verklausulieren Vb. (Ende 18. Jh.) ersetzt.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch Medien der drei Länder reagierten auf das Referendum weniger verklausuliert.
Die Welt, 31.05.2005
Und das ist ja eigentlich ganz unanstößig und brauchte gar nicht verklausuliert zu werden.
Süddeutsche Zeitung, 03.05.2002
Drücken Sie Kritik unmißverständlich aus oder verklausulieren Sie die negative Botschaft?
Kellner, Hedwig: Das geheime Wissen der Personalchefs, Frankfurt a. M.: Eichborn 1998, S. 224
Die Ereignisse geben auf diese Frage keine eindeutige Antwort und verklausulieren damit eher einen negativen als einen positiven Bescheid.
Heuß, Alfred: Hellas. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 3730
Im Gegensatz zu Königsberg, Göttingen, Bonn mit ihren weltweiten Geistern verklausulierte sich Münster in dogmatische Schwerfälligkeit steifen Selbstgenügens.
Winckler, Josef: Der tolle Bomberg, Rudolstadt: Greifenverl. [1956] [1922], S. 7
Zitationshilfe
„verklausulieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verklausulieren>, abgerufen am 19.11.2019.

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