verklingen

GrammatikVerb · verklingt, verklang, ist verklungen
Aussprache
Worttrennungver-klin-gen
Wortzerlegungver-klingen
eWDG, 1977

Bedeutung

immer leiser werden und allmählich aufhören zu klingen
Beispiele:
ein Lied, Ton, jmds. Stimme, Lachen, der Beifall verklingt
ihre Schritte entfernten sich und verklangen
als der letzte Takt verklungen war, herrschte tiefes Schweigen im Saal
bildlich
Beispiel:
gehoben verklungene (= vor langer Zeit gesprochene und längst vergessene) Worte
übertragen
Beispiele:
das Fest war verklungen, und der Alltag verlangte wieder sein Recht
verklungene (= vergessene) Erinnerungen
verklungene (= vergangene) Tage, Zeiten
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

klingen · abklingen · anklingen · Anklang · erklingen · verklingen · kling · Kling
klingen Vb. ‘einen (hellen) Klang von sich geben, (er)tönen’, übertragen ‘sich gut anhören, gut wirken’, ahd. klingan (8. Jh.), mhd. mnd. klingen, mnl. clinghen ‘hell tönen, erschallen, rauschen, plätschern’, daneben (mit abweichender, wohl expressiver Konsonanz im Inlaut) mnl. clinken, nl. klinken, engl. (aus dem Nl.?) to clink ‘klinken’ (s. ↗Klinke, ↗Klinker). Die Formen führen auf ie. *glengh-, eine nasalierte Erweiterung der unter ↗Klage (s. d.) angegebenen Schallwurzel ie. *gal- ‘rufen, schreien’. Zum Verb sind gebildet ↗Klinge, ↗klingeln, ↗Klang (s. d.). abklingen Vb. ‘leiser werden, verklingen, schwächer werden, nachlassen’ (2. Hälfte 18. Jh.). anklingen Vb. ‘anfangen zu klingen, an etw. erinnern, mit etw. übereinstimmen’ (2. Hälfte 17. Jh.); Anklang m. ‘durch Anschlag hervorgerufener Klang, leichte Ähnlichkeit, Zustimmung, Anerkennung’ (2. Hälfte 18. Jh.). erklingen Vb. ‘hell ertönen, zu klingen beginnen’, mhd. erklingen ‘erklingen (lassen, machen)’. verklingen Vb. ‘immer leiser werden und allmählich aufhören zu klingen’ (2. Hälfte 18. Jh.). kling Interjektion für einen hellen Ton (besonders beim Gläserklang), Schallwort zum Verb, mhd. klingā klinc!, auch in der Doppelung kling kling (17. Jh.), kling ling ling (18. Jh.); mit Sekundärablaut kling klang (Goethe). Substantivisch Kling m. ‘heller Klang’, mhd. klinc. Entsprechend Klingklang m.

Thesaurus

Synonymgruppe
verblassen · verklingen · ↗verwelken
Synonymgruppe
abklingen · ↗ausklingen · ↗verhallen · verklingen · ↗verstummen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Akkord Applaus Aufregung Beifall Choral Echo Euphorie Ferne Festrede Gelächter Gesang Glockenschlag Hymne Jubel Lachen Lautsprecher Lied Lärm Melodie Mitternacht Nachhall Nationalhymne Schlußakkord Schlußpfiff Schrei Takt Ton Widerhall anschwellen ungehört

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verklingen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie flüstert immer leiser das Wort "one", lässt das Stück verklingen.
Süddeutsche Zeitung, 17.10.2003
Fern und hoch verklang jenes fremde Lachen in unbekannten Räumen.
Hesse, Hermann: Der Steppenwolf, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1955 [1927], S. 169
Das alles ist kaum verklungen und scheint doch lange zurückzuliegen.
Die Welt, 21.10.2000
Was längst schon vergessen und verklungen schien, das zaubert er wieder hervor.
Benz, Carl Friedrich: Lebensfahrt eines deutschen Erfinders, Die Erfindung des Automobils, Erinnerungen eines Achtzigjährigen. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1925], S. 8316
Aber die schönen Tage sind nicht einfach verklungen und verweht.
Bauer, Hans: Wenn einer eine Reise tat, Leipzig: Koehler & Amelang 1973, S. 29
Zitationshilfe
„verklingen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verklingen>, abgerufen am 22.11.2019.

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