Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

verkrümeln

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung ver-krü-meln
Grundformkrümeln
eWDG

Bedeutungen

1.
etw. in Krümeln verstreuen
Beispiel:
beim Essen Brot verkrümeln
übertragen etw. verkrümelt sichetw. wird nach und nach immer weniger, kleiner
Beispiel:
Dann verkrümelt die Republik zum Schluß / Sich in verschwindende Minorität [ WeinertZwischensp.202]
2.
salopp sich verkrümelnsich unauffällig, heimlich zurückziehen
Beispiele:
vielleicht können wir uns in der Konferenzpause verkrümeln
mir wird es zu brenzlig, ich verkrümle mich lieber
als ihr Name aufgerufen wurde, merkten wir, dass sie sich verkrümelt hatte
sich nach und nach unauffällig, heimlich zurückziehen
Beispiele:
die Klasse verkrümelte sich auf den Schulhof
allmählich verkrümelten sich auch die Übrigen
ein großer Teil unserer Reisegruppe hatte sich im Wald verkrümelt
verschwinden
Beispiele:
wo hat sich bloß die Quittung verkrümelt?
der Knopf hatte sich unter dem Tisch verkrümelt
er durchsuchte alle Taschen, ob sich nicht irgendwo ein Geldstück verkrümelt hatte
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Krume · Krümel · krümeln · verkrümeln · krümelig
Krume f. ‘abgebröckeltes kleines (Brot)stückchen, weiches Inneres (von Brot), oberste lockere Schicht des Bodens’ (vgl. Ackerkrume), mhd. (md.) krume, mnd. krōme, krůme, mnl. crōme, crūme, nl. kruim, aengl. cruma, engl. crumb, schwed. (in)kråm ‘Krume, Eingeweide’ lassen sich vielleicht mit griech. grȳméa (γρυμέα) ‘(Kasten für) Gerümpel’, lat. grūmus ‘Erdhaufen, Hügel’ vergleichen und als Bildungen mit m-Suffix im Sinne von ‘Zusammengekratztes’ an ie. *greu-, *grū- (s. krauen), eine Erweiterung der Wurzel ie. *ger- ‘drehen, winden’, anschließen. Das Wort erlangt erst nach Luther (der Brosame verwendet) allgemeine Geltung. Krümel m. n. ‘kleines Teilchen’ (besonders von Backwerk) (15. Jh.). krümeln Vb. ‘in kleine Krumen zerfallen’ (15. Jh.). verkrümeln Vb. ‘sich unauffällig entfernen’, eigentlich ‘sich in Krümel auflösen’ (2. Hälfte 18. Jh.). krümelig Adj. ‘in Krümel zerfallend, aus ihnen bestehend’ (19. Jh.), älter krümelicht (17. Jh.).

Verwendungsbeispiele für ›verkrümeln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Besonders lustig war das nicht, und so haben sich die Spieler schnell verkrümelt. [Süddeutsche Zeitung, 17.06.2000]
Dann verkrümeln sich sofort alle, die sich vor Arbeit drücken wollen. [Bild, 06.05.1999]
Aber die Kids haben schnell die Köpfe eingezogen und sich verkrümelt. [Der Tagesspiegel, 05.10.2001]
Sie verkrümeln sich aber leicht, wenn sie nicht immer wieder, in der jeweiligen Zeit, neu geschärft und in Form gebracht werden. [Süddeutsche Zeitung, 14.09.2001]
Und während sich das Volk verkrümelt, bauen alle jene, die eben ihre Stände vorgestellt haben, alles wieder ab. [Die Zeit, 29.05.2003 (online)]
Zitationshilfe
„verkrümeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verkr%C3%BCmeln>.

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