verkrümeln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungver-krü-meln (computergeneriert)
Grundformkrümeln
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
etw. in Krümeln verstreuen
Beispiel:
beim Essen Brot verkrümeln
übertragen etw. verkrümelt sichetw. wird nach und nach immer weniger, kleiner
Beispiel:
Dann verkrümelt die Republik zum Schluß / Sich in verschwindende Minorität [WeinertZwischensp.202]
2.
salopp sich verkrümelnsich unauffällig, heimlich zurückziehen
Beispiele:
vielleicht können wir uns in der Konferenzpause verkrümeln
mir wird es zu brenzlig, ich verkrümle mich lieber
als ihr Name aufgerufen wurde, merkten wir, dass sie sich verkrümelt hatte
sich nach und nach unauffällig, heimlich zurückziehen
Beispiele:
die Klasse verkrümelte sich auf den Schulhof
allmählich verkrümelten sich auch die Übrigen
ein großer Teil unserer Reisegruppe hatte sich im Wald verkrümelt
verschwinden
Beispiele:
wo hat sich bloß die Quittung verkrümelt?
der Knopf hatte sich unter dem Tisch verkrümelt
er durchsuchte alle Taschen, ob sich nicht irgendwo ein Geldstück verkrümelt hatte
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Krume · Krümel · krümeln · verkrümeln · krümelig
Krume f. ‘abgebröckeltes kleines (Brot)stückchen, weiches Inneres (von Brot), oberste lockere Schicht des Bodens’ (vgl. Ackerkrume), mhd. (md.) krume, mnd. krōme, krůme, mnl. crōme, crūme, nl. kruim, aengl. cruma, engl. crumb, schwed. (in)kråm ‘Krume, Eingeweide’ lassen sich vielleicht mit griech. grȳméa (γρυμέα) ‘(Kasten für) Gerümpel’, lat. grūmus ‘Erdhaufen, Hügel’ vergleichen und als Bildungen mit m-Suffix im Sinne von ‘Zusammengekratztes’ an ie. *greu-, *grū- (s. ↗krauen), eine Erweiterung der Wurzel ie. *ger- ‘drehen, winden’, anschließen. Das Wort erlangt erst nach Luther (der Brosame verwendet) allgemeine Geltung. Krümel m. n. ‘kleines Teilchen’ (besonders von Backwerk) (15. Jh.). krümeln Vb. ‘in kleine Krumen zerfallen’ (15. Jh.). verkrümeln Vb. ‘sich unauffällig entfernen’, eigentlich ‘sich in Krümel auflösen’ (2. Hälfte 18. Jh.). krümelig Adj. ‘in Krümel zerfallend, aus ihnen bestehend’ (19. Jh.), älter krümelicht (17. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ecke lieb

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verkrümeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Besonders lustig war das nicht, und so haben sich die Spieler schnell verkrümelt.
Süddeutsche Zeitung, 17.06.2000
Dann verkrümeln sich sofort alle, die sich vor Arbeit drücken wollen.
Bild, 06.05.1999
Mein Vater verkrümelt sich bei den Gelegenheiten meistens in die Küche.
Brussig, Thomas: Wasserfarben, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1991], S. 28
Wir waren völlig niedergeschlagen und verkrümelten uns langsam in die Baracken.
Langhoff, Wolfgang: Die Moorsoldaten, Stuttgart: Verl. Neuer Weg 1978 [1935], S. 138
Er wurde auch sofort rot und verkrümelte sich hinter seinem großen Bruder.
Kästner, Erich: Emil und die Detektive, Hamburg: Dressler 1991 [1928], S. 111
Zitationshilfe
„verkrümeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verkrümeln>, abgerufen am 21.08.2019.

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