verkriechen

Grammatik Verb · reflexivverkriecht sich, verkroch sich, hat sich verkrochen
Aussprache 
Worttrennung ver-krie-chen
Wortzerlegung ver-kriechen
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
in seinen Bau, in ein Versteck kriechen
Beispiele:
ein verwundetes, krankes Tier verkriecht sich (in einer Höhle, in seinen Bau)
die Katze hat sich unter dem, unter das Bett verkrochen
bildlich
Beispiele:
die Sonne verkriecht sich (hinter den, hinter die Wolken)
wo hat sich bloß wieder mein Portemonnaie verkrochen?
die Erregung verkroch sich hinter den starren Gesichtern [ ApitzNackt8]
2.
umgangssprachlich sich verstecken, besonders aus Angst, Scham
Beispiele:
wer weiß, wo sich der Feigling verkrochen hat!
er hatte sich vor seinem Verfolger, in seiner Angst verkrochen und war nicht auffindbar
jmd. verkriecht sich hinter einem Pfeiler, unter die Steppdecke
jmd. möchte sich (aus Angst, vor Scham) in die hinterste, äußerste Ecke, in ein Mauseloch verkriechen
ich hätte mich am liebsten in das nächste, im nächsten Mauseloch verkrochen
sie wusste nicht, wohin sie sich vor Scham verkriechen sollte
bildlich
Beispiel:
jmd. verkriecht sich hinter Phrasen, Ausflüchten
übertragen sich innerlich zurückziehen, sich absondern
Beispiele:
keiner kann sich erklären, weshalb sie plötzlich niemanden sehen will und sich verkriecht
am liebsten verkriecht er sich in irgendeine, in irgendeiner Ecke und liest
sich hinter seinen Büchern, in seine Arbeit verkriechen

Thesaurus

Synonymgruppe
(die) Wohnung nicht verlassen · ↗(sich) vergraben · (sich) verkriechen · ↗abtauchen · keinen Fuß vor die Tür setzen · nicht (mehr) aus dem Haus gehen · zu Hause bleiben  ●  mit dem Arsch zu Hause bleiben  derb · schön zu Hause bleiben  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›verkriechen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verkriechen‹.

Verwendungsbeispiele für ›verkriechen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie hatte gelernt, nichts zu hören, nichts zu sehen, sich in sich selbst zu verkriechen.
Pressler, Mirjam: Malka Mai, Weinheim Basel: Beltz & Gelberg 2001, S. 276
Nach der Tat hat er sich in seinem Zimmer verkrochen.
Bild, 24.02.1999
Die Bilder des Grauens verkriechen sich am Ende in der Idylle.
Die Zeit, 31.01.1983, Nr. 05
Am liebsten möchte er sich für ein paar Minuten in eine stille Ecke verkriechen.
Horster, Hans-Ulrich [d.i. Rhein, Eduard]: Ein Herz spielt falsch, Köln: Lingen 1991 [1950], S. 144
Der Mann verkroch sich in das Bett, die Frau blieb da.
Weyrauch, Wolfgang: Die Ehe. In: Kesten, Hermann (Hg.) 24 neue deutsche Erzähler, Leipzig u. a.: Kiepenheuer 1983 [1929], S. 356
Zitationshilfe
„verkriechen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verkriechen>, abgerufen am 19.09.2020.

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