verlagern

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungver-la-gern
Grundformlagern
Wortbildung mit ›verlagern‹ als Erstglied: ↗Verlagerung
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
etw. von einer an eine andere Stelle bringen
Beispiele:
eine Last von einer auf die andere Schulter verlagern
während des Krieges wurden die Kunstschätze des Museums nach N verlagert
das Körpergewicht auf das andere Bein, nach vorn verlagern
übertragen
Beispiel:
das Schwergewicht, den Schwerpunkt auf ein anderes Arbeitsgebiet verlagern
2.
sich verlagernseinen Standort, seine Lage ändern
Beispiele:
das Tiefdruckgebiet verlagert sich langsam nach Osten
bei dieser Turnübung verlagert sich das Körpergewicht abwechselnd auf das linke und das rechte Bein
die Niere des Patienten hat sich verlagert
übertragen
Beispiel:
im Laufe der Arbeit an dem Aufsatz hat sich das Schwergewicht auf ein Randproblem verlagert
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Lager · lagern · Lagerstatt · Lagerstätte · belagern · verlagern
Lager n. ‘Ort zum Liegen’, ahd. legar (9. Jh.), mhd. leger ‘(Tier-, Kranken)lager, Grabstätte, Belagerung’, asächs. legar, mnd. lēger, mnl. lēgher, nl. leger, aengl. leger ‘Beilager, Bett, Grab’, engl. lair ‘Wildlager’, anord. legr ‘Grab, Beilager’, schwed. läger ‘Bett, Heerlager’, got. ligrs ‘Bett, Lager’ (germ. *legra-) gehören (mit germ. ra-Suffix bei gleicher Stammbildung, aber unterschiedlichem Genus) zu dem unter ↗liegen (s. d.) behandelten Verb. Die alte Form Leger, Läger begegnet bis ins 17. Jh. Daneben tritt Lager seit dem 14. Jh. im Omd. auf, offenbar gefördert durch Anlehnung an ↗Lage (s. d.). Omd. Lager, von Luther bevorzugt, setzt sich seit dem 16. Jh. allmählich durch. Zu der Grundvorstellung ‘Liegestatt’ treten als dominierende Bedeutung im Mhd. ‘Heerlager’, seit dem Frühnhd. ‘Rastort eines Fürsten mit seinem Gefolge’ (Hoflager), ‘Aufbewahrungsraum für Waren’ (Warenlager), bergmannssprachlich ‘Vorkommen von Bodenschätzen’ (Erzlager) sowie im Bereich der Technik ‘Fläche, auf der ein Gegenstand aufliegt oder mit der er aufliegt’. In der Gegenwart häufig ‘vorübergehende Unterkunftsmöglichkeit (in Baracken oder Zelten) für größere Menschenmassen’ (vgl. Barackenlager, Zeltlager, so besonders auch in Zusammensetzungen wie Ferien-, Flüchtlings-, Sammel-, Trainingslager). lagern Vb. ‘für längere Zeit aufbewahren, auf Lager liegen’, mhd. legeren, legern ‘liegen, (sich) in gehörige Stellung bringen’. Lagerstatt f. ‘Lager, Bett’, mhd. legerstat, in fast allen Verwendungen des Bestimmungswortes, in der Gegenwart besonders ‘Schlafstätte’. Lagerstätte f. ‘Vorkommen von Bodenschätzen’ (19. Jh.), auch ‘Bett’ (17. Jh.). belagern Vb. ‘mit einem Heer(lager) umgeben’, spätmhd. belegern. verlagern Vb. ‘an einen anderen Ort bringen, anders lagern’, frühnhd. verlägern (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) verlagern · ↗(sich) verschieben · ↗(sich) verwandeln · ↗wechseln
Assoziationen
Antonyme
Synonymgruppe
auslagern · ↗ausräumen · ↗migrieren · ↗räumen · verlagern
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aktivität Arbeitsplatz Ausland Billiglohnländer Ebene Fertigung Firmensitz Geschehen Gewicht Güterverkehr Kompetenz Kostengrund Niedriglohnländer Nord Produktion Produktionsstätte Schiene Schwergewicht Schwerpunkt Sitz Standort Teil Verkehr Zentrale Zuständigkeit dorthin hin weg zunehmend zurückverlagern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verlagern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

So verlagern sich beispielsweise immer mehr öffentliche Funktionen in den privaten Raum.
Die Welt, 30.09.2000
Wichtig ist es dabei, die Belastung vom Arm auf die Finger zu verlagern.
Der Tagesspiegel, 21.05.1998
Auch der Ort der Wiedergabe wird sich nur allmählich verlagert haben.
Blankenburg, Walter: Historia. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1957], S. 34493
Aber die Scheu kann sich auch vertiefen, sich auf andere Situationen verlagern.
Ichenhäuser, Ernst Z.: Erziehung zum guten Benehmen, Berlin: Volk u. Wissen 1983, S. 11
Während in der Mutterfamilie das Männchen aus der Gemeinschaft ausscheidet, haben die Gewichte sich hier nach der entgegengesetzten Richtung verlagert.
Natzmer, Gert von: Tierstaaten und Tiergesellschaften, Berlin: Safari-Verl. 1967, S. 97
Zitationshilfe
„verlagern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verlagern>, abgerufen am 10.12.2019.

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