verlauten

Grammatik Verb · verlautet, verlautete, hat verlautet
Worttrennung ver-lau-ten
Wortbildung  mit ›verlauten‹ als Erstglied: ↗verlautbar
eWDG

Bedeutungen

1.
etw. kundtun, sich über etw. äußern
Beispiele:
sie verlautete kein Wort über diese Vorkommnisse
die Untersuchungskommission hat noch nichts verlautet (= nichts offiziell mitgeteilt, bekanntgegeben)
etw. verlauten lassen
Beispiele:
sie kamen überein, nichts verlauten zu lassen
davon, von dir hat er kein Wort, kein Sterbenswörtchen verlauten lassen
er ließ nichts über seine Pläne, den Zweck seiner Reise verlauten
sich verlauten lassen
Beispiel:
Da ich mich nun verlauten ließ, daß ich auch so etwas wie ein Russe sei [ KügelgenJugenderinnerungen386]
2.
es verlautetes heißt in (unbestätigten) Nachrichten
Beispiele:
wie verlautet, sind bei dem Sprengstoffanschlag mehrere Personen ums Leben gekommen
aus gewöhnlich gut informierten Kreisen verlautete, dass die Verhandlungen gute Fortschritte machen
es wird erzählt, behauptet
Beispiele:
es verlautet gerüchtweise, dass er das Geld im Lotto gewonnen hat
es hatte verlautet, er wollte sein Haus verkaufen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

laut1 · Laut · Lautsprecher · Lautverschiebung · Wortlaut · vorlaut · lauten · verlauten · verlautbaren · läuten · Geläut(e)
laut1 Adj. ‘weithin hörbar, geräuschvoll’, ahd. (h)lūt ‘vernehmlich, dröhnend, schallend, bekannt’ (8. Jh.), mhd. lūt ‘helltönend, hell für das Auge, klar, deutlich’, asächs. hlūd, mnd. lūt, mnl. luut, nl. luid, aengl. hlūd, engl. loud (germ. *hlūda-) führt wie aind. śrutá- ‘gehört, genannt, berühmt’, griech. klytós (κλυτός) ‘berühmt’, lat. inclutus ‘berühmt’ auf ein mit dem Suffix ie. -to- gebildetes Partizipialadjektiv, gehört jedoch zu einer anderen Ablautstufe der unten genannten Wurzel als die außergerm. Formen; vgl. die zugehörigen Verben aind. śṛṇṓti ‘hört, erfährt, merkt auf’, griech. klýein (κλύειν) ‘hören’, lat. cluēre ‘heißen’. Vergleichbar sind ferner die unter ↗Leumund (s. d.) genannten Formen sowie got. hliuþ oder hliuþs ‘Stille’, anord. hljóð ‘Gehör, Schweigen, Laut, Ton’ sowie aslaw. slovo, russ. slóvo (слово) ‘Wort’, (ablautend) aslaw. slava, russ. sláva (слава) ‘Ruhm, Ehre’. Auszugehen ist von ie. *k̑lēu- ‘hören’, auch ‘wovon man viel hört, berühmt, Ruhm’. Laut m. ‘Ton, (kaum wahrnehmbares) Geräusch’, ahd. (h)lūt m. ‘Schall, Klang’ (9. Jh.), mhd. lūt m., mnd. lūt m. n., mnl. luut m. n. ist wie ahd. (h)lūta f. ‘Ton, Geräusch, Stimme’ (10. Jh.), (h)lūtī f. ‘Lautstärke’ (8. Jh.) Abstraktbildung zum Adjektiv. Es bezeichnet das dem Ohr Hörbare, Wahrnehmbare, zum Unterschied vom Adj. seit frühnhd. Zeit ohne besondere Betonung der Lautstärke. Im Vergleich zu bedeutungsnahen Wörtern wie Ton und Klang insgesamt weniger gebräuchlich, dringt Laut im 18. Jh. als Ausdruck der Sprachwissenschaft im Sinne von ‘kleinstes akustisch-artikulatorisches Element’ schnell durch; vgl. die zahlreichen Bildungen und Zusammensetzungen wie Mitlaut (s. ↗mit), Selbstlaut (s. ↗selb), ferner ↗Ablaut (s. d.), Umlaut (18. Jh.), Lautgesetz, Lautlehre, Verschlußlaut (19. Jh.). Lautsprecher m. Übersetzung (20. Jh.) von engl. loudspeaker. Lautverschiebung f. lautgesetzliche Veränderung von Konsonanten (J. Grimm 1822). Wortlaut m. ‘Klang des Wortes’ (17. Jh.), bald danach ‘wörtlicher Inhalt, wörtliche Wiedergabe eines Textes’. vorlaut Adj. vom Jagdhund ‘zu früh Laut gebend’ (16. Jh.), dann von Menschen, besonders Kindern, ‘ungefragt redend, naseweis’ (18. Jh.). lauten Vb. ‘einen bestimmten Wortlaut, Inhalt haben’, ahd. (h)lūtēn ‘ertönen, erschallen’ (8. Jh.), mhd. lūten ‘einen Laut von sich geben, ertönen, heißen, bedeuten’. Im Nhd. treten die zahlreichen alten Verwendungen zurück; in der Bedeutung ‘erklingen’ (von Glocken) wird lauten nach 1800 durch intransitives läuten abgelöst (s. unten). Seitdem nur noch übertragen: das Urteil lautet auf drei Jahre Gefängnis, der Befund lautet ungünstig. verlauten Vb. ‘bekanntwerden, verkünden’ (15. Jh.). verlautbaren Vb. ‘bekanntmachen, bekanntwerden’, mhd. verlūtbæren; zu mhd. lūtbære ‘laut, öffentlich’. läuten Vb. ‘ertönen lassen, erklingen’ (von Glocken), ahd. (h)lūten (8. Jh.), (h)liuten (9. Jh.) ‘läuten, schallen, tönen’, mhd. liuten, Faktitivum (germ. *hlūdjan) zum Adj. laut. Der Gebrauch ist im Nhd. weitgehend auf das Läuten der Glocken (intransitiv und transitiv) eingeschränkt; landschaftlich auch vom Ertönen der Türklingel und des Telefons. Geläut(e) n. ‘Glockenklang, mehrere aufeinander abgestimmte Glocken’, mhd. geliute n.

Typische Verbindungen zu ›verlauten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

BankenkreisBeispielsätze anzeigen BranchenkreisBeispielsätze anzeigen DelegationskreisBeispielsätze anzeigen DelegationskreisenBeispielsätze anzeigen DiplomatenkreisBeispielsätze anzeigen DiplomatenkreisenBeispielsätze anzeigen EU-KreisBeispielsätze anzeigen FinanzkreisBeispielsätze anzeigen JustizkreisBeispielsätze anzeigen KoalitionskreisBeispielsätze anzeigen KommissionskreisBeispielsätze anzeigen KreisBeispielsätze anzeigen KreisenBeispielsätze anzeigen MilitärkreisBeispielsätze anzeigen MilitärkreisenBeispielsätze anzeigen ParteikreisBeispielsätze anzeigen PolizeikreisBeispielsätze anzeigen QuellenBeispielsätze anzeigen RegierungskreisBeispielsätze anzeigen RegierungskreisenBeispielsätze anzeigen SenatskreisBeispielsätze anzeigen SicherheitskreisBeispielsätze anzeigen SicherheitskreisenBeispielsätze anzeigen TeilnehmerkreisBeispielsätze anzeigen UmfeldBeispielsätze anzeigen UmgebungBeispielsätze anzeigen UnternehmenskreisBeispielsätze anzeigen VerhandlungskreisBeispielsätze anzeigen inoffiziellBeispielsätze anzeigen weiterBeispielsätze anzeigen

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Verwendungsbeispiele für ›verlauten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Man ließ nur soviel verlauten, dass ein Verbrechen nicht ausgeschlossen werden könne.
Süddeutsche Zeitung, 16.10.2000
Man arbeite bereits an einer neuen Version, lässt der Hersteller verlauten.
C't, 2000, Nr. 4
Über die genaue Zahl der Opfer während der Kämpfe verlautete offiziell nichts.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1989]
Daß damals die Existenz eines Attischen Reiches in Frage gezogen worden war, davon verlautete jetzt kein Wort mehr.
Heuß, Alfred: Hellas. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 3897
Gerüchtweise verlautete, daß es sich um eine neue schwere Zigarettendose handle, großartige Ware.
Canetti, Elias: Die Blendung, München: Hanser 1994 [1935], S. 219
Zitationshilfe
„verlauten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verlauten>, abgerufen am 16.04.2021.

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