verlebt

Grammatikpartizipiales Adjektiv
Aussprache
Worttrennungver-lebt
Grundformverleben
Wortbildung mit ›verlebt‹ als Grundform: ↗Verlebtheit
eWDG, 1977

Bedeutung

durch eine unmäßige, ungesunde Lebensführung verbraucht, elend, alt aussehend
Beispiele:
ein verlebtes Gesicht
er hatte trotz seiner jungen Jahre schon verlebte Züge
jmd. sieht verlebt aus
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

leben · Leben · Lebenslauf · Lebensmittel · lebendig · lebhaft · Lebemann · Lebewesen · Lebewohl · ableben · erleben · Erlebnis · überleben · verleben · verlebt
leben Vb. ‘lebendig, nicht tot sein, existieren, sich von etw. ernähren, wohnen’, ahd. lebēn ‘leben, wohnen, überleben’ (8. Jh.), mhd. leben, asächs. libbian, mnd. mnl. lēven, nl. leven, aengl. libban, engl. to live, anord. lifa ‘leben’, schwed. leva und got. liban sind verwandt mit ↗bleiben (s. d.) und im Sinne von ‘beharren, dauern’ (wie auch ↗Leib, s. d.) an die dort genannte Wurzel anzuschließen. Leben n. ‘das Existieren, lebhaftes Treiben, Betrieb’, ahd. lebēn ‘Leben, Umgang’ (um 1000), mhd. leben, auch ‘Lebensweise, Stand, Orden’, substantivierter Infinitiv, der für das in alter Zeit gleichbed., unter ↗Leib (s. d.) behandelte Substantiv eintritt. Lebenslauf m. (17. Jh.), Übersetzung von lat. curriculum vītae. Lebensmittel Plur. ‘Nahrungsmittel’ (17. Jh.). lebendig Adj. ‘lebend, lebhaft’, ahd. lebēntīg (9. Jh.), mhd. lebendec, lebendic. lebhaft Adj. ‘frisch, munter’, mhd. lebehaft ‘Leben habend, lebendig’. Lebemann m. ‘seinen Vergnügungen lebender Mann’, Ende 18. Jh. für ↗Bonvivant (s. d.). Lebewesen n. ‘lebender Organismus’ (16. Jh.). Lebewohl n. Substantivierung des imperativischen Abschiedsgrußes lebe wohl! (17. Jh.). ableben Vb. ‘sterben, verscheiden’ (17. Jh.), zuvor ‘erleben, durchleben’ (16. Jh.), vgl. mnd. aflēven ‘erleben’ (14. Jh.). erleben Vb. ‘bis zu einer bestimmten Zeit leben, etw. erfahren, von etw. betroffen werden’ (15. Jh.). Erlebnis n. ‘miterlebtes Geschehnis, Ereignis von nachhaltiger Wirkung’ (1. Hälfte 19. Jh.). überleben Vb. ‘länger leben als, überstehen’, ahd. ubarlebēn (9. Jh.), mhd. überleben. verleben Vb. ‘(eine Zeit) verbringen, (Geld, Geldeswert) für den Lebensunterhalt aufbrauchen’, mhd. verleben ‘(eine Zeit) verbringen, überleben, ableben, verwelken’. verlebt Part.adj. ‘alt geworden, durch ungesunde Lebensführung verbraucht’ (16. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Gesicht gemeinsam glücklich ziemlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verlebt‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit Vergnügen denke ich an die gemeinsam verlebten Stunden zurück.
Martin, Hans: Darf ich mir erlauben ...?, Stuttgart: Hädecke 1935, S. 93
Zwischen den Musikern sitzen zwei verlebt aussehende Männer und eine Frau.
Die Welt, 03.12.2001
Der trug ebenfalls einen Bart, sah aber struppiger und verlebter aus.
Die Zeit, 04.08.2008, Nr. 31
Unsere gemeinsam verlebten Monate und der Jahreswechsel haben uns doch sehr fest zusammengeschweißt, mehr als alles andere.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 23.02.1941, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Von Stunden freudigen Zusammenseins blieb dann noch ein kurzer Briefwechsel, dann noch wehmütiges Gedenken an einen schön verlebten Lebensabschnitt.
Steiner, Rudolf: Mein Lebensgang, Eine nicht vollendete Autobiographie. In: Oliver Simons (Hg.), Deutsche Autobiographien 1690 - 1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1925], S. 31107
Zitationshilfe
„verlebt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verlebt>, abgerufen am 15.12.2018.

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