verlernen
GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungver-ler-nen (computergeneriert)
Ableitung vonlernen
eWDG, 1977

Bedeutung

etw. Gelerntes wieder vergessen
Beispiele:
im Laufe der Jahre hatte er das völlig verlernt
Klavierspielen, Schwimmen, Radfahren verlernt man nicht
übertragen
Beispiel:
er hat das Lachen, Sprechen verlernt (= er lacht nicht mehr, spricht wenig)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

lernen · verlernen
lernen Vb. ‘sich Kenntnisse, Fähigkeiten, Fertigkeiten aneignen, in der Lehre, in der Schulausbildung sein’. Die westgerm. Verben ahd. (frk.) lernēn, (obd.) lirnēn (9. Jh.; vgl. gilernēn, gilirnēn, 8. Jh.), mhd. lernen, auch li(e)rnen, asächs. (mit r-Ausfall) līnon, aengl. leornian, engl. to learn ‘lernen’ sind schwundstufige Bildungen zu dem unter ↗lehren (s. d.) genannten Präteritopräsens, erhalten in got. lais ‘ich weiß’, eigentlich ‘ich bin wissend geworden, habe erfahren, habe nachgespürt’. Der als unkorrekt geltende Gebrauch von lernen in der Bedeutung ‘lehren’ ist schon mhd. (md.) im 14. Jh. nachzuweisen. verlernen Vb. ‘Gelerntes wieder vergessen, außer Übung kommen’ (17. Jh.); vgl. mhd. verlernen (selten), verstärkend für lernen.
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Autofahren Beten Fahrradfahren Fliegen Fußballspielen Fürchten Gewinnen Kicken Kochen Kämpfen Lachen Laufen Muttersprache Rechnen Siegen Singen Skifahren Spielen Sprechen Springen Staunen Tennisspielen Toreschießen Träumen Verlieren Weinen Wundern Wünschen Zaubern Zuhören

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Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In einer technisierten Welt verlernen die Kinder, sich selber zu bewegen.
Süddeutsche Zeitung, 30.08.2003
Warum verlernen die meisten Männer so schnell, auch in ihrer eigenen Frau eine Dame zu sehen?
Graudenz, Karlheinz u. Pappritz, Erica: Etikette neu, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1967 [1956], S. 98
Man kann verhindern, daß Völker lernen, aber verlernen macht man sie nichts.
Die Zeit, 30.05.1946, Nr. 15
Sieh mal, Carl, ich glaube, man verlernt so was sehr schnell.
Schleich, Carl Ludwig: Besonnte Vergangenheit, Lebenserinnerungen (1859-1919). In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1921], S. 31483
Leichter beantwortet sich die Frage, die ich darum auch vorweg nehmen will, was habe ich damals verlernt?
Overbeck, Franz: Selbstbekenntnisse. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1903], S. 39081
Zitationshilfe
„verlernen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verlernen>, abgerufen am 23.02.2018.

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