verleumden

GrammatikVerb · verleumdete, hat verleumdet
Aussprache
Worttrennungver-leum-den (computergeneriert)
Wortbildung mit ›verleumden‹ als Erstglied: ↗Verleumder · ↗Verleumdung
eWDG, 1977

Bedeutung

über jmdn., etw. wider besseres Wissen Unwahrheiten oder nicht beweisbare Behauptungen vorbringen oder verbreiten, die sein Ansehen herabsetzen
Beispiele:
sie erzählte schlimme Dinge über die Nachbarin und verleumdete sie, wo sie nur konnte
reaktionäre Geschichtsschreiber versuchten, Karl Liebknechts mutigen Kampf für die Interessen der Nation als antinational zu verleumden
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Leumund · beleumden · beleumunden · verleumden · Verleumder · verleumderisch · Verleumdung
Leumund m. ‘Ruf, in dem einer steht’. Das nur im Dt. begegnende Substantiv ahd. (h)liumunt (8. Jh.), mhd. liumunt ‘Ruf, Ruhm, Gerücht’ gehört zu der unter ↗laut (s. d.) dargestellten Wurzel ie. *k̑lēu- ‘hören, wovon man viel hört’. Suffixablaut (ie. -men-) zeigen got. hliuma ‘Gehör’, awest. sraoman- ‘Gehör’; auf eine adjektivbildende to-Erweiterung des Suffixes in seiner schwundstufigen Form (ie. -mṇ-) führen dagegen ahd. (h)liumunt (ie. *k̑leumṇto-) sowie aind. śrṓmata- ‘guter Ruf, Berühmtheit’, so daß von einer Bedeutung ‘Gehörtes, Rühmliches’, auch ‘öffentliche Meinung’ ausgegangen werden kann. Im Mhd. stehen neben liumunt (md. lūmunt) die abgeschwächten Formen liument, liumet, liumt, dazu auch schwache Formen wie liumde, leumde. Im Nhd. hat sich die vollere Form gehalten, weil man das Wort volksetymologisch als der Leute Mund aufgefaßt hat. Die zugehörigen Verben setzen dagegen meist die Kurzform mhd. liumde fort: beleumden Vb. neben beleumunden ‘einen Leumund ausstellen’, mhd. beliumden, beliumunden ‘jmdn. in den Ruf von etw. bringen’, oft im Part. Prät. beleumdet, beleumundet ‘im Ruf, in einem bestimmten Ruf stehend’. verleumden Vb. ‘jmdn. schlechtmachen, böswillig verdächtigen’, mhd. verlium(un)den, verliumen ‘in schlechten Ruf bringen’; dazu Verleumder m. (16. Jh.), verleumderisch Adj. (17. Jh.), Verleumdung f. (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandem etwas) anhängen · ↗(jemandem etwas) nachsagen · ↗(jemandem etwas) unterstellen · (jemandem) die Ehre abschneiden · (jemanden) ins Gerede bringen · (über jemanden negative) Behauptungen in die Welt setzen · Lügen verbreiten (über) · Sünden anderer aufzeigen · ↗diffamieren · ↗diskreditieren · ↗herabsetzen · in Misskredit bringen · in Verruf bringen · schlecht reden (über) · ↗schlechtmachen · ↗schmähen · ↗verhöhnen · verleumden · ↗verunglimpfen · zynisch beschreiben  ●  ↗(jemandem etwas) andichten  ugs. · (jemandem etwas) ans Zeug flicken  ugs., veraltend · ↗anschwärzen  ugs. · kein gutes Haar lassen (an)  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
für ehrlos erklären · ↗schlechtmachen · verleumden · ↗verlästern · ↗verschreien  ●  ↗heruntermachen  ugs. · ↗infamieren  geh. · madigmachen  ugs. · ↗miesmachen  ugs. · ↗schlechtreden  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
dämonisieren · ↗verdammen · ↗verfluchen · verleumden · ↗verteufeln · ↗verwünschen
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Agent Bundesrepublik Gegner Genosse Kommunist Konkurrent Kriegstreiber Kritiker Muslim Sowjetunion Sozialismus Wahlkampf Weise angreifen attackieren bedrohen bekämpfen beleidigen beschimpfen beschmutzen denunzieren diffamieren hetzen lügen schmähen schüren verdächtigen verfolgen verstoßen verunglimpfen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verleumden‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Film verleumde das israelische Militär, hieß es zur Begründung.
Süddeutsche Zeitung, 21.01.2003
Sie nehmen dein Geld, und hinter deinem Rücken verleumden sie dich.
Die Zeit, 12.06.1995, Nr. 24
Weshalb verleumdeten Sie nun noch den Mann, den Sie ermordet hatten?
Friedländer, Hugo: Grete Beier, Tochter des Bürgermeisters Beier zu Brand, wegen Ermordung ihres Bräutigams vor dem Schwurgericht zu Freiberg i. Sa. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1920], S. 4268
Ich griff ihn frontal an: wie diese Liste zustande gekommen sei, wer mich verleumdet habe, was er von mir gelesen habe.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1930. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1930], S. 175
Um seine göttliche Abstammung legitimieren zu können, verleumdet er seine Mutter.
Fath, Rolf: Werke - P. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 24403
Zitationshilfe
„verleumden“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verleumden>, abgerufen am 18.10.2019.

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