vermögen

GrammatikVerb · vermag, vermochte, hat vermocht
Aussprache
Worttrennungver-mö-gen
Wortbildung mit ›vermögen‹ als Grundform: ↗Vermögen1 · ↗vermögend  ·  formal verwandt mit: ↗unvermögend · ↗vielvermögend
eWDG, 1977

Bedeutung

gehoben etw. können
a)
imstande, in der Lage sein, etw. zu tun
Grammatik: »vermögen« + »zu« + Inf.
Beispiele:
ich vermag nicht zu sagen, an welcher Universität er studiert hat
vor Schreck vermochte er nicht, sich zu rühren
wie lange dieser grässliche Zustand gedauert hat, vermag keiner zu sagen
wir fragten ihn, ob er diese Aufgabe zu übernehmen vermochte, vermöchte
das vermag ich mir nicht zu erklären
es war niemand unter uns, der das vermocht hätte
b)
vermögen‹ + Akk.obj.etw. zustande bringen, fertigbringen
Beispiele:
wir können uns denken, was Fleiß und Geschick vermögen
wir waren gelaufen, was unsere Beine vermochten
er konnte nur nicken, das war das Einzige, was er noch vermochte
dass er diese Selbstüberwindung vermochte, brachte ihm unsere Hochachtung ein
Hinter Mißtrauen und Vorsicht verborgen, hat er für die Welt das Bild eines alles vermögenden Herrschers aufgerichtet [ZuchardtStunde89]
c)
veraltend es über sich vermögen, etw. zu tunes fertigbringen, sich entschließen, etw. zu tun
Beispiel:
er vermochte es auch in seinem Zorn nicht, ohne Gruß von ihr zu scheiden
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

mögen · möglich · Möglichkeit · vermögen · Vermögen · vermöge
mögen Vb. ‘wollen, gern haben’. Das zu den Präteritopräsentien gehörende Verb ahd. magan (8. Jh.), mugan (9. Jh.), mhd. mügen, mugen ‘kräftig, wirksam sein, vermögen, wofür können, mächtig, imstande sein, die Möglichkeit haben, sollen, dürfen’, asächs. mugan, mnd. mȫgen, mnl. mōghen, meughen, mueghen, nl. mogen, aengl. magan, engl. may, anord. mega, schwed. , got. magan führt mit dem zugehörigen Abstraktum ↗Macht (s. d.) und mit aind. maghá- ‘Macht, Kraft, Reichtum, Gabe’, aslaw. mošti ‘können’ (mogǫ ‘ich kann’), russ. moč’ (мочь) ‘können’, lit. magė́ti ‘gefallen, angenehm sein’, magùs ‘anziehend, lockend’ auf die Wurzel ie. *magh- ‘können, vermögen, helfen’. Bis ins 17. Jh. herrscht die ursprüngliche Bedeutung ‘imstande sein zu etw.’, erhalten in vermögen (s. unten); heute steht das Verb vornehmlich für ‘wollen, gern haben’, das sich im 16. Jh. aus der Verneinung nicht mögen ‘nicht imstande sein’ (daher ‘nicht wollen’) entwickelt. möglich Adj. ‘zu verwirklichen, erreichbar, denkbar’, mhd. müg(e)lich ‘was geschehen kann oder sollte, was recht und billig ist, geziemend, gehörig, vermögend’, dazu Möglichkeit f. mhd. mügelicheit ‘Vermögen, Gelegenheit, Chance’. vermögen Vb. ‘imstande sein zu etw., können’, anschließend an die ursprüngliche Bedeutung von mögen, entsprechend ahd. firmugan (um 1000), mhd. vermügen, -mugen ‘imstande sein’, auch ‘Gewalt haben über’, reflexiv ‘Kraft haben, sich verstehen, im Besitze sein, besitzen’ (vgl. vermögend Part.adj. ‘einflußreich’, daher auch ‘wohlhabend, begütert’, 18. Jh.); substantiviert Vermögen n. ‘Fähigkeit, Kraft, Besitz’, spätmhd. vermügen ‘Kraft, Macht’. vermöge Präp. ‘vermittels, mit Hilfe, durch’ (vermög, 16. Jh.), hervorgegangen aus dem Subst. Vermöge f. ‘Kraft, Fähigkeit’, mhd. vermüge; vgl. spätmhd. ūʒ vermog, mnd. bzw. mit vermōge.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Augenblick aber allein allenfalls allerdings auch dennoch doch ebensowenig einmal er es freilich heute immerhin indes je jedoch kaum man mehr nicht nur offenbar selbst sie sogar was wenig zwar

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›vermögen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich habe nie zu sagen vermocht, mir gehe es großartig.
Die Zeit, 04.11.1999, Nr. 45
Denn nur weil es selber gegenwärtig ist, vermag es im Symbol gegenwärtig zu sein.
Gadamer, Hans-Georg: Wahrheit und Methode, Tübingen: Mohr 1960, S. 138
Nach mehrmaliger Unterstützung in der angeführten Weise vermag er schließlich auch ohne Hilfe des Lehrers die Bewegung richtig auszuführen.
Borrmann, Günter u. Mügge, Hans: Gerätturnen in der Schule, Berlin: Volk u. Wissen 1957, S. 20
Keine Kraft hat jemals vermocht, ihn umzuformen, und es wird ihn auch zweifellos keine jemals umformen.
Tucholsky, Kurt: Deutschenspiegel. In: Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1928]
Die Ägypter haben wohl gemurrt, aber schwerlich hätten sie es vermocht, sich aus eigener Kraft noch einmal zu erheben.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. IV,1. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1901], S. 23530
Zitationshilfe
„vermögen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/vermögen>, abgerufen am 06.12.2019.

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