vermögen

Grammatik Verb · vermag, vermochte, hat vermocht
Aussprache 
Worttrennung ver-mö-gen
Wortbildung  mit ›vermögen‹ als Erstglied: vermögend  ·  mit ›vermögen‹ als Binnenglied: unvermögend · viel vermögend · vielvermögend
 ·  mit ›vermögen‹ als Grundform: Vermögen1

Bedeutungsübersicht+

  1. [gehoben] etw. können
    1. a) ⟨vermögen + zu¹ + Infinitiv⟩ imstande, in der Lage sein, etw. zu tun
    2. b) ⟨vermögen + Akkusativobjekt⟩ etw. zustande bringen, fertigbringen
    3. c) [veraltend] ⟨es über sich vermögen, etw. zu tun⟩ es fertigbringen, sich entschließen, etw. zu tun
eWDG

Bedeutung

gehoben etw. können
a)
vermögen + vergleiche zu¹ + Infinitivimstande, in der Lage sein, etw. zu tun
Beispiele:
ich vermag nicht zu sagen, an welcher Universität er studiert hat
vor Schreck vermochte er nicht, sich zu rühren
wie lange dieser grässliche Zustand gedauert hat, vermag keiner zu sagen
wir fragten ihn, ob er diese Aufgabe zu übernehmen vermochte, vermöchte
das vermag ich mir nicht zu erklären
es war niemand unter uns, der das vermocht hätte
b)
vermögen + Akkusativobjektetw. zustande bringen, fertigbringen
Beispiele:
wir können uns denken, was Fleiß und Geschick vermögen
wir waren gelaufen, was unsere Beine vermochten
er konnte nur nicken, das war das Einzige, was er noch vermochte
dass er diese Selbstüberwindung vermochte, brachte ihm unsere Hochachtung ein
Hinter Mißtrauen und Vorsicht verborgen, hat er für die Welt das Bild eines alles vermögenden Herrschers aufgerichtet [ ZuchardtStunde89]
c)
veraltend es über sich vermögen, etw. zu tunes fertigbringen, sich entschließen, etw. zu tun
Beispiel:
er vermochte es auch in seinem Zorn nicht, ohne Gruß von ihr zu scheiden
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

mögen · möglich · Möglichkeit · vermögen · Vermögen · vermöge
mögen Vb. ‘wollen, gern haben’. Das zu den Präteritopräsentien gehörende Verb ahd. magan (8. Jh.), mugan (9. Jh.), mhd. mügen, mugen ‘kräftig, wirksam sein, vermögen, wofür können, mächtig, imstande sein, die Möglichkeit haben, sollen, dürfen’, asächs. mugan, mnd. mȫgen, mnl. mōghen, meughen, mueghen, nl. mogen, aengl. magan, engl. may, anord. mega, schwed. , got. magan führt mit dem zugehörigen Abstraktum Macht (s. d.) und mit aind. maghá- ‘Macht, Kraft, Reichtum, Gabe’, aslaw. mošti ‘können’ (mogǫ ‘ich kann’), russ. moč’ (мочь) ‘können’, lit. magė́ti ‘gefallen, angenehm sein’, magùs ‘anziehend, lockend’ auf die Wurzel ie. *magh- ‘können, vermögen, helfen’. Bis ins 17. Jh. herrscht die ursprüngliche Bedeutung ‘imstande sein zu etw.’, erhalten in vermögen (s. unten); heute steht das Verb vornehmlich für ‘wollen, gern haben’, das sich im 16. Jh. aus der Verneinung nicht mögen ‘nicht imstande sein’ (daher ‘nicht wollen’) entwickelt. möglich Adj. ‘zu verwirklichen, erreichbar, denkbar’, mhd. müg(e)lich ‘was geschehen kann oder sollte, was recht und billig ist, geziemend, gehörig, vermögend’, dazu Möglichkeit f. mhd. mügelicheit ‘Vermögen, Gelegenheit, Chance’. vermögen Vb. ‘imstande sein zu etw., können’, anschließend an die ursprüngliche Bedeutung von mögen, entsprechend ahd. firmugan (um 1000), mhd. vermügen, -mugen ‘imstande sein’, auch ‘Gewalt haben über’, reflexiv ‘Kraft haben, sich verstehen, im Besitze sein, besitzen’ (vgl. vermögend Part.adj. ‘einflußreich’, daher auch ‘wohlhabend, begütert’, 18. Jh.); substantiviert Vermögen n. ‘Fähigkeit, Kraft, Besitz’, spätmhd. vermügen ‘Kraft, Macht’. vermöge Präp. ‘vermittels, mit Hilfe, durch’ (vermög, 16. Jh.), hervorgegangen aus dem Subst. Vermöge f. ‘Kraft, Fähigkeit’, mhd. vermüge; vgl. spätmhd. ūʒ vermog, mnd. bzw. mit vermōge.

Typische Verbindungen zu ›vermögen‹ (berechnet)

Basler Berner Beteuerung Equipe Firmengruppe Gastklub Grasshopper Luzerner Machtstellung Platzklub Schweizer Schweizerin Sp Tessiner Valor Wille Xenakis Zuercher Zürcher allenfalls anderseits demgegenüber ebensowenig immerhin indes indessen inwieweit je jemals waehrend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›vermögen‹.

Verwendungsbeispiele für ›vermögen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nach mehrmaliger Unterstützung in der angeführten Weise vermag er schließlich auch ohne Hilfe des Lehrers die Bewegung richtig auszuführen. [Borrmann, Günter u. Mügge, Hans: Gerätturnen in der Schule, Berlin: Volk u. Wissen 1957, S. 20]
Eine Frau dagegen vermag, wenn sie ihr kleines Heim hat, spielend für sich selbst zu sorgen. [Graudenz, Karlheinz u. Pappritz, Erica: Etikette neu, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1967 [1956], S. 83]
Ich habe zumal die theoretische Entwicklung nur sehr lückenhaft zu verfolgen vermocht. [Weizsäcker, Carl Friedrich von: Bewußtseinswandel, München: Hanser 1988, S. 112]
Denn nur weil es selber gegenwärtig ist, vermag es im Symbol gegenwärtig zu sein. [Gadamer, Hans-Georg: Wahrheit und Methode, Tübingen: Mohr 1960, S. 138]
Ich habe nie zu sagen vermocht, mir gehe es großartig. [Die Zeit, 04.11.1999, Nr. 45]
Zitationshilfe
„vermögen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verm%C3%B6gen>.

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