Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

vermachen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung ver-ma-chen
Wortzerlegung ver- machen
Wortbildung  mit ›vermachen‹ als Erstglied: Vermächtnis
eWDG

Bedeutung

jmdm. etw. testamentarisch als Erbe hinterlassen, vererben
Beispiele:
er verfasste ein Testament, in dem er seinen Kindern sein ganzes Vermögen vermachte
er hat ihr eine lebenslängliche Rente von monatlich 500 Euro vermacht
er hat seine Gemäldesammlung dem städtischen Museum vermacht
umgangssprachlich jmdm. etw. geben, schenken
Beispiele:
bevor er die Stadt verließ, vermachte er uns einen großen Teil seiner Bücher
scherzhaftaus Dankbarkeit werde ich dir meinen Kugelschreiber vermachen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

machen · abmachen · aufmachen · ausmachen · Machenschaft · Mache · Macher · Macherlohn · Machwerk · vermachen · Vermächtnis
machen Vb. ‘tun, erzeugen, hervorbringen, ausführen, gestalten, verursachen, bewirken, ergeben’. Das nur im Westgerm. vertretene Verb ahd. mahhōn (8. Jh.), mhd. machen, asächs. makon, macian, mnd. māken, aengl. macian, engl. to make, mnl. nl. maken, afries. makia (germ. *makōn) ist verwandt mit griech. magḗnai (μαγῆναι), dem Aorist Pass. von mássein, att. máttein (μάσσειν, μάττειν) ‘kneten, zubereiten’, magís (μαγίς) ‘geknetete Masse, Kuchen’, bret. meza ‘kneten’, aslaw. mazati, russ. mázat’ (мазать) ‘bestreichen, beschmieren, salben’, aslaw. maslo ‘Öl, Salbe’, russ. máslo (масло) ‘Butter, Öl’. Diesen liegt eine Wurzel ie. *mag̑- ‘kneten, drücken, streichen’ zugrunde; das Germ. setzt dabei eine spezielle Anwendung im Bereich des Lehmbaus ‘kneten, formen, zusammenfügen’ voraus. Noch im Ahd. ist die Verwendung des Verbs im Sinne von ‘zusammenfügen, -bringen’, dann ‘verfertigen’ deutlich erkennbar. Über ‘bewirken, zuwege bringen’ entwickelt sich der weite, verallgemeinerte Gebrauch. – abmachen Vb. ‘loslösen, erledigen, vereinbaren’ (15. Jh.). aufmachen Vb. ‘öffnen, eröffnen, ausstaffieren’, reflexiv ‘losgehen, aufbrechen’, mhd. ūfmachen, auch ‘errichten, bauen’. ausmachen Vb. ‘auslöschen, verabreden, entdecken, ergeben’, mhd. ūʒmachen ‘vollenden, hervortreten lassen, putzen’, reflexiv ‘losgehen’. Machenschaft f. häufig im Plur. ‘üble Praktik, Handlungs- oder Verfahrensweise, Intrige’ (18. Jh.), schweiz. ‘Vergleich, Kontrakt’ (Mitte 18. Jh.). Mache f. ‘Tätigkeit, Arbeit’, auch ‘Täuschung, Vorgeben von Wichtigkeit’; vgl. (nur in Zusammensetzungen) ahd. -mahha (11. Jh.), mhd. -mache ‘das Tun, Hervorbringen’; in der Mache haben ‘in Arbeit haben, mit etw. beschäftigt sein’ (17. Jh.). Macher m. ‘wer etw. macht, Hersteller’, heute auch ‘rühriger, aktiver Mensch’, ahd. mahhāri ‘Urheber, Vermittler’ (10./11. Jh.), reich bezeugt in Zusammensetzungen (seit 9. Jh.), mhd. macher, mecher ‘Bewirker, Schöpfer’ mnd. maker, mnl. makere, mekere, afries. mekere. Macherlohn m. ‘Bezahlung, die der Verfertiger einer handwerklichen Arbeit erhält’ (16. Jh.). Machwerk n. ‘schlechte, untaugliche Arbeit’ (18. Jh.). vermachen Vb. ‘hinterlassen, übereignen’, mhd. vermachen ‘zertrümmern, verderben, bekräftigen, festmachen, einschließen, schenken, übergeben’; Vermächtnis n. ‘Testament, Hinterlassenschaft’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandem etwas) hinterlassen · (jemandem etwas) vererben  ●  (jemandem etwas) vergaben  schweiz. · (jemandem etwas) vermachen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
abtreten · vererben · vermachen · überantworten · überlassen · überschreiben · übertragen  ●  übermachen  veraltend · anheimstellen  geh.

Typische Verbindungen zu ›vermachen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›vermachen‹.

Verwendungsbeispiele für ›vermachen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Immerhin vergaß er nicht, ihr vorher sein Vermögen in Höhe von zwei Millionen vierhunderttausend Dollar zu vermachen. [Cotton, Jerry [d.i. Hober, Heinz Werner]: Die Killer sind unter uns, Bergisch Gladbach: Bastei [1971] [1956], S. 379]
Die Frömmigkeit führte manchen Christen dazu, der Kirche große Teile seines Vermögens zu vermachen. [Dreyfus, F. G.: Wirtschaftsgeschichte. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 27672]
Der Maler vermachte nach seinem Tod 1944 alles der Stadt, mit der er letztlich seinen Frieden geschlossen hatte. [Die Zeit, 26.02.1998, Nr. 10]
Nach seinem Tod, sagt er, möchte er die Museen dem Land vermachen. [Die Zeit, 26.09.2011, Nr. 39]
Denen schlägt man dann vor, ihr Vermögen der gemeinnützigen Einrichtung zu vermachen. [Die Zeit, 18.01.2010, Nr. 03]
Zitationshilfe
„vermachen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/vermachen>.

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