vermachen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungver-ma-chen
Grundformmachen
Wortbildung mit ›vermachen‹ als Erstglied: ↗Vermächtnis
eWDG, 1977

Bedeutung

jmdm. etw. testamentarisch als Erbe hinterlassen, vererben
Beispiele:
er verfasste ein Testament, in dem er seinen Kindern sein ganzes Vermögen vermachte
er hat ihr eine lebenslängliche Rente von monatlich 500 Euro vermacht
er hat seine Gemäldesammlung dem städtischen Museum vermacht
umgangssprachlich jmdm. etw. geben, schenken
Beispiele:
bevor er die Stadt verließ, vermachte er uns einen großen Teil seiner Bücher
scherzhaft aus Dankbarkeit werde ich dir meinen Kugelschreiber vermachen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

machen · abmachen · aufmachen · ausmachen · Machenschaft · Mache · Macher · Macherlohn · Machwerk · vermachen · Vermächtnis
machen Vb. ‘tun, erzeugen, hervorbringen, ausführen, gestalten, verursachen, bewirken, ergeben’. Das nur im Westgerm. vertretene Verb ahd. mahhōn (8. Jh.), mhd. machen, asächs. makon, macian, mnd. māken, aengl. macian, engl. to make, mnl. nl. maken, afries. makia (germ. *makōn) ist verwandt mit griech. magḗnai (μαγῆναι), dem Aorist Pass. von mássein, att. máttein (μάσσειν, μάττειν) ‘kneten, zubereiten’, magís (μαγίς) ‘geknetete Masse, Kuchen’, bret. meza ‘kneten’, aslaw. mazati, russ. mázat’ (мазать) ‘bestreichen, beschmieren, salben’, aslaw. maslo ‘Öl, Salbe’, russ. máslo (масло) ‘Butter, Öl’. Diesen liegt eine Wurzel ie. *mag̑- ‘kneten, drücken, streichen’ zugrunde; das Germ. setzt dabei eine spezielle Anwendung im Bereich des Lehmbaus ‘kneten, formen, zusammenfügen’ voraus. Noch im Ahd. ist die Verwendung des Verbs im Sinne von ‘zusammenfügen, -bringen’, dann ‘verfertigen’ deutlich erkennbar. Über ‘bewirken, zuwege bringen’ entwickelt sich der weite, verallgemeinerte Gebrauch. abmachen Vb. ‘loslösen, erledigen, vereinbaren’ (15. Jh.). aufmachen Vb. ‘öffnen, eröffnen, ausstaffieren’, reflexiv ‘losgehen, aufbrechen’, mhd. ūfmachen, auch ‘errichten, bauen’. ausmachen Vb. ‘auslöschen, verabreden, entdecken, ergeben’, mhd. ūʒmachen ‘vollenden, hervortreten lassen, putzen’, reflexiv ‘losgehen’. Machenschaft f. häufig im Plur. ‘üble Praktik, Handlungs- oder Verfahrensweise, Intrige’ (18. Jh.), schweiz. ‘Vergleich, Kontrakt’ (Mitte 18. Jh.). Mache f. ‘Tätigkeit, Arbeit’, auch ‘Täuschung, Vorgeben von Wichtigkeit’; vgl. (nur in Zusammensetzungen) ahd. -mahha (11. Jh.), mhd. -mache ‘das Tun, Hervorbringen’; in der Mache haben ‘in Arbeit haben, mit etw. beschäftigt sein’ (17. Jh.). Macher m. ‘wer etw. macht, Hersteller’, heute auch ‘rühriger, aktiver Mensch’, ahd. mahhāri ‘Urheber, Vermittler’ (10./11. Jh.), reich bezeugt in Zusammensetzungen (seit 9. Jh.), mhd. macher, mecher ‘Bewirker, Schöpfer’ mnd. maker, mnl. makere, mekere, afries. mekere. Macherlohn m. ‘Bezahlung, die der Verfertiger einer handwerklichen Arbeit erhält’ (16. Jh.). Machwerk n. ‘schlechte, untaugliche Arbeit’ (18. Jh.). vermachen Vb. ‘hinterlassen, übereignen’, mhd. vermachen ‘zertrümmern, verderben, bekräftigen, festmachen, einschließen, schenken, übergeben’; Vermächtnis n. ‘Testament, Hinterlassenschaft’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
hinterlassen · ↗vererben · vermachen
Assoziationen
Synonymgruppe
abtreten · ↗vererben · ↗verleihen · vermachen · ↗überantworten · ↗überlassen · ↗überschreiben · ↗übertragen  ●  ↗anheimstellen  geh.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anwesen Bibliothek Dauerleihgabe Erbe Erbschaft Fotosammlung Gemäldesammlung Hab und Gut Habe Hinterlassenschaft Kollektion Kunstsammlung Lebzeiten Legat Louvre Magd Millionenvermögen Museum Nachlaß Neffe Requisit Sammlung Schenkung Testament Tierschutzverein Trust Vermögen Witwe Wochenendhaus testamentarisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›vermachen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In einem Testament von 1992 hat sie uns alles vermacht.
Bild, 03.02.2003
Alle Anhänger vermachten den Gurus, teilweise unter erheblichem Druck, ihr gesamtes Vermögen.
Süddeutsche Zeitung, 15.04.1995
Die Frömmigkeit führte manchen Christen dazu, der Kirche große Teile seines Vermögens zu vermachen.
Dreyfus, F. G.: Wirtschaftsgeschichte. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 27672
Immerhin vergaß er nicht, ihr vorher sein Vermögen in Höhe von zwei Millionen vierhunderttausend Dollar zu vermachen.
Cotton, Jerry [d.i. Hober, Heinz Werner]: Die Killer sind unter uns, Bergisch Gladbach: Bastei [1971] [1956], S. 379
Richtig belichtet, vermacht er uns ein fertiges Bild so von den Farben, wie sie wirklich waren.
Spoerl, Alexander: Mit der Kamera auf du, München: Piper 1957, S. 214
Zitationshilfe
„vermachen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/vermachen>, abgerufen am 23.10.2019.

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