verpönt

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungver-pönt
eWDG, 1977

Bedeutung

aufgrund bestimmter Vorstellungen verachtet, für schlecht gehalten und darum gemieden, unerwünscht, verboten
Beispiele:
Fachsimpelei bei Tisch ist mir verpönt
jede Art körperlicher Züchtigung ist verpönt
indem ich von dem verpönten Dichter Heinrich Heine schwärmte [DurieuxTür287]
Er spielte fast immer Bakkarat, obwohl es nicht nur zu den verbotenen Spielen, sondern auch zu den verpönten gehörte [J. RothRadetzkymarsch213]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

verpönt Part.adj. ‘allgemein abgelehnt, mißbilligt, verachtet’ (um 1800), älter verpēnt ‘(bei Übertretung) mit Geldstrafe belegt’ (15. Jh.), in adjektivischen Gebrauch übergegangenes Part. Prät. von verpönen ‘für schlecht, schädlich halten und daher mißbilligen, ablehnen’, älter ‘als strafbar hinstellen’ (18. Jh.), frühnhd. verpēnen ‘mit einer Geldbuße, Strafe belegen’ (15. Jh.), einer Bildung zu mhd. pēn(e) ‘Strafe’. Dies ist eine Entlehnung (wie zu einem früheren Zeitpunkt schon ahd. pīna, s. ↗Pein) aus mlat. pena, lat. poena ‘Sühne, Strafe, Rache, Qual’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(strikt) untersagt · nicht erlaubt · nicht zugelassen · ↗tabu · ↗verboten · verpönt
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ausdruck Begriff Genre Komponist Methode Sport Symbol Wort bisher bislang damals ehemals eher eigentlich einst hierzulande inzwischen lange längst offiziell oft sonst streng verboten zuvor

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verpönt‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der allenthalben verpönten kulturkritischen Manier machte er sich dabei trotzdem in keinem Moment schuldig.
Die Zeit, 29.09.2008, Nr. 39
Wie selbstverständlich erwähnte er jüdische Forscher und ihre Leistungen, desgleichen bereits verpönte internationale chemische Literatur.
Süddeutsche Zeitung, 09.11.1999
Dazu muß nun allerdings jenes lange Zeit verpönte Attribut weiblicher Schönheit vorhanden sein.
Weber, Annemarie (Hg.), Die Hygiene der Schulbank, Wiesbaden: Falken-Verl. 1955, S. 25
Buchhandlungen, die er passierte, hielten ihn wohl auf, aber gerade die früher verpönten Fenster.
Canetti, Elias: Die Blendung, München: Hanser 1994 [1935], S. 120
Man kehre wieder zu den mit Unrecht verpönten Einzelsätzen zurück.
Pädagogisches Archiv, 1912, Nr. 1, Bd. 54
Zitationshilfe
„verpönt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verpönt>, abgerufen am 18.08.2019.

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