verpetzen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungver-pet-zen (computergeneriert)
eWDG, 1977

Bedeutung

Schülersprache, abwertend jmdn. verpetzenetw. von jmdm. petzen, verraten
Beispiele:
er hat ihn beim Lehrer verpetzt
dass wir ihm einen Streich spielen wollten, hat sie verpetzt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

petzen1 · Petze · verpetzen
petzen1 Vb. ‘angeben, verraten’ (bei Lehrern, Eltern), studentensprachlich (Ende 18. Jh.), zunächst auf Halle beschränkt, dann über md. Universitätsstädte (seit Mitte 19. Jh.) allenthalben in der Sprache der Studenten und Schüler verbreitet; Herkunft unsicher. Vielleicht aus rotw. petzen, pezetten ‘bei der Polizei angeben, anzeigen, verraten’ (zu jidd. Peizaddik, Pezet ‘Polizei’, das aus pe, der jidd. Bezeichnung für p, und zadik, der Bezeichnung für z, entstanden ist, vgl. Wolf Rotw. 241); oder zu Petze ‘Hündin’ (unbekannter Herkunft), eigentlich wohl ‘Verbellerin’ (Ende 15. Jh.), unter dessen Einfluß auch Petze f. ‘Verräter(in), Angeber’ (Ende 19. Jh.) entstanden sein kann. Am ehesten aber ist das Verb wohl als eine Bedeutungsvariante von ↗pfetzen, ↗petzen (s. d.) aufzufassen, indem sich dort genanntes ‘übel reden, beschimpfen, schmähen, tadeln’ in der Schüler- und Studentensprache zu ‘angeben, anzeigen, verraten’ weiterentwickelt und eine überlandschaftliche Verbreitung erfahren hat. verpetzen Vb. ‘verraten, anzeigen’ (Ende 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(etwas) weitergeben · ↗(jemanden / etwas) verraten · ↗denunzieren · ↗melden  ●  (etwas) petzen  ugs. · ↗anscheißen  derb · ↗anschwärzen  ugs. · ↗vernadern  ugs., österr. · verpetzen  ugs. · ↗verpfeifen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemanden) verpfeifen  ●  in die Pfanne hauen  ugs., fig. · petzen  ugs. · verpetzen  ugs.
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Irgendwann haben wir uns gezankt, und ich habe angedroht, ihn an die Mama zu verpetzen.
Der Tagesspiegel, 11.07.2001
Es ist nicht unbedingt die feine Art, jemanden zu verpetzen.
Bild, 20.05.2000
Der Techniker verpetzte uns, unsere Mütter trafen sich und verboten uns weiterzumachen.
Süddeutsche Zeitung, 13.09.2004
Wir saßen alle bei Tisch, als Carlos ansetzte, meine Schwestern, die irgend etwas ausgefressen hatten, zu verpetzen.
Maltzan, Maria von: Schlage die Trommel und fürchte dich nicht, Berlin: Ullstein 1998 [1986], S. 3
Er verpetzte mich bei jeder Gelegenheit beim Chef, besonders versuchte er immer bei der Chefin sich »lieb Kind« zu machen.
Alexander Granach, Da geht ein Mensch: Leck: btb Verlag 2007, S. 106
Zitationshilfe
„verpetzen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verpetzen>, abgerufen am 23.04.2019.

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