Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

verpetzen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung ver-pet-zen
eWDG

Bedeutung

Schülersprache, abwertend jmdn. verpetzenetw. von jmdm. petzen, verraten
Beispiele:
er hat ihn beim Lehrer verpetzt
dass wir ihm einen Streich spielen wollten, hat sie verpetzt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

petzen1 · Petze · verpetzen
petzen1 Vb. ‘angeben, verraten’ (bei Lehrern, Eltern), studentensprachlich (Ende 18. Jh.), zunächst auf Halle beschränkt, dann über md. Universitätsstädte (seit Mitte 19. Jh.) allenthalben in der Sprache der Studenten und Schüler verbreitet; Herkunft unsicher. Vielleicht aus rotw. petzen, pezetten ‘bei der Polizei angeben, anzeigen, verraten’ (zu jidd. Peizaddik, Pezet ‘Polizei’, das aus pe, der jidd. Bezeichnung für p, und zadik, der Bezeichnung für z, entstanden ist, vgl. Wolf Rotw. 241); oder zu Petze ‘Hündin’ (unbekannter Herkunft), eigentlich wohl ‘Verbellerin’ (Ende 15. Jh.), unter dessen Einfluß auch Petze f. ‘Verräter(in), Angeber’ (Ende 19. Jh.) entstanden sein kann. Am ehesten aber ist das Verb wohl als eine Bedeutungsvariante von pfetzen, petzen2 (s. d.) aufzufassen, indem sich dort genanntes ‘übel reden, beschimpfen, schmähen, tadeln’ in der Schüler- und Studentensprache zu ‘angeben, anzeigen, verraten’ weiterentwickelt und eine überlandschaftliche Verbreitung erfahren hat. verpetzen Vb. ‘verraten, anzeigen’ (Ende 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(etwas) weitergeben · (jemanden / etwas / jemandem etwas) melden · (jemanden / etwas) verraten · (jemanden) denunzieren  ●  (etwas) petzen  ugs. · (jemandem etwas) hinterbringen  geh. · (jemandem etwas) zutragen  geh. · (jemanden) anscheißen (bei)  derb · (jemanden) anschwärzen (bei)  ugs. · (jemanden) verpetzen  ugs. · (jemanden) verpfeifen  ugs. · vernadern  ugs., österr.
Oberbegriffe
  • (sich) unsolidarisch verhalten · auf den eigenen Vorteil bedacht · auf den eigenen Vorteil schielen(d) · berechnend · eigennützig · nur an sich (selbst) denken(d)
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemanden) verpfeifen  ●  in die Pfanne hauen  ugs., fig. · petzen  ugs. · verpetzen  ugs.

Verwendungsbeispiele für ›verpetzen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es ist nicht unbedingt die feine Art, jemanden zu verpetzen. [Bild, 20.05.2000]
Irgendwann haben wir uns gezankt, und ich habe angedroht, ihn an die Mama zu verpetzen. [Der Tagesspiegel, 11.07.2001]
Der Techniker verpetzte uns, unsere Mütter trafen sich und verboten uns weiterzumachen. [Süddeutsche Zeitung, 13.09.2004]
Er hat einem verhaßten Lehrer das Auto zerkratzt und ist verpetzt worden. [Der Tagesspiegel, 19.03.1997]
Nur wenn alle dichthalten, läßt sich keiner herauslösen, der andere verpetzen könnte. [Süddeutsche Zeitung, 21.03.1994]
Zitationshilfe
„verpetzen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verpetzen>.

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