verpfänden

GrammatikVerb · verpfändete, hat verpfändet
Aussprache
Worttrennungver-pfän-den (computergeneriert)
Wortbildung mit ›verpfänden‹ als Erstglied: ↗Verpfändung
eWDG, 1977

Bedeutung

jmdm. etw. als Pfand für etw. festsetzen
Beispiele:
jmdm. seinen Besitz, sein Haus, Vermögen verpfänden
sie haben das Gerät für 200 Euro verpfändet
bildlich
Beispiel:
sein Wort verpfänden
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Pfand · Unterpfand · pfänden · verpfänden · Pfändung
Pfand n. ‘Gegenstand als Bürgschaft, Sicherheitsleistung für eine Forderung’, ahd. (8. Jh.), mhd. phant, asächs. afries. nl. pand, mnd. mnl. pant; Herkunft ungeklärt. Eine angenommene Entlehnung des nur im Kontinentalwestgerm. bezeugten Substantivs (anord. pantr aus dem Mnd.) aus afrz. pan ‘Stück Tuch’ (aus lat. pannus ‘Stück Tuch, Lappen’), auch (nordafrz.) ‘an einen Gläubiger zur Sicherheit übergebener Vorrat an Tuch’, daher ‘Sicherheit, Bürgschaft’ (woraus engl. pawn), ist insofern wenig wahrscheinlich, als die letztgenannte Bedeutung im Frz. erst im 13. Jh. auftritt und der auslautende Dental im Germ. unerklärt bleibt (nordmfrz. pand, pant dürfte vielmehr auf mnl. Einfluß zurückzuführen sein). Wenig befriedigend ist auch die Herleitung von lat. pactum ‘Vertrag, Vergleich, Abrede’ (s. ↗Pakt), da dabei eine nicht nachzuweisende vlat. Entwicklung über *panctum zu *pantum vorausgesetzt werden müßte. Schließlich wird noch Herleitung (wie bei ↗Pfennig, s. d.) aus lat. pondus ‘Gewicht’ erwogen unter Annahme einer Bedeutungsentwicklung zu ‘Münzsicherheit’ (beim Nachwiegen von Geldstücken unterschiedlichen Feingehalts), vgl. Knobloch in: Lingua 26 (1970/71) 311; die Entlehnung müßte dann sehr früh, im Unterschied zu ↗Pfund (s. d.) schon vor dem Wandel von ie. o zu germ. a erfolgt sein und würde nur die auf dem Festland mit den Römern in Beziehung stehenden germanischen Stämme betroffen haben. Unterpfand n. ‘Gegenstand, Geldsumme als Sicherheit’, übertragen ‘Zeichen, Beweis’, zuvor (rechtssprachlich) ‘Gegenpfand, Sicherheit, die der Pfandempfänger dem Verpfänder hinterläßt’, spätmhd. underphant. pfänden Vb. ‘ein Pfand für eine geldliche Forderung einziehen’, mhd. phanten, phenden ‘jmdm. ein Pfand abnehmen’, ahd. phantōn ‘zum Pfande geben’ (9. Jh.). verpfänden Vb. mhd. verphenden. Pfändung f. mhd. phandunge, phendunge.

Thesaurus

Synonymgruppe
als Pfand geben · in Pfand geben · verpfänden · ↗versetzen  ●  ↗belehnen  schweiz.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aktienpaket Bank Besitz Darlehen Ehrenwort Gegenzug Gläubiger Gläubigerbanken Herzog Kaufmann Kredit Kreditgeber Kreditinstitut Möbel Schmuck Sicherheit Springer-Aktie Transferrecht Transferrechte Vereinsnamen Vermieter Versicherungskonzern Wertpapier Zuschauereinnahme abtreten beleihen pfänden vererben verpachten veräußern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verpfänden‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Damit er die Zeit des Wartens finanzieren kann, hat er das restliche Stück Land, das ihm geblieben ist, verpfändet.
Die Zeit, 12.04.2010, Nr. 15
In einem von ihnen muss man sich tatsächlich verpfänden - für das Geschirr nämlich.
Die Welt, 19.12.2000
Dann verpfänden sie uns das Dach überm Kopf für die Steuern.
Brecht, Bertolt: Mutter Courage und ihre Kinder, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1967 [1939], S. 9290
Sie verpfändeten nach ihrem Recht Freiheit und Gut für ihre Treue.
o. A.: Die mittelalterliche Kirche. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1966], S. 3594
Und eines Tages werden wir auch noch den letzten Silberbecher verpfänden müssen.
Brückner, Christine: Wenn du geredet hättest, Desdemona, Frankfurt a. M.: Ullstein 1986 [1983], S. 36
Zitationshilfe
„verpfänden“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verpfänden>, abgerufen am 18.08.2019.

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