verpflegen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung ver-pfle-gen
eWDG, 1977

Bedeutung

jmdn. mit Nahrung versorgen
Beispiele:
wir wohnen privat, werden aber in einem Heim verpflegt
er verpflegt sich selbst
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

pflegen · Gepflogenheit · Pflege · Pfleger · pfleglich · verpflegen · Verpflegung
pflegen Vb. ‘für jmdn., etw. sorgen, etw. anhaltend ausüben, betreiben, sich etw. angelegen sein lassen, die Gewohnheit haben, etw. zu tun’, ahd. phlegan (8. Jh.), mhd. phlegen ‘sich für etw. einsetzen, sorgen für, Verantwortung tragen für, Aufsicht führen, ausüben, betreiben, leiten’, asächs. plegan ‘sich verbürgen, für etw. verantwortlich sein’, mnd. plēgen, mnl. plēghen, nl. plegen und (entsprechend dem grammatischen Wechsel) aengl. plēon ‘sich einer Gefahr aussetzen’ führen auf eine Ausgangsbedeutung ‘sich einsetzen’. Die weitere Herkunft des nur im Westgerm. bezeugten Verbs (westgerm. *plegan) ist ungeklärt, sichere außergerm. Beziehungen fehlen; vgl. eine Zusammenstellung der Herleitungsversuche bei Trier in: PBB 67 (1945) 110 ff. Die ehemals starke Flexion ist teilweise noch erhalten für pflegen (pflog, gepflogen) in der Bedeutung ‘etw. anhaltend ausüben, betreiben’; dazu die Ableitung Gepflogenheit f. ‘Brauch, Gewohnheit’ (19. Jh.), in der öst. Kanzleisprache gebildet. Pflege f. ‘Fürsorge, Obhut, Versorgung’, ahd. phlega (11. Jh.), mhd. phlege ‘Fürsorge, Obhut, Vormundschaft, Umgang, Amt, Zins, Abgabe, Lebensart, Gewohnheit, Beschäftigung’. Pfleger m. ‘wer für jmdn., etw. sorgt’, ahd. phlegāri ‘Beschützer, Hüter, Aufseher, Vorsteher, Verwalter’ (um 1000), mhd. phlegære, phleger ‘Beschützer, Aufseher, Vormund, Verwalter, Oberer’. pfleglich Adj. ‘sorgsam’, mhd. phlegelich ‘gewöhnlich’. verpflegen Vb. ‘jmdn. verköstigen’, mhd. verphlegen; Verpflegung f. ‘Verköstigung, Nahrung’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandem etwas) zu essen geben · (jemandem) Essen geben · ↗beköstigen · ↗bewirten · ↗ernähren · ↗füttern · ↗nähren · ↗verköstigen · verpflegen
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Junge füttern  ●  ↗atzen  fachspr., Jägersprache

Typische Verbindungen zu ›verpflegen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verpflegen‹.

Verwendungsbeispiele für ›verpflegen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Gäste verpflege man eben, ich solle mir mein Essen für morgen aufheben, wird mir dann gesagt.
Die Zeit, 16.05.2013, Nr. 21
Als der Tunnel unter dem Ärmelkanal fertig war, gab es niemanden mehr zu verpflegen.
Die Welt, 20.05.2003
An Stationen wurden wir von solchen Transporten überholt, da wurden wir auch verpflegt.
Alexander Granach, Da geht ein Mensch: Leck: btb Verlag 2007, S. 254
Ich sorgte dafür, daß er gut verpflegt und mit Geld versehen wurde, was er verlangt hatte.
Blos, Wilhelm: Denkwürdigkeiten eines Sozialdemokraten, Bd. 1. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1914], S. 5097
Man wohnte im Seehof sehr gemütlich und wurde famos verpflegt.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 22942
Zitationshilfe
„verpflegen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verpflegen>, abgerufen am 27.09.2020.

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