verplempern
GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungver-plem-pern
Wortbildung mit ›verplempern‹ als Erstglied: ↗Verplemperung
eWDG, 1977

Bedeutung

salopp
1.
etw., besonders Zeit, Geld, sinnlos vertun, vergeuden
Beispiele:
jetzt habe ich schon zwei Stunden verplempert, ich muss endlich etw. tun
wie viel Zeit und Geld man doch so verplempert!
verplempere deine Zeit nicht mit solchem Unsinn!
sich verplempern
Zeit und Möglichkeiten zu sinnvollem Tun durch nutzlose Betätigungen, Faulenzen, Liebschaften vergeuden
Beispiele:
er hat sich zu sehr verplempert
statt eine ordentliche Arbeit aufzunehmen, verplemperte er sich mit allen möglichen Torheiten
2.
landschaftlich, (besonders) mitteldeutsch eine Flüssigkeit verschütten
Beispiel:
pass doch auf, dass du nicht so viel Milch beim Eingießen verplemperst!
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

plempern · Plempe · verplempern
plempern Vb. ‘(Zeit, Geld u. dgl.) unnütz vergeuden’, auch (landschaftlich) ‘plantschen, spritzen, müßig umhergehen, bummeln, hin und her schütteln, verspritzen’ (belegt seit 19. Jh., doch mundartlich gewiß erheblich älter), Intensivbildung zu (landschaftlich) plampen ‘(sich) hin und her bewegen, baumeln, müßig einhergehen, nachlässig arbeiten’ (16. Jh.). Dazu Plempe f. ‘etw. Baumelndes, bes. Säbel, Degen, Seitengewehr’ (17. Jh.), aber auch ‘(durch Schütteln) fades, dünnes Getränk’. Heute bes. verplempern Vb. ‘vergeuden, unnötig ausgeben, durch unvorsichtige Bewegung verschütten’ (16. Jh.), refl. ‘sich unüberlegt verlieben, sich in eine unpassende Verbindung einlassen’ (17. Jh.). Die Wortgruppe ist wohl bewegungsnachahmender Herkunft.

Thesaurus

Synonymgruppe
(sein Geld) mit vollen Händen ausgeben · ↗vergeuden · ↗verprassen · verschwenderisch umgehen (mit)  ●  (Das) Geld (mit beiden Händen) auf die Straße werfen  fig. · Geld aus dem Fenster werfen  fig. · ↗verschwenden  Hauptform · ↗(nur so) raushauen  ugs. · (sein Geld) unter die Leute bringen  ugs. · ↗aasen (mit)  ugs. · auf den Kopf hauen  ugs. · auf neureich machen  ugs. · ↗durchbringen (Vermögen)  ugs. · mit Geld nur so um sich werfen  ugs. · rumaasen mit  ugs., rheinisch · ↗urassen  ugs., österr. · ↗verballern  ugs. · ↗verbraten  ugs. · ↗verbuttern  ugs. · verjankern  ugs., österr. · ↗verjubeln  ugs. · ↗verjuxen  ugs. · ↗verläppern  ugs. · verplempern  ugs. · verprotzen  ugs. · ↗verpulvern  ugs. · ↗verschleudern  ugs. · ↗vertun  ugs. · ↗verzocken  ugs. · ↗wegschmeißen  ugs. · ↗wegwerfen  ugs. · zum Fenster hinauswerfen  ugs. · zum Fenster rauswerfen  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Flüssigkeit vergießen · ↗verschütten  ●  ↗plempern  ugs. · splentern  ugs., norddeutsch · verplempern  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
Flüssigkeit vergießen · ↗verschütten  ●  ↗plempern  ugs. · splentern  ugs., norddeutsch · verplempern  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Freizeit Geld Lebenszeit Methoden Steuergelder Talent Zeit

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DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Inzwischen sind 30 Minuten verplempert und der Erkenntniswert tendiert gegen null.
Süddeutsche Zeitung, 08.07.2000
Der Kanzler denkt gar nicht daran, seine Zeit mit Ihnen zu verplempern.
Die Zeit, 25.06.1976, Nr. 27
Der Pauker verplemperte die Kräfte an verschiedene topfgroße Trommeln und benahm sich auch sonst wie ein Verkäufer auf dem Topfmarkt.
Morgner, Irmtraud: Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura, Berlin: Aufbau-Verl. 1974, S. 359
Verplempere deine rosige Jugend nicht mit Warten auf den Vaterlandslosen und Nichtgeborenen.
Traven, B.: Das Totenschiff, Berlin: Büchergilde Gutenberg 1929 [1926], S. 51
Da wir kein Geld für eine Führerübung verplempern konnten, blieben die Sternchen außerhalb Palmas unberücksichtigt.
Thelen, Albert Vigoleis: Die Insel des zweiten Gesichts, Düsseldorf: Claassen 1981 [1953], S. 311
Zitationshilfe
„verplempern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verplempern>, abgerufen am 20.01.2018.

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