verräuchern

GrammatikVerb
Worttrennungver-räu-chern (computergeneriert)
Grundformräuchern
Wortbildung mit ›verräuchern‹ als Grundform: ↗verräuchert
eWDG, 1977

Bedeutung

etw. mit Rauch erfüllen, durch Rauch schwärzen
Beispiel:
der alte Kachelofen verräuchert uns immer wieder die Wohnung
Grammatik: meist im Part. Prät.
Beispiele:
eine verräucherte Gaststätte, Küche
verräucherte Luft
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rauch · rauchen · Raucher · Nichtraucher · rauchig · räuchern · verräuchern
Rauch m. ‘aufsteigender Qualm, Dunst von brennenden Stoffen’, ahd. rouh (9. Jh., vgl. wīhrouh, 8. Jh., s. ↗Weihrauch), mhd. rouch, asächs. mnd. rōk, mnl. rooc, nl. rook, afries. rēk, aengl. rēc, anord. reykr (germ. *rauki-) und dazu wohl denominativ gebildetes rauchen Vb. ‘Qualm, Dunst entwickeln, aufsteigen lassen’, ahd. rouhhen ‘(be)räuchern, opfern’ (9. Jh.), mhd. rouchen ‘Rauch machen, von sich geben, (be)räuchern’, mnd. mnl. rōken, nl. roken, afries. rēka, aengl. rēcan, anord. reykja, schwed. röka stehen im Ablaut zu den unter ↗riechen (s. d.) behandelten Verben in deren alter Bedeutung ‘rauchen, dampfen’. (Tabak) rauchen kommt in der 2. Hälfte des 17. Jhs. auf, wohl nach frz. fumer du tabac; zuvor Tabak nehmen, trinken, saufen, schmoren. Dazu Raucher m. (17. Jh.), Nichtraucher m. (19. Jh.). rauchig Adj. ‘von Rauch durchzogen, voller Rauch, rauchfarben, nach Rauch schmeckend’, ahd. rouhhīg (Hs. 15. Jh.), spätmhd. rouchic ‘rauchig, dunstig, blähend, (übel)riechend’, asächs. rōkag (um 900). räuchern Vb. ‘Fleisch-, Fischwaren über längere Zeit dem Rauch aussetzen und dadurch haltbar machen, Rauchopfer bringen, Räuchermittel verbrennen’ (15. Jh.), iterative Weiterbildung von gleichbed. frühnhd. räuchen, röuchen; dazu verräuchern Vb. ‘mit Rauch erfüllen, durch Rauch schwärzen’ (19. Jh.).

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Manche Damen, die mittschiffs wohnen, deren Garderobe nicht verräuchert ist, haben ihre Roben an.
Süddeutsche Zeitung, 25.04.1997
Auf dem Hause meines Nachbarn, hundert Meter entfernt, nisteten Dohlen in den Schornsteinen und verräucherten die Zimmer.
Die Zeit, 01.03.1954, Nr. 09
Von den Häuserfronten muß Putz abbröckeln und die Giebel müssen ebenfalls verrußt und verräuchert sein.
Rosenzweig, Gerhard: Unsere Modelleisenbahn, Gütersloh: Bertelsmann Verlag 1966, S. 101
Die Deutschen gingen seltener essen, weil die Lokale so verräuchert seien, meint Leserbriefschreiber Dr. Werner Eberl aus München.
Süddeutsche Zeitung, 22.09.1999
Die ältere Cueva del Drach, die Drachenhöhle, ist durch Fackelbeleuchtung verräuchert, um so feenhafter wirken die erst 1907 entdeckten Cuevas del Hams.
Witkowski, Georg: Von Menschen und Büchern, Erinnerungen 1863-1933. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1938], S. 5113
Zitationshilfe
„verräuchern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verräuchern>, abgerufen am 15.11.2019.

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