verrecken

Grammatik Verb · verreckt, verreckte, ist verreckt
Aussprache 
Worttrennung ver-re-cken
Grundform recken
eWDG

Bedeutung

salopp von Tieren   sterben, eingehen
Beispiel:
er sagte, ihm seien alle seine Schweine verreckt
vulgär von Menschen   elend zugrunde gehen, umkommen
Beispiele:
er ist elend in der Gosse verreckt
das tu ich ums Verrecken nicht (= auf keinen Fall, um keinen Preis)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

verrecken Vb. ‘sterben, verenden, eingehen’ (von Tieren), derb ‘elend zugrunde gehen’ (von Menschen), ahd. firrecken ‘ausstrecken, hervorstrecken, ausbreiten, zeigen, verbannen’ (10. Jh.), mhd. verrecken transitiv ‘auseinanderrecken, vernichten’ (frühnhd. auch vereinzelt ‘darreichen, vollstrecken, vollziehen’), intransitiv ‘die Glieder starr ausstreckend sterben’, präfigierte Bildung zu dem unter ↗recken (s. d.) behandelten Verb. In der Bedeutung ‘sterben’ wird es ursprünglich wertungsfrei von Menschen, dann auch von Tieren gebraucht, seit dem 17. Jh. fast nur noch von Tieren, so daß der Bezug auf Menschen als derb empfunden wird.

Thesaurus

Synonymgruppe
abkratzen  derb · ↗abnippeln  derb · elendig sterben  derb · elendig verrecken  derb · ↗hopsgehen  derb · ↗krepieren  ugs. · verrecken  derb
Oberbegriffe
  • das Zeitliche segnen · ↗davongehen · den Löffel abgeben · ↗entschlafen · ↗sterben · ↗umkommen · ↗verenden · ↗verscheiden · ↗versterben · von uns gehen · zu Ende gehen  ●  ↗abnippeln  ugs. · ins Gras beißen  ugs.
  • (jemandem) schlägt die Stunde · (jemandes) letztes Stündlein hat geschlagen · (seinen) letzten Atemzug tun · ↗ableben · ↗das Zeitliche segnen · ↗erlöschen · in die ewigen Jagdgründe eingehen · ↗verdämmern · ↗verscheiden · ↗versterben · ↗wegsterben  ●  (die) Augen für immer schließen  verhüllend · (die) Reihen lichten sich  fig. · ↗abtreten  fig. · aus dem Leben scheiden  fig. · ↗davongehen  fig. · ↗entschlafen  fig., verhüllend · ↗fallen  militärisch · ↗gehen  verhüllend · ↗heimgehen  fig., verhüllend · sanft entschlafen  verhüllend, fig. · seinen letzten Gang gehen  fig. · ↗sterben  Hauptform · uns verlassen  verhüllend · von der Bühne (des Lebens) abtreten  fig. · von uns gehen  fig. · (den) Arsch zukneifen  vulg., fig. · (den) Löffel abgeben  ugs., fig., salopp · (seine) letzte Fahrt antreten  ugs., fig. · ↗dahingehen  geh., verhüllend · dahingerafft werden (von)  ugs. · ↗dahinscheiden  geh., verhüllend · ↗den Geist aufgeben  ugs. · den Weg allen Fleisches gehen  geh. · die Hufe hochreißen  derb, fig. · dran glauben (müssen)  ugs. · in die Ewigkeit abberufen werden  geh., fig. · in die Grube fahren  ugs., fig. · in die Grube gehen  ugs. · ins Grab sinken  geh., fig. · ins Gras beißen  ugs., fig. · sein Leben aushauchen  geh. · seinen Geist aufgeben  ugs. · seinen Geist aushauchen  geh. · vor seinen Richter treten  geh., religiös, fig. · vor seinen Schöpfer treten  geh., fig.
Assoziationen
  • (den) Tod erleiden · (den) Tod finden · ↗(ein) Opfer (des / der ...) werden · (jemanden) das Leben kosten · (sein) Leben lassen · (sein) Leben verlieren · es gibt (...) Tote · getötet werden · tödlich verunglücken · ↗umkommen · ums Leben kommen  ●  draußen bleiben  veraltend, historisch · zu Tode kommen  Hauptform · ↗(jemanden) dahinraffen  geh. · dahingerafft werden  geh. · ↗draufgehen  ugs., salopp · ↗hopsgehen  ugs., salopp · tot bleiben  ugs., regional, veraltet · vor die Hunde gehen  ugs., sprichwörtlich · über den Deister gehen  ugs., salopp, norddeutsch · über den Jordan gehen  ugs., salopp · über die Wupper gehen  ugs., regional, salopp

Typische Verbindungen zu ›verrecken‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verrecken‹.

Verwendungsbeispiele für ›verrecken‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie verrecken ja doch bei uns, sie kommen nimmer raus.
Der Tagesspiegel, 25.04.2005
Wir hätten alle verrecken sollen, wenn es nur geheimgehalten werden könnte.
Töpfer, Carl: Der neue Franz. In: Flieger am Feind, Gütersloh: Bertelsmann 1934 [1934], S. 193
Millionen verreckten, er kneipte und skatete sich dem Ende entgegen.
Die Zeit, 04.05.2005, Nr. 19
Die hat man nicht so verhungern und verrecken lassen wie sonstwo die Russen.
Renn, Ludwig [d. i. Vieth v. Golßenau, Arnold Friedrich]: Krieg - Nachkrieg, Berlin: Aufbau-Verl. 1951 [1930], S. 351
Wo eine Million verrecken, spielen da zwei noch eine Rolle?
Thelen, Albert Vigoleis: Die Insel des zweiten Gesichts, Düsseldorf: Claassen 1981 [1953], S. 419
Zitationshilfe
„verrecken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verrecken>, abgerufen am 12.05.2021.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Verrechtlichung
verrechtlichen
Verrechnungswährung
Verrechnungsverfahren
Verrechnungssteuer
verreden
verregnen
verregnet
verreiben
verreisen