verrecken

GrammatikVerb · verreckt, verreckte, ist verreckt
Aussprache
Worttrennungver-re-cken
Grundformrecken
eWDG, 1977

Bedeutung

salopp von Tieren   sterben, eingehen
Beispiel:
er sagte, ihm seien alle seine Schweine verreckt
vulgär von Menschen   elend zugrunde gehen, umkommen
Beispiele:
er ist elend in der Gosse verreckt
das tu ich ums Verrecken nicht (= auf keinen Fall, um keinen Preis)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

verrecken Vb. ‘sterben, verenden, eingehen’ (von Tieren), derb ‘elend zugrunde gehen’ (von Menschen), ahd. firrecken ‘ausstrecken, hervorstrecken, ausbreiten, zeigen, verbannen’ (10. Jh.), mhd. verrecken transitiv ‘auseinanderrecken, vernichten’ (frühnhd. auch vereinzelt ‘darreichen, vollstrecken, vollziehen’), intransitiv ‘die Glieder starr ausstreckend sterben’, präfigierte Bildung zu dem unter ↗recken (s. d.) behandelten Verb. In der Bedeutung ‘sterben’ wird es ursprünglich wertungsfrei von Menschen, dann auch von Tieren gebraucht, seit dem 17. Jh. fast nur noch von Tieren, so daß der Bezug auf Menschen als derb empfunden wird.

Thesaurus

Synonymgruppe
abkratzen  derb · ↗abnippeln  derb · elendig sterben  derb · elendig verrecken  derb · ↗hopsgehen  derb · ↗krepieren  ugs. · verrecken  derb
Oberbegriffe
  • das Zeitliche segnen · ↗davongehen · den Löffel abgeben · ↗entschlafen · ↗sterben · ↗umkommen · ↗verenden · ↗verscheiden · ↗versterben · von uns gehen · zu Ende gehen  ●  ↗abnippeln  ugs. · ins Gras beißen  ugs.
  • (die) Augen für immer schließen · (jemandem) schlägt die Stunde · (jemandes) letztes Stündlein hat geschlagen · ↗ableben · das Zeitliche segnen · den Tod erleiden · ↗erlöschen · in den letzten Zügen liegen · in die ewigen Jagdgründe eingehen · sein Leben aushauchen · sein Leben lassen · seinen Geist aushauchen · ↗verdämmern · ↗verscheiden · ↗versterben · ↗wegsterben  ●  (die) Reihen lichten sich  fig. · ↗abtreten  fig. · aus dem Leben scheiden  fig. · ↗dahinscheiden  verhüllend · ↗davongehen  fig. · ↗entschlafen  fig., verhüllend · ↗fallen  militärisch · ↗gehen  verhüllend · sanft entschlafen  verhüllend, fig. · seinen letzten Gang gehen  fig. · ↗sterben  Hauptform · uns verlassen  verhüllend · von der Bühne des Lebens abtreten  fig. · von uns gehen  fig. · über die Klinge springen (lassen)  salopp · (den) Arsch zukneifen  vulg., fig. · (den) Löffel abgeben  ugs., fig., salopp · (den) Weg allen Fleisches gehen  geh. · (seine) letzte Fahrt antreten  ugs., fig. · ↗dahingehen  geh., verhüllend · dahingerafft werden (von)  ugs. · den Geist aufgeben  ugs. · die Hufe hochreißen  derb, fig. · dran glauben (müssen)  ugs. · in die Grube fahren  ugs., fig. · ins Gras beißen  ugs., fig. · seinen Geist aufgeben  ugs. · vor seinen Richter treten  geh., fig. · vor seinen Schöpfer treten  geh., fig.
Assoziationen
  • (den) Tod finden · ↗(ein) Opfer (des / der ...) werden · (jemanden) das Leben kosten · (sein) Leben lassen · (sein) Leben verlieren · es gibt (...) Tote · getötet werden · tödlich verunglücken · ↗umkommen · ums Leben kommen  ●  draußen bleiben  veraltend, historisch · zu Tode kommen  Hauptform · ↗(jemanden) dahinraffen  geh. · dahingerafft werden  geh. · ↗draufgehen  ugs., salopp · ↗hopsgehen  ugs., salopp · tot bleiben  ugs., regional, veraltet · vor die Hunde gehen  ugs., sprichwörtlich · über den Deister gehen  ugs., salopp, norddeutsch · über den Jordan gehen  ugs., salopp · über die Wupper gehen  ugs., regional, salopp

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ackergraben Ausländer Dreck Fisch Gefängnis Hund Hunger Leutchen Motor Rotfront Tausend Wald Zecke du elend elendig endlich ersticken jämmerlich lieber qualvoll verhungern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verrecken‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie verrecken ja doch bei uns, sie kommen nimmer raus.
Der Tagesspiegel, 25.04.2005
Wir hätten alle verrecken sollen, wenn es nur geheimgehalten werden könnte.
Töpfer, Carl: Der neue Franz. In: Flieger am Feind, Gütersloh: Bertelsmann 1934 [1934], S. 193
Millionen verreckten, er kneipte und skatete sich dem Ende entgegen.
Die Zeit, 04.05.2005, Nr. 19
Die hat man nicht so verhungern und verrecken lassen wie sonstwo die Russen.
Renn, Ludwig [d. i. Vieth v. Golßenau, Arnold Friedrich]: Krieg - Nachkrieg, Berlin: Aufbau-Verl. 1951 [1930], S. 351
Wo eine Million verrecken, spielen da zwei noch eine Rolle?
Thelen, Albert Vigoleis: Die Insel des zweiten Gesichts, Düsseldorf: Claassen 1981 [1953], S. 419
Zitationshilfe
„verrecken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verrecken>, abgerufen am 21.11.2019.

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