verrichten

GrammatikVerb · verrichtete, hat verrichtet
Worttrennungver-rich-ten (computergeneriert)
Grundformrichten1
Wortbildung mit ›verrichten‹ als Erstglied: ↗Verrichtung  ·  mit ›verrichten‹ als Letztglied: ↗unverrichtet
eWDG, 1977

Bedeutung

etw. tun, ausführen, erledigen
Beispiele:
eine Arbeit, seinen Dienst verrichten
seine Notdurft verrichten
einen Auftrag verrichten
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

richten · Richtung · Richter · richterlich · Richtstätte · Richtbeil · Richtscheit · Richtschnur · Richtfest · anrichten · Anrichte · aufrichten · einrichten · errichten · verrichten · vorrichten · zurichten
richten Vb. ‘etw. Krummes gerademachen, in eine gerade Lage, Stellung, Richtung bringen, auf ein Ziel hinlenken, in Ordnung bringen, Recht sprechen’, ahd. (8. Jh.), mhd. rihten ‘recht, gerademachen, in eine Richtung bringen, aufrichten, aufstellen, in Ordnung bringen, fertigmachen, er-, einrichten, gestalten, herrschen, regieren, Recht sprechen’, asächs. rihtian, mnd. richten, mnl. rechten, richten, nl. rechten, aengl. rihtan, engl. to right, anord. rētta, schwed. räta, got. garaíhtjan (germ. *rehtjan) sind Faktitiva im Sinne von ‘gerademachen’ zu dem unter ↗recht (s. d.) behandelten Adjektiv. Richtung f. ‘das Gerademachen, gerade, aufrechte Haltung’ (2. Hälfte 18. Jh.), ‘Gerichtetsein, Verlauf, Wendung auf ein Ziel zu’ (Ende 18. Jh.), ‘Strömung, Bewegung’ in Kultur, Politik (Anfang 19. Jh.), abgeleitet vom oben genannten Verb in seinen verschiedenen Bedeutungen, in älterer Sprache vornehmlich an ‘herrschen, regieren, Recht sprechen’ anknüpfend, vgl. ahd. rihtunga ‘Gericht, (Ordens)regel, Leitung, Verwaltung’ (8. Jh.), mhd. rihtunge ‘Gericht, gerichtliche Entscheidung, Urteil’. Richter m. ‘wer über etw., jmdn. richtet, mit der Entscheidung von Rechtsstreitigkeiten Beauftragter’, ahd. rihtāri ‘Leiter, Richter’ (8. Jh.), mhd. rihtære, rihter ‘Lenker, Ordner, Oberherr, Regent, Richter’; richterlich Adj. ‘den Richter und sein Amt betreffend, auf ihm beruhend, zu ihm gehörend’ (16. Jh.). Richtstätte f. ‘Platz für Hinrichtungen’ (19. Jh.), zuvor Richtstatt (16. Jh., älter ‘Gerichtsstätte’, 15. Jh.). Richtbeil n. ‘Beil, mit dem ein zum Tode Verurteilter enthauptet wird’ (17. Jh.). Richtscheit n. Richtlatte der Bauhandwerker, mhd. riht(e)schīt. Richtschnur f. ‘gespannte Schnur zum Bezeichnen gerader Linien’ (15. Jh.), übertragen ‘Grundsatz, Leitlinie, Norm’ (1. Hälfte 16. Jh.). Richtfest n. ‘Fest nach Aufrichtung des Dachstuhls’ (19. Jh.), auch Richtessen, Richtschmaus. anrichten Vb. ‘zum Essen fertigmachen, auftragen, bereitstellen, Schaden verursachen, zustande bringen’ (14. Jh.); Anrichte f. ‘Raum, Tisch zum Zubereiten, Bereitstellen von Speisen, niedriger Schrank für Geschirr’, mhd. anrihte. aufrichten Vb. ‘geraderichten, senkrecht stellen, errichten, trösten, Mut zusprechen’, ahd. ūfrihten ‘emporstrecken’ (9. Jh.), mhd. ūfrihten ‘aufstellen, ins Werk setzen, trösten’. einrichten Vb. ‘ausstatten’ (mit Möbeln, Geräten), ‘zur öffentlichen Nutzung gründen, nach bestimmten Gesichtspunkten gestalten, passend machen’, reflexiv ‘sich den Gegebenheiten, der Lage anpassen’ (15. Jh.). errichten Vb. ‘aufstellen, bilden’ (17. Jh.); vgl. ahd. irrihten ‘auf-, einrichten’ (um 800). verrichten Vb. ‘(ordnungsgemäß) ausführen, erledigen’, mhd. verrihten ‘in Ordnung bringen, einrichten’. vorrichten Vb. ‘zurechtmachen, vorbereiten, erneuern’ (16. Jh.), mhd. vürrihten ‘hervorstrecken’. zurichten Vb. ‘herrichten, vorbereiten’, mhd. zuorihten. Aus übel zurichten (16. Jh.) entwickelt zurichten den Sinn von ‘beschädigen, mißhandeln’.

Thesaurus

Synonymgruppe
ausüben · ↗bedienen · ↗betätigen · ↗handhaben · ↗machen · ↗praktizieren · tätig sein · verrichten
Oberbegriffe
Synonymgruppe
abwickeln · ↗ausführen · ↗bewerkstelligen · ↗durchführen · ↗erledigen · ↗leisten · ↗realisieren · ↗umsetzen · verrichten · ↗vollführen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Andacht Arbeit Büroarbeit Defensivarbeit Dienst Drecksarbeit Feldarbeit Gartenarbeit Gebet Handarbeit Handgriff Handwerk Hauptarbeit Hausarbeit Hilfsarbeit Hilfsdienst Job Morgengebet Notdurft Schwerstarbeit Sklavenarbeit Tagewerk Tagwerk Tätigkeit Zerstörungswerk Zwangsarbeit gewissenhaft klaglos unauffällig zuverlässig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verrichten‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Währenddessen verrichtet die unbekannte Frau geheimnisvolle Dinge am Portal eines Hauses.
Der Tagesspiegel, 30.11.2002
Dann setze ich mich zurecht, den schwierigsten Teil meiner Arbeit habe ich schon verrichtet.
Die Zeit, 17.09.1976, Nr. 39
Wem gehört das Land und wer hat auf diesem die Arbeit zu verrichten?
Harmjanz, Heinrich: Ostpreußische Bauern, Königsberg: Reichsnährstand Verl. Ges. 1939 [1938], S. 102
Trotz meiner 60 Jahre kann ich wieder alle Arbeit verrichten.
o. A.: Heumann-Heilmittel, o. O.: [1936], S. 67
Später muß sie diese Dinge auch ohne Aufsicht zur Zufriedenheit verrichten.
Franken, Konstanze von [d.i. Stoekl, Helene]: Handbuch des guten Tones, Berlin: Hesse 1936, S. 93
Zitationshilfe
„verrichten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verrichten>, abgerufen am 23.03.2019.

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