verrotten

GrammatikVerb · verrottete, ist verrottet
Aussprache
Worttrennungver-rot-ten (computergeneriert)
Wortzerlegungver-rotten
Wortbildung mit ›verrotten‹ als Erstglied: ↗Verrottung
eWDG, 1977

Bedeutung

verfaulen, verwesen
Beispiele:
wenn Pflanzenreste und Stalldung gut verrottet sind, geben sie einen ausgezeichneten Dünger ab
ein altes Boot, dessen hölzerner Boden halb verrottet war
bildlich verderben, unbrauchbar werden
Beispiel:
die Maschine hat den ganzen Winter über im Freien gestanden, und jetzt ist sie verrottet
umgangssprachlich, übertragen verkommen, den sittlichen Halt verlieren
Beispiel:
eine verrottete Familie, Gesellschaft
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

verrotten · rotten2
verrotten Vb. ‘(ver)faulen, verwesen, verderben’, übertragen ‘verkommen’ wird wie (obgleich seltener) das gleichbed. Simplex rotten2 Vb. im 17. Jh. aus dem Nd. in die Literatursprache aufgenommen. Mnd. vorrotten und mnd. rotten ‘(ver)faulen’ sowie mnl. nl. verrotten und mnl. nl. rotten vergleichen sich im germ. Sprachbereich mit ahd. roʒʒēn ‘verwesen, faulen’ (um 1000), mhd. roʒʒen ‘welk, bleich, faul werden’, asächs. roton, aengl. rotian, engl. to rot ‘(ver)faulen, verrotten, verwesen’, anord. rotinn, schwed. rutten ‘verfault’. Daneben stehen (ablautend mit langem Vokal) mhd. rōʒen ‘faulen’, mnd. rōten, mnl. rōten, rootten, nl. roten ‘Flachs im Wasser faulen lassen und dadurch mürbe machen’ sowie mhd. rōʒ ‘mürbe’. Die Wortgruppe läßt sich mit lat. rūdus ‘zerbröckeltes Gestein, Geröll, Schutt’ (eigentlich ‘Zerfallenes, Aufgelöstes’), mir. rūad ‘Ruine’ verbinden und auf ie. *reud- ‘zerreißen’ zurückführen, eine Erweiterung der Wurzel ie. *reu-, *reu̯ə- ‘aufreißen, graben, aufwühlen, ausreißen, raffen’ (s. ↗roden).

Thesaurus

Synonymgruppe
faulen · ↗herunterkommen · ↗modern · ↗verfallen · ↗verfaulen · ↗vergammeln · ↗verkommen · ↗vermodern · verrotten · ↗verwesen  ●  ↗gammeln  ugs. · ↗verlottern  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abfall Bahnhof Baum Ernte Fabrik Faß Gebäude Gefängnis Gleis Hafen Holz Hölle Infrastruktur Kadaver Keller Kern Lagerhalle Lebensmittel Müll Pflanze Stadtrand Tonne Wald allmählich hin jahrelang langsam seitdem verfallen verrosten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verrotten‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wir dürfen nicht zulassen, dass alles weiter bergab geht, hilflose Politiker das Land verrotten lassen.
Die Welt, 21.11.2002
Auf Dauer kann bei dieser Politik ihre Wirtschaft nur verrotten.
Die Zeit, 04.04.1986, Nr. 15
Dazu wurde der Wald fast völlig abgeholzt, dabei mehrhundertjährige Eichen gefällt, und sie verrotten jetzt.
Süddeutsche Zeitung, 03.09.1994
Wie lange der Dünger auf Haufen liegen und wie weit er verrotten muß?
Böttner, Johannes: Gartenbuch für Anfänger, Frankfurt (Oder) u. a.: Trowitsch & Sohn 1944 [1895], S. 41
Nördlich der Spree leicht hügelig zum Höhenzug Barnim ansteigend, wurde Friedrichshain in realsozialistischer Zeit einerseits in industrieserieller Großplattenbauweise wieder aufgebaut, andererseits verrottete die Altbausubstanz großflächig.
o. A. [Hz.]: Friedrichshain. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1990]
Zitationshilfe
„verrotten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verrotten>, abgerufen am 23.09.2019.

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