verrufen

Grammatikpartizipiales Adjektiv
Aussprache
Worttrennungver-ru-fen
Wortbildung mit ›verrufen‹ als Grundform: ↗Verruf · ↗Verrufenheit
eWDG, 1977

Bedeutung

übel beleumundet, berüchtigt
Beispiele:
ein verrufenes Haus, Lokal
eine verrufene Gegend
er war als Scharlatan verrufen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

rufen · Ruf1 · verrufen · Rufname
rufen Vb. ‘die Stimme laut ertönen lassen’. Das ursprünglich reduplizierende germ. Verb ahd. (h)ruofan (8. Jh.), mhd. ruofen, (md.) rūfen, rōfen, asächs. hrōpan, mnd. rōpen, mnl. nl. roepen, afries. hrōpa, aengl. hrōpan ‘rufen’ (germ. *hrōpan) ist ebenso wie schwach flektierendes ahd. (h)ruofen (9. Jh.), mhd. rüefen, ruofen, (md.) rūfen, rōfen, anord. hrōpa, hrœpa ‘verleumden, rufen’, schwed. ropa, got. hrōpjan ‘rufen’ (germ. *hrōpjan) vermutlich lautnachahmenden Ursprungs und gehört zu einer b-Erweiterung der Schallwurzel ie. *kar(ə)- ‘laut preisen, rühmen’, wozu auch ↗Ruhm (s. d.) und außergerm. aind. carkarti ‘erwähnt rühmend’, karkaríḥ, karkarī́ ‘eine Art Laute’, kīrtíḥ ‘Ruhm, Kunde, Erwähnung, Preis, Lob’, griech. karká͞irein (καρκαίρειν) ‘erdröhnen, erbeben, zittern’, kḗryx (κήρυξ), (dor.) kā́ryx (κάρυς) ‘Herold, Bote’, lit. kar̃das ‘Widerhall, Echo’, kardìntis ‘sich bemerkbar machen, von sich hören lassen’, ablautend alit. apkerdžiu ‘ich verkünde’ gestellt werden können. Ruf1 m. ‘lautliche Äußerung, Appell, Forderung, Berufung (in ein Amt), Leumund’, ahd. (h)ruof (11. Jh.), mhd. ruof, (md.) rūf, mnd. rōp ‘Ruf, Geschrei’, mnl. nl. roep, aengl. hrōp ‘Ruf, Geschrei, Klage’, anord. hrōp ‘Verleumdung, Gerücht’, got. hrōps ‘Ruf, Geschrei’ und ahd. (h)ruoft ‘Geschrei’ (8. Jh.), mhd. ruoft ‘Ruf, Geschrei, Schall, Leumund’ sind Abstraktbildungen zum Verb (vgl. auch ahd. gi(h)ruofti, mhd. geruofte, s. ↗Gerücht). verrufen Vb. (veraltet) ‘öffentlich bekanntmachen’, mhd. (stark und schwach) verruofen, verrüefen ‘öffentlich ausrufen’, danach ‘in schlechten Ruf bringen’ (17. Jh.). Heute nur noch verrufen Part.adj. ‘übel beleumdet, berüchtigt’ (18. Jh.). Rufname m. (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(ein) Gschmäckle haben · ↗anrüchig · ↗berüchtigt · ↗berühmt-berüchtigt · ↗halbseiden · schlecht beleumundet · ↗unsauber · ↗unseriös · verrufen · verschrien · von zweifelhaftem Ruf  ●  nicht ganz koscher  fig. · ↗krumm  ugs., fig. · zum Himmel stinken  ugs., fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ecke Gegend Genre Geschäftsleute Kneipe Lokal Oligarch Ort Quartier Stadtteil Viertel einst korrupt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verrufen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit ihrer zweijährigen Tochter waren sie in dieses verrufene Viertel gezogen.
Die Zeit, 28.01.2013, Nr. 04
Seht her, wie modern wir sind, wie verrufen, wie nah am Puls der Zeit.
Süddeutsche Zeitung, 17.02.2000
Nur das gab Kraft, den Bann des verrufenen westlichen Meers zu brechen.
Bloch, Ernst: Das Prinzip Hoffnung Bd. 2, Berlin: Aufbau-Verl. 1955, S. 342
Er sah sich selber so herumziehen, entlassen, ungepflegt, allein und verrufen.
Baum, Vicky: Menschen im Hotel, München: Droemersche Verlagsanstalt 1956 [1929], S. 306
Als Doktor beschloß er, mit allen verrufenen Lokalen Schluß zu machen.
Canetti, Elias: Die Blendung, München: Hanser 1994 [1935], S. 370
Zitationshilfe
„verrufen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verrufen>, abgerufen am 18.03.2019.

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