versacken

GrammatikVerb · versackt, versackte, ist versackt
Aussprache
Worttrennungver-sa-cken
Grundformsacken
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
salopp in etw. einsinken (und steckenbleiben)
Beispiele:
der Kraftwagen versackte im Morast, Sand
wir waren im Schnee versackt
das Schiff versackte (= ging unter)
übertragen
Beispiele:
er ist in schlechte Gesellschaft geraten und völlig versackt (= moralisch verkommen, aus dem Gleis geraten)
er ist gestern abend wieder einmal versackt (= hat lange gefeiert und zuviel getrunken)
2.
umgangssprachlich etw. versacktetw. senkt sich
Beispiele:
nach dem langen Regen war die Straße an vielen Stellen versackt
die Türschwellen des alten Hauses versackten allmählich
übertragen zu Ende gehen, aufhören, vergehen
Beispiel:
Der Streik in den Exterwerken ... versackte mehr und mehr [F. WolfGrenze5,149]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

versacken · absacken
versacken Vb. ‘versinken, einsinken’, ein nd. Wort der Seemannssprache, Mitte 19. Jh. in die Literatursprache aufgenommen und dort auch verallgemeinert ‘in seiner Lebensweise abrutschen, bummeln’ (Anfang 20. Jh.). Präfixbildung zu nd. sacken ‘sinken, sich senken’, mnd. sik sacken ‘sich senken’; vgl. nl. zakken ‘sinken, fallen, sich senken’, mengl. saggen, engl. to sag ‘sich senken, durch-, absacken, sinken’ und (aus dem Mnd.) schwed. sacka ‘sinken, sich senken’, (seemännisch) ‘sacken, abfallen, zurückbleiben’, dän. sakke ‘zurückbleiben, sacken’, norw. (mundartlich) sakka ‘sinken, niedriger werden’. Es handelt sich um junge ablautende Intensivbildungen mit -kk- und mit n-Ausfall zu dem unter ↗sinken (s. d.) behandelten Verb. absacken Vb. ‘von der Strömung fortgetrieben werden, abtreiben’ (Ende 17. Jh.), allgemein ‘sich senken, absinken’ (1. Hälfte 20. Jh.), speziell von Flugzeugen ‘nach unten gedrückt werden, an Höhe verlieren’, von Motoren ‘an Leistung verlieren’, schließlich auch ‘unsolide werden’; in hd. Lautung umgesetztes mnd. nd. afsacken ‘wegsinken, vom Strom getrieben werden’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Sozialfall werden · abgewirtschaftet haben · sozial absteigen · ↗verelenden · ↗vergammeln · ↗verkommen · ↗verlottern · ↗verwahrlosen  ●  ↗herunterkommen (Person)  Hauptform · in der Gosse enden  fig. · in der Gosse landen  fig. · tief sinken  fig. · unter die Räder kommen  fig. · auf den Hund kommen  ugs. · ganz unten ankommen  ugs., fig. · ↗herumsumpfen  ugs. · ↗runterkommen  ugs. · versacken  ugs. · ↗verschlampen  ugs. · ↗versumpfen  ugs., fig.
Assoziationen
  • abfallen · ↗absinken · ↗abstürzen · ↗fallen · ↗niedergehen
  • ganz unten ankommen · ↗verelenden · völlig verwahrlosen · zugrunde gehen  ●  auf den Hund kommen  sprichwörtlich · vor die Hunde gehen  sprichwörtlich
  • sich gehen lassen · sich hängen lassen · sich vernachlässigen
  • abgleiten  ●  (den) Halt verlieren  fig. · ↗abdriften  fig. · ↗abrutschen  fig. · aus der Spur geraten  fig.
Antonyme
  • seinen Weg machen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bar Bein Blut Klischee Kneipe Loch Morast Schlamm Sumpf endgültig irgendwo oft sonst

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›versacken‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ins Toto geht man, um zu essen, man bleibt, um zu trinken, man versackt beim Tanz.
Bild, 22.03.2001
Wer heutzutage zum Lesen aufruft, versackt allzu leicht in kulturpessimistischem Raunen.
Süddeutsche Zeitung, 12.06.1996
Wir waren tief darin versackt, und kaum einer merkte es noch.
Die Zeit, 31.05.1985, Nr. 23
Wollen Sie fünf Minuten Unannehmlichkeiten beim Pastor in Kauf nehmen oder lieber versacken?
Fallada, Hans: Wer einmal aus dem Blechnapf frißt - Bd. 1, Berlin u. a.: Aufbau-Verl. 1990 [1934], S. 58
Einmal, im Südsudan, versackte der Wagen mit der Fotoausrüstung im Morast.
Heller, Gisela: Märkischer Bilderbogen, Berlin: Berlin Verlag der Nation 1978, S. 12
Zitationshilfe
„versacken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/versacken>, abgerufen am 06.12.2019.

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