versanden

GrammatikVerb · versandet, versandete, ist versandet
Aussprache
Worttrennungver-san-den (computergeneriert)
GrundformSand
Wortbildung mit ›versanden‹ als Erstglied: ↗Versandung
eWDG, 1977

Bedeutung

von Sand bedeckt, allmählich verschüttet werden
Beispiele:
die Fußspuren waren durch den Wind rasch versandet
der flache See versandete im Laufe der Zeit
übertragen allmählich aufhören
Beispiele:
die Unterhaltung versandete
er läßt die Beziehung versanden, sein Gefühl erkaltet [KolbSchaukel208]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Sand · sandig · Sandbank · (ver)sanden
Sand m. ‘feinkörniges, lockeres Gestein’, ahd. (8. Jh.), mhd. sant, asächs. sand, mnd. mnl. sant, nl. zand, afries. sond, sand, aengl. engl. sand, anord. sandr, schwed. sand weisen auf germ. *sanda-, assimiliert aus *samda-, dessen m in der Nebenform (mit labialem Gleitlaut) mhd. sambt, sampt, nhd. (bair. tirol.) Samt bewahrt ist; vgl. griech. ámathos (ἄμαθος, mit Hauchdissimilation aus *ἅμαθος) f. ‘Sand’. Als Grundform läßt sich ie. *sam(ə)dho- ansetzen. Vorausgesetzt, daß sich der s-Anlaut aus ursprünglichem ie. *bhs- vereinfacht hat, kann noch lat. sabulum ‘Sand, Kies’, griech. psámmos (ψάμμος) f., psámathos (ψάμαθος) f. ‘(Küsten)sand, Staub’, psḗn, psā́n (ψῆν, ψᾶν) ‘zerreiben, zermalmen’ und aind. bábhasti, bápsati ‘kaut, zerkaut, zerbeißt, verzehrt’ herangezogen und letztlich eine Wurzel ie. *bhes- ‘abreiben, zerreiben, ausstreuen’ angesetzt werden. sandig Adj. ‘wie Sand, voller Sand’, mhd. sandec, sandic. Sandbank f. ‘flache Sandinsel’ (17. Jh.). (ver)sanden Vb. ‘mit Sand bestreuen, mit Sand bedeckt werden’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) verlaufen · ↗(sich) verlieren · im Leeren verlaufen · im Nichts verlaufen · ins Leere laufen (mit) · nicht fruchten (bei jemandem) · nicht vorankommen · nicht weiterkommen (mit) · nicht weiterverfolgt werden · nichts bewirken · nichts herauskommen (bei) · ↗verpuffen · wirkungslos verpuffen · zu nichts führen  ●  wirkungslos bleiben  Hauptform · (sich) in Luft auflösen  ugs. · (sich) in Rauch auflösen  ugs. · (sich) in Wohlgefallen auflösen  ugs. · ↗(sich) totlaufen  ugs. · genauso gut hätte ich (+ absurde Handlung)  ugs. · im Sand verlaufen  ugs. · im Sande verlaufen  ugs. · nicht helfen  ugs. · nichts bringen  ugs. · vergebliche Liebesmüh sein  ugs. · ↗verläppern  ugs. · verplätschern  ugs. · versanden  ugs.
Assoziationen
  • (sich) erübrigen · Muster ohne Wert · die Mühe nicht wert · ↗fruchtlos · nichts wert · ↗nutzlos · ohne Sinn und Zweck · ↗sinnlos · ↗umsonst · unnotwendig · ↗unnötig · ↗unnütz · ↗wertlos · zu nichts nutze · zu nichts nütze · ↗zwecklos · ↗überflüssig  ●  sinn- und zwecklos  Hauptform · (den/die/das) kannst du in der Pfeife rauchen  ugs., fig. · (sich etwas) schenken können  ugs. · (sich etwas) sparen können  ugs. · ↗akademisch  geh. · der Mühe nicht wert  geh. · entbehrenswert  geh. · ↗entbehrlich  geh. · ↗müßig  geh. · nicht der Mühe wert  geh. · nichts bringen  ugs. · ↗verzichtbar  geh. · überflüssig wie ein Kropf  ugs.
  • erfolglos · ohne Erfolg · ↗umsonst · ↗vergebens  ●  ↗fruchtlos (Anwaltsdeutsch)  Jargon · ↗vergeblich  Hauptform · (an/bei jemandem/etwas ist) Hopfen und Malz verloren  ugs. · außer Spesen nichts gewesen  ugs., Spruch · da kommt nix bei rum  ugs., salopp · dabei kommt nichts (he)rum  ugs. · ↗frustran (medizinisch)  fachspr. · für die Katz  ugs. · für die Tonne  ugs. · für nichts und wieder nichts  ugs. · kannst du knicken  ugs. · kannst du vergessen  ugs. · vergebene Liebesmüh  ugs. · vergebliche Liebesmüh  ugs.
  • elfenhaft · ↗engelhaft · ↗feenhaft · ↗körperlos · ↗sylphidenhaft · wie eine Sylphe  ●  ↗ätherisch  geh.
  • (das) Unmögliche wollen  ●  versuchen, einen Pudding an die Wand zu nageln  ugs.
  • (etwas) nicht beweisen können · keine Handhabe haben (gegen) · nichts in den Händen haben
  • erfolglos · ↗fruchtlos · ↗ineffektiv · ↗nutzlos · ↗unwirksam · ↗vergeblich · ↗verlustreich · verluststark · ↗wirkungslos  ●  stumpfes Schwert  fig. · bringt nichts  ugs. · ↗frustran  fachspr. · kann man sich schenken  ugs.
  • leere Versprechungen  ●  ↗Seifenblase  fig. · ↗Windei  fig. · ↗Luftnummer  ugs. · vox et praeterea nihil  geh., lat.
  • (ein) hoffnungsloser Fall (sein) · (jemand ist) nicht zu retten · (jemandem ist) nicht zu helfen
  • (es) wird nichts aus · (jemandem/einer Sache) ist kein Erfolg beschieden · keinen Erfolg haben (mit) · nicht zum Erfolg führen · nichts bringen  ●  nicht klappen  ugs. · nicht zu Streich kommen (mit)  geh., veraltend
  • keine Wirkung zeigen · nicht verfangen (bei jemandem) · nicht ziehen (bei)
  • (nicht die gewünschte) Wirkung haben (bei) · keine Wirkung zeigen · nicht verfangen (bei)  ●  (nicht) ziehen (bei)  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anlauf Ansatz Anstrengung Aufbruch Aufschwung Bürokratie Debatte Diskussion Ermittlung Fahrrinne Fluß Hafen Initiative Kanal Karriere Kitsch Mittelfeld Nichts Stausee Vorstoß Wüste allmählich bald irgendwo kläglich leider meist rasch schließlich versickern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›versanden‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn das so weiter geht, ist der See in fünf Jahren versandet.
Bild, 25.01.2001
Ohne Institutionen, die neue Initiativen dauerhaft weitertragen, versanden wissenschaftliche Innovationen rasch.
Süddeutsche Zeitung, 20.01.1998
Sie erfocht einen ansehnlichen Erfolg mit der 1842 vorgenommenen gewichtigen Zollsenkung und - versandete.
Gurland, A. R. L.: Wirtschaft und Gesellschaft im Übergang zum Zeitalter der Industrie. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 8646
Dieser Abstieg mag für die gesamte Verlagsproduktion als symptomatisch angesehen werden; sie verflachte immer mehr und versandete in seichtem Modebetrieb.
Weinmann, Alexander: Haslinger (Familie). In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1956], S. 5982
Eine Barre, welche mehr und mehr versandet, verhindert sie am Einlaufen in den inneren Hafen.
Peters, Carl: Im Goldland des Altertums, München: Lehmann 1902, S. 313
Zitationshilfe
„versanden“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/versanden>, abgerufen am 17.11.2019.

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