verschämt

Grammatikpartizipiales Adjektiv
Aussprache
Worttrennungver-schämt
Wortbildung mit ›verschämt‹ als Grundform: ↗Verschämtheit
eWDG, 1977

Bedeutung

schamhaft
Beispiele:
er hüllte sich in ein verschämtes Schweigen
ein verschämter (= schüchterner) Liebhaber
verschämt lächeln
jmdn. verschämt anlächeln
die Augen verschämt niederschlagen
verschämt tun
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Scham · schämen · beschämen · verschämt · unverschämt · schamhaft · schamlos
Scham f. ‘das Gefühl, bloßgestellt zu werden oder zu sein, Scheu, Verlegenheit’, ahd. scama ‘Beschämung, Zerknirschung, Bestürzung, Schande’ (8. Jh.), mhd. schame, auch ‘Ärgernis’ und (verhüllend, wie noch heute) ‘Geschlechtsteile’, asächs. skama, mnd. schām(e), mnl. scāme, aengl. sc(e)amu, engl. shame (germ. *skamō f.) und das schwache Verb got. skaman ‘sich schämen’ haben keine sicheren Anknüpfungen außerhalb des Germ., so daß die Etymologie ungeklärt bleibt. Eine Herleitung von der Wurzel ie. *k̑em- ‘bedecken, verhüllen’ (s. ↗Hemd) ist wenig wahrscheinlich. schämen Vb. reflexiv ‘Scham empfinden’, ahd. scamēn (8. Jh.), scamōn (9. Jh.), mhd. schamen, schemen, schämen, auch ‘schmähen, schänden’. beschämen Vb. ‘Schamgefühl bereiten, verlegen machen’, mhd. beschemen ‘in Schmach oder Scham bringen, schänden’. verschämt Part.adj. ‘scheu, voller Schamgefühl’ (18. Jh.), ‘schamlos, voller Schande’ (16. Jh.); vgl. mhd. verschemen, verschamen ‘in Scham, Schande versinken’ und ahd. firscamēn ‘aufhören, sich zu schämen’ (um 1000). unverschämt Part.adj. ‘ohne Schamgefühl, frech’, spätmhd. unverschamet. schamhaft Adj. ‘voller Scham, scheu, schüchtern’, ahd. scamahaft (8. Jh.), mhd. schamehaft. schamlos Adj. ‘ohne Schamgefühl, frech’, ahd. scamalōs (10. Jh.), mhd. scham(e)lōs.

Thesaurus

Synonymgruppe
prüde · ↗schamhaft · ↗spröde · verschämt · wie eine Jungfrau · ↗zimperlich  ●  ↗genant  geh.
Assoziationen
Antonyme
  • verschämt
Synonymgruppe
betreten · ↗genierlich · in Verlegenheit · peinlich berührt · verschämt  ●  ↗gschamig  süddt. · ↗verlegen  Hauptform
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Altersarmut Arme Armut Eingeständnis Fußnote Grinsen Kichern Lächeln Schweigen Seitenblick Stolz Umschreibung allenfalls beinahe ducken eher fast gestehen grinsen kichern lächeln murmeln nicken schüchtern umschreiben unverschämt verschweigen verstecken versteckt wegschauen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verschämt‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Luka gesteht leicht verschämt, dass er am Tag zuvor vergessen hat, Obst zu essen.
Der Tagesspiegel, 05.05.2004
Völlig verschämt lugte ganz unten eine normale Scheibe Toast hervor.
Bild, 21.10.1999
Die alten Männer rissen Witze vor den sieben Brunnen, und die alten Weiber kicherten verschämt.
Hilsenrath, Edgar: Das Märchen vom letzten Gedanken, München: Piper 1989, S. 293
Sie hält ihre Hände verschämt, aber hartnäckig auf dem Rücken.
Schmidt-Rogge, Carl H.: Dein Kind – Dein Partner, München: List 1973 [1969], S. 193
Dabei schaut er verschämt und allwissend an ihrer Haut vorbei.
Walser, Martin: Halbzeit, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1997 [1960], S. 51
Zitationshilfe
„verschämt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verschämt>, abgerufen am 27.05.2019.

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