verschalen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung ver-scha-len
Wortbildung  mit ›verschalen‹ als Erstglied: ↗Verschalung  ·  mit ›verschalen‹ als Letztglied: ↗Türverschalung · ↗Wandverschalung
eWDG, 1977

Bedeutung

etw. (mit Brettern) verkleiden, bedecken
Beispiele:
die Wände eines Schachtes, Stalles mit Brettern verschalen
der historische Brunnen wurde mit Brettern verschalt, um ihn gegen Steine zu schützen, die ihn bei einer Sprengung beschädigen könnten
Maschinen verschalen und verladen
Türen und Fenster wurden mit Brettern verschalt
bevor der Beton gegossen wird, werden die Hohlräume mit Brettern verschalt (= ausgekleidet)
der Bauplatz war mit einer Bretterwand verschalt (= eingezäunt)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schale1 · Schalenwild · schalen · verschalen · schälen
Schale1 f. ‘umschließende Hülle, Hülse’, ahd. -scala (oder -scāla?, in aostorscala ‘Austernschale’, s. ↗Auster), mhd. schal(e) (aber auch schāl(e), beeinflußt vom Nd. bzw. von ↗Schale2?), mnd. schāle, mnl. scāle, nl. schaal, aengl. sc(e)alu (engl. shale ‘Schieferton’) setzen germ. *skalō, mnd. schelle, schille, mnl. scelle, scille, nl. schel, schil ‘Hülse, Schale, Schuppe’ (s. ↗Schellfisch), aengl. (angl.) scell, (westsächs.) sciell, engl. shell ‘Hülle, Hülse, Muschel(schale)’, anord. skel, norw. skjel ‘Schale’, got. skalja ‘Ziegel’ dagegen germ. *skaljō ‘Umhüllung’ voraus. Verwandt sind die unter ↗Schale2 (s. d.) genannten Wortformen sowie außergerm. aind. kalā́ ‘kleiner Teil, ein Sechzehntel’, griech. skállein (σκάλλειν) ‘scharren, hacken’, russ.-kslaw. skolьka, russ. (älter) skól’ka (сколька) ‘Muschel’, wohl auch (ohne s-Anlaut) russ. kolót’ (колоть) ‘stechen, spalten, hacken’, lit. skélti ‘spalten’, so daß von einer Wurzel ie. *(s)kel- ‘schneiden’ (wozu auch ↗halb, ↗Schild1, ↗verschleißen, ↗Scholle1, ↗Scholle2, s. d.) auszugehen ist. Schalenwild n. Bezeichnung für Edel-, Dam-, Reh-, Schwarz-, Gems- und Steinwild in der Jägersprache (Ende 19. Jh.), zu Schale ‘hornige Umhüllung der Hufe (Klauen) des genannten Wildes’ (18. Jh.). schalen Vb. ‘mit einer Schale oder Schalbrettern versehen’ (17. Jh.), auch verschalen (17. Jh.). schälen Vb. ‘von der Schale befreien’, ahd. skel(l)en (um 800), mhd. scheln ‘abstreifen, schälen, sondern, trennen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
auskleiden (mit) · ↗bedecken · ↗umhüllen · ↗umkleiden · ↗ummanteln · ↗verkleiden · verschalen  ●  ↗einmummeln  ugs.

Typische Verbindungen zu ›verschalen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verschalen‹.

Verwendungsbeispiele für ›verschalen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Im Mai 1999 wurde der 1970 restaurierte Brunnen zusätzlich verschalt.
Der Tagesspiegel, 19.09.2000
Der lang gestreckte dreigeschossige Bau ist ganz in Weiß gehalten und mit Holz verschalt.
Süddeutsche Zeitung, 30.01.2001
Die Erde war etwa zwei Meter hoch aufgeschüttet, der Eingang sauber mit Brettern verschalt, im Zickzack durch den Wall geschnitten.
Noll, Dieter: Die Abenteuer des Werner Holt, Berlin: Aufbau-Verl. 1984 [1960], S. 108
Die Wände sind speziell verschalt, damit die Kabel und Anschlüsse für die Installation der neuesten Technik-Gimmicks leicht verlegt werden können.
Die Zeit, 26.03.2001, Nr. 13
Die Grabenwände wurden abgeschrägt und mit einer festen Holztäfelung verschalt.
Jünger, Ernst: In Stahlgewittern, Stuttgart: Klett-Cotta 1994 [1920], S. 55
Zitationshilfe
„verschalen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verschalen>, abgerufen am 01.12.2020.

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