verschanzen

Grammatik Verb · reflexiv
Aussprache 
Worttrennung ver-schan-zen
Wortbildung  mit ›verschanzen‹ als Erstglied: Verschanzung

Bedeutungsübersicht+

  1. [Militär, veraltend] eine Schanze errichten oder ein Gebäude zu einer Schanze machen, indem es befestigt wird, um sich gegen einen Gegner zu schützen
    1. [umgangssprachlich, bildlich] ⟨sich hinter etw. verschanzen⟩ sich hinter etw. verbergen
    2. [übertragen] etw. als Vorwand benutzen
eWDG

Bedeutung

Militär, veraltend eine Schanze errichten oder ein Gebäude zu einer Schanze machen, indem es befestigt wird, um sich gegen einen Gegner zu schützen
Beispiele:
die Aufständischen hatten sich auf einem Hügel verschanzt
Die Reste der Bahnhofswache hatten sich in einem Stellwerk verschanzt [ NollHolt1,381]
umgangssprachlich, bildlich sich hinter etw. verschanzensich hinter etw. verbergen
Beispiel:
er verschanzte sich hinter einem Aktenbündel, dem Rücken seines Vordermannes, der Zeitung
übertragen etw. als Vorwand benutzen
Beispiel:
er verschanzte sich hinter einer Ausrede, Ausflucht, seiner Müdigkeit, der Behauptung, er sei dafür nicht zuständig

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) eingraben  ●  (eine) Schanze anlegen  variabel · (sich) einigeln  auch figurativ · (sich) verschanzen  auch figurativ · schanzen  fachspr., veraltend, militärisch
Assoziationen
Synonymgruppe
vorgeben · vorschieben · vorschützen  ●  (sich) verschanzen (hinter)  fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›verschanzen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verschanzen‹.

Verwendungsbeispiele für ›verschanzen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Jörg hingegen sollte aufhören, sich hinter dem Alter zu verschanzen.
Die Zeit, 19.12.2012, Nr. 16
Da ich mich beobachtet fühlte, verschanzte ich mich in meinem Zimmer.
Schulze, Ingo: Neue Leben, Berlin: Berlin Verlag 2005, S. 915
Dann hätten sich die Österreicher vielleicht weniger verschanzt vor dem Rest der Welt.
Süddeutsche Zeitung, 01.02.1996
Aber wir verschanzten uns nicht hinter Worten über allgemeine Freiheit.
Enzensberger, Hans Magnus: Der kurze Sommer der Anarchie, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1972, S. 214
Ich will mich jetzt dahinter verschanzen, daß man diesem schon moderneren Französisch literarhistorisch beikommen müsse.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1920. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1920], S. 144
Zitationshilfe
„verschanzen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verschanzen>, abgerufen am 05.12.2021.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Verschandlung
Verschandelung
verschandeln
Verschämtheit
verschämt
Verschanzung
verschärfen
Verschärfung
verscharren
verschatten