verschanzen

GrammatikVerb · reflexiv
Aussprache
Worttrennungver-schan-zen
Wortbildung mit ›verschanzen‹ als Erstglied: ↗Verschanzung
eWDG, 1977

Bedeutung

Militär, veraltend eine Schanze errichten oder ein Gebäude zu einer Schanze machen, indem es befestigt wird, um sich gegen einen Gegner zu schützen
Beispiele:
die Aufständischen hatten sich auf einem Hügel verschanzt
Die Reste der Bahnhofswache hatten sich in einem Stellwerk verschanzt [NollHolt1,381]
umgangssprachlich, bildlich sich hinter etw. verschanzensich hinter etw. verbergen
Beispiel:
er verschanzte sich hinter einem Aktenbündel, dem Rücken seines Vordermannes, der Zeitung
übertragen etw. als Vorwand benutzen
Beispiel:
er verschanzte sich hinter einer Ausrede, Ausflucht, seiner Müdigkeit, der Behauptung, er sei dafür nicht zuständig

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) eingraben  ●  (eine) Schanze anlegen  variabel · ↗(sich) einigeln  auch figurativ · (sich) verschanzen  auch figurativ · schanzen  fachspr., veraltend, militärisch
Synonymgruppe
(sich) abriegeln · ↗(sich) abschotten · ↗(sich) einigeln · (sich) verschanzen
Assoziationen
  • (sich) abschotten · die Grenzen schließen · niemanden mehr reinlassen  ●  (die) Schotten dichtmachen  ugs., fig. · die Grenzen dichtmachen  ugs.
Synonymgruppe
vorgeben · ↗vorschieben · ↗vorschützen  ●  (sich) verschanzen (hinter)  fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Amokschütze Aufständische Barrikade Bauernhof Bunker Doppeldeckung Elfenbeinturm Festung Floskel Geburtskirche Geisel Geiselnehmer Getreue Imam-Ali-Moschee Kaserne Kämpfer Mauer Mehrfamilienhaus Moschee Parlamentsgebäude Rebell Rebelle Sandsack Scharfschütze Schnellimbiß Serienkiller Stacheldraht Trutzburg Wagenburg Wall

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verschanzen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Jörg hingegen sollte aufhören, sich hinter dem Alter zu verschanzen.
Die Zeit, 19.12.2012, Nr. 16
Da ich mich beobachtet fühlte, verschanzte ich mich in meinem Zimmer.
Schulze, Ingo: Neue Leben, Berlin: Berlin Verlag 2005, S. 915
Dann hätten sich die Österreicher vielleicht weniger verschanzt vor dem Rest der Welt.
Süddeutsche Zeitung, 01.02.1996
Aber wir verschanzten uns nicht hinter Worten über allgemeine Freiheit.
Enzensberger, Hans Magnus: Der kurze Sommer der Anarchie, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1972, S. 214
Ich will mich jetzt dahinter verschanzen, daß man diesem schon moderneren Französisch literarhistorisch beikommen müsse.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1920. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1920], S. 144
Zitationshilfe
„verschanzen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verschanzen>, abgerufen am 23.10.2019.

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