verscharren

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungver-schar-ren (computergeneriert)
Grundformscharren
eWDG, 1977

Bedeutung

etw. oberflächlich vergraben, einscharren
Beispiele:
der Mörder hatte die Waffe auf der Flucht im Walde verscharrt
abwertend jmdn. (wie einen Hund) verscharren
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

scharren · verscharren
scharren Vb. ‘geräuschvoll (mit den Füßen) kratzen, die obere Erdschicht wegkratzen’, mhd. scharren ist eine ablautende Intensivbildung zu ahd. skerran ‘(ab)kratzen’ (9. Jh.), mhd. scherren, auch ‘graben’, nhd. (nach dem 17. Jh. nur noch selten belegt) scherren ‘schaben, kratzen’. Verwandt sind asächs. ofskerran ‘abkratzen’, mnl. scarren, scerren, schwed. skorra ‘schnarren’, nhd.schurren (s. d.). Man vergleicht damit lat. carrere ‘(Wolle) krempeln’, aslaw. krasta ‘Kruste, Grind, Räude’, russ. korósta (короста) ‘Krätze, Grind’, lit. kar̃šti ‘krempeln, hecheln’ und die unter ↗harsch (s. d.) abgehandelten Wortformen. Auszugehen ist von ie. *kars- ‘kratzen, striegeln, krempeln’. Zur Erklärung der germ. Verben muß das Hinzutreten eines anlautenden s und Umgestaltung der Ablautverhältnisse in Anlehnung an die Wurzel ie. *(s)ker(ə)- ‘schneiden’ (s. ↗scheren) angenommen werden. verscharren Vb. ‘oberflächlich in die Erde eingraben, mit Erde zudecken’ (16. Jh.), in affektischer Umgangssprache ‘beerdigen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
einbuddeln · ↗eingraben · ↗verbuddeln · ↗vergraben · verscharren
Synonymgruppe
beerdigen · ↗begraben · ↗beisetzen · ↗bestatten · das letzte Geleit geben · zu Grabe tragen · zur letzten Ruhe betten  ●  das letzte Aufgebot bestellen  fig., selten · die letzte Ehre erweisen  geh. · ↗einbuddeln  derb · unter die Erde bringen  derb · verscharren  derb
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Armengrab Blumenkasten Bombentrichter Erdloch Grube Jauchegrube Kadaver Kiesgrube Leich Leiche Leichnam Massengrab Mülldeponie Müllkippe Plastiksack Sandgrube Wald Waldstück betäuben erdrosseln ermorden erschießen erschlagen erwürgen exekutieren foltern hinrichten vergasen zerstückeln zusammentreiben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verscharren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Noch immer liegen Zehntausende Opfer in Wäldern, Feldern, an Straßen verscharrt.
Die Zeit, 08.08.2012, Nr. 31
Nach der Tat verscharrte der Täter die Tote im Wald.
Süddeutsche Zeitung, 04.09.1999
Diese Tiere verscharren ihre Eier entweder einen halben Meter tief im Sande oder bedecken sie mit allerlei pflanzlichem Material.
Buddenbrock, Wolfgang von: Das Liebesleben der Tiere, Bonn: Athenäum 1953, S. 215
Ich stürzte in die Scheune, wollte mich im Heu vergraben, verscharren, bewußtloses, schmerzloses Zeichen sein.
Hahn, Ulla: Unscharfe Bilder, München: Deutsche Verlags-Anstalt 2003, S. 261
Alsdann habe sie, in Gemeinschaft mit Erbe, die Leiche zerstückelt und stückweise im Walde verscharrt.
Friedländer, Hugo: Die Ermordung zweier »Reisebegleiterinnen« im Walde. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1910], S. 268
Zitationshilfe
„verscharren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verscharren>, abgerufen am 20.08.2019.

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