Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

verschatten

Grammatik Verb · verschattet, verschattete, hat verschattet
Aussprache [fɛɐ̯ˈʃatn̩]
Worttrennung ver-schat-ten
Wortzerlegung ver- schatten
Wortbildung  mit ›verschatten‹ als Erstglied: Verschattung  ·  mit ›verschatten‹ als Grundform: verschattet
DWDS-Vollartikel

Bedeutungen

1.
etw. verschattet etw.Schatten auf etw. fallen lassen; den direkten Einfall von Licht verhindern und so Objekte weniger gut sichtbar machen, matter erscheinen lassen
Beispiele:
Die blass‑dunkle Lichtführung [der Theaterinszenierung] verschattet die Spieler eher, als dass sie beleuchtet würden. [Frankfurter Rundschau, 16.12.2013]
[…] Die überhängenden Äste eines Walnussbaums verschatteten den Pool des Nachbarn und auch der erhöhte Laub‑ und Fruchteintrag auf das Grundstück stellte ein Problem dar. [Landshuter Zeitung, 18.12.2021]
Christoph besitzt in direkter Nachbarschaft [des geplanten Bauvorhabens] ein Mietshaus und moniert, dass das größte der drei Gebäude in nur drei Metern Entfernung von seinem Grundstück entstehen soll und sein Haus dadurch verschattet werde. [Frankfurter Rundschau, 03.12.2013]
Die neueste Entwicklung [in der Photovoltaik] ist eine [Solar-]Zelle, bei der sich die Stromanschlüsse auf der Rückseite befinden, so dass die Frontseite nicht von Kontakten verschattet wird. [Neue Zürcher Zeitung, 26.11.2008]
Im Sommer wird die Fassade geprägt von den aufgespannten Sonnenmarkisen, die die breiten Fenster verschatten. [die tageszeitung, 23.08.1997]
2.
übertragen etw. verschattet etw.eine Entwicklung negativ beeinflussen
Beispiel:
Eine glückliche Kindheit in seinem Geburtsort […] wurde verschattet durch die schwere Jugend. [Reutlinger General-Anzeiger, 20.11.2007]
3.
übertragen etw. verschattet etw.das Verstehen einer Sache oder den Zugang zu einer Sache erschweren oder behindern
Beispiele:
Was es zu verstehen gibt, bleibt gleichsam verschattet von starken Empfindungen. [Die Welt, 12.12.2013]
Die Parameter der Funktion verschatten in diesem Fall den Zugang auf die Objekt Properties. [Popp, Stefan / Peters, Ralf: Durchstarten mit Swift Apples neue Programmiersprache – Schritt für Schritt verständlich und gut erklärt. [o. O.]: O’Reilly Press, 2015, S. 120]
Dieser römische Begriff »Religion« verschattet den Umstand, dass es ihn in zahlreichen Sprachen nicht gibt, und er selber von Europäern entwickelt worden ist. [Abid, Lise J.: Menschenrechte, Christentum und Islam. [o. O.]: Lit-Verlag 2010, S. 162]
Zwar ist der Anfang unseres Lebens verschattet, aber wir haben, sobald wir bewusst auf der Welt leben, die Freiheit, die gleichermaßen eine Notwendigkeit ist, unser Leben zu gestalten und zwischen Möglichkeiten zu wählen. [Huizing, Klaas: Fürchte dich nicht: Die Kunst der Entängstigung. [o. O.]: edition chrismon 2009]
Es muss […] selbstkritisch eingestanden werden, dass unsere bundesdeutsche Liberalität in der Vergangenheit […] verschattet, vielleicht sogar etwas aufgeweicht worden ist. [Berliner Morgenpost, 12.10.2001]
Individualität, soziales Engagement und dialektische Reflexion zählen immer weniger, letztlich schraubt sich die normierte Erwartungsspirale immer stärker in die Höhe und verschattet die Freiheit der Menschen, sich in ihrem Leben nach eigenem Willen einzurichten. [Allgemeine Zeitung, 07.08.1999]
im Bild Statt die Dinge zu verschatten, zerrt er sie ins grelle Licht. [Welt am Sonntag, 21.03.1999]

letzte Änderung:

Typische Verbindungen zu ›verschatten‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verschatten‹.

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Zitationshilfe
„verschatten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verschatten>.

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