verscherbeln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungver-scher-beln
eWDG, 1977

Bedeutung

salopp, abwertend etw. (billig) verkaufen, um zu Geld zu kommen
Beispiel:
sie hat ihren Schmuck verscherbelt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

verscherbeln Vb. ‘zu Geld machen, unter Wert verkaufen’ (20. Jh.). Herkunft ungewiß. Vielleicht zu ↗Scherbe (s. d.) im Sinne von ‘Bruchstück, Münzstückchen’ und mhd. scherpf, scherf, mnd. scherf ‘kleine Münze’, s. ↗Scherflein.

Thesaurus

Synonymgruppe
absetzen · ↗abstoßen · ↗abverkaufen · in bare Münze umwandeln · in klingende Münze verwandeln · ↗losschlagen · ↗vermarkten · ↗vertreiben · ↗veräußern · zu Geld machen  ●  ↗verkaufen  Hauptform · ↗(jemandem) unterjubeln  ugs., salopp · ↗abgeben  ugs. · an den Mann bringen  ugs., männl. · an die Frau bringen  ugs., weibl. · ↗liquidieren  fachspr. · ↗loswerden (an)  ugs., salopp · ↗raushauen  ugs., salopp · ↗verhökern  ugs., salopp · verklopfen  ugs. · ↗verkloppen  ugs., salopp · ↗verramschen  ugs., negativ · ↗verschachern  ugs., negativ · ↗verscheppern  ugs., salopp · verscherbeln  ugs., salopp · ↗verscheuern  ugs., salopp · ↗versilbern  ugs. · ↗verticken  ugs., salopp · ↗vertickern  ugs.
Unterbegriffe
  • abverkaufen · ↗ausverkaufen
  • (etwas) sehr billig verkaufen · ↗verschleudern · zum Schleuderpreis verkaufen  ●  für ein Butterbrot verkaufen  ugs. · für einen Apfel und ein Ei verkaufen  ugs.
  • mit Verlust verkaufen · unter Einstandspreis verkaufen · unter Wert verkaufen · unter dem üblichen Preis verkaufen · ↗verramschen · ↗verschleudern  ●  nichts daran verdienen  ugs., variabel
Assoziationen
  • Verkauf · ↗Veräußerung
  • fort mit Schaden · verlorenem Geld nicht noch weiteres hinterherwerfen  ●  Hau weg, den Scheiß!  derb, fig. · Hauptsache weg  ugs. · Hauptsache, das (Zeug) sind wir los  ugs. · Hauptsache, den sind wir los  ugs. · Hauptsache, die sind wir los  ugs.
  • (das angesparte) Kapital aufzehren · (sein) Vermögen aufzehren · die (letzten) Reserven angreifen  ●  (das) Tafelsilber verkaufen  variabel, fig. · (sein) letztes Hemd verkaufen (müssen)  fig. · ans Eingemachte gehen (müssen)  fig. · von der Substanz leben  Hauptform
  • nicht verkaufen können  ●  sitzenbleiben auf  fig. · (etwas) nicht loswerden  ugs.
  • Geschäfte machen · Handel betreiben · Handel treiben · ↗handeln  ●  ↗negoziieren  geh.
  • andrehen · aufquatschen · ↗aufschwatzen · aufschwätzen · ↗loswerden (an) · ↗unterjubeln

Typische Verbindungen
computergeneriert

Dumpingpreis Einzelteil Familienschmuck Familiensilber Flohmarkt Gold Grundstück Immobilie Kulturgut Meistbietende Nachlaß Paket Schleuderpreis Schwarzmarkt Spottpreis Tafelsilber Tourist Treuhand Trödler Vermögen Ware Weltmarkt Weste anschließend aufkaufen bringend gewinnbringend meistbietend verschenken zerschlagen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verscherbeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dürfen die Beamten ihre alten Uniformen denn einfach so verscherbeln?
Bild, 29.11.2005
Dort verscherbelte er sie unter der Hand für 100 bis 200 Mark.
Süddeutsche Zeitung, 09.03.1998
Die Frauen versuchen um jegliche Uhrzeit, etwas zu verscherbeln an die Touristen.
Die Zeit, 20.01.1992, Nr. 03
Kanada versicherte durch sein Fremdenverkehrsamt, »die Freiheit ist noch nicht ausverkauft«, und verscherbelte den Rest.
Hars, Wolfgang: Nichts ist unmöglich! Lexikon der Werbesprüche, München: Piper 2001 [1999], S. 140
Und auch von den Bildern aus dem Keller des Sozialamtes, die Hedwig an ihre Kundinnen verscherbelte, hatte er kein Wort verloren.
Jentzsch, Kerstin: Ankunft der Pandora, München: Heyne 1997 [1996], S. 131
Zitationshilfe
„verscherbeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verscherbeln>, abgerufen am 13.10.2019.

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