verscherzen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungver-scher-zen (computergeneriert)
eWDG, 1977

Bedeutung

sich [Dativ] etw. verscherzendurch (fehlerhaftes) Verhalten etw. einbüßen, verlieren
Beispiele:
er hat sich eine Gelegenheit, jmds. Gunst, Hilfe, Wohlwollen verscherzt
Sie haben sich den Besitz meiner Tochter verscherzt [Th. MannBuddenbrooks1,234]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Scherz · scherzen · verscherzen · scherzhaft
Scherz m. ‘Fröhlichkeit, Spaß, witzige Rede’, mhd. scherz ‘Munterkeit, Vergnügen, Spiel’ und ablautendes mhd. scharz ‘Sprung’ (im Schachspiel), schurz ‘Sprung, Lauf’ sind verwandt mit ahd. skerōn ‘mutwillig sein’ (s. ↗scheren), ferner mit aengl. hratian ‘eilen’, anord. hrata ‘fallen, stürzen, schwanken, eilen’, schwed. rata ‘verwerfen, verschmähen’, griech. kradā́n (κραδᾶν) ‘schwingen, schwenken, schütteln’, krádē (κράδη) ‘Baumwipfel, Zweigspitze, Schwinge’, lat. cardo ‘Türangel’ sowie ahd. skerdo ‘Türangel’ (9. Jh.), vielleicht auch mit aind. kū́rdati ‘springt, hüpft’. Sie führen auf eine Dentalerweiterung ie. *(s)kerd-, *(s)kred- der Wurzel ie. *(s)ker(ə)- ‘springen, herumspringen’, eigentlich ‘(sich) drehend bewegen, schwingen’, zu der auch ↗scheren und ↗schrecken (s. d.) gehören. scherzen Vb. ‘fröhlich sein, Spaß machen, muntere, heitere Reden führen’, mhd. scherzen ‘fröhlich springen, hüpfen, sich vergnügen’ ist vom Substantiv abgeleitet, wenn nicht, als vielleicht ursprünglich starkes Verbum (vgl. mhd. er schirzet), unmittelbar zur oben genannten Wurzel gebildet. verscherzen Vb. ‘durch Vergnügen oder leichtfertiges, unbedachtes Verhalten verlieren’, mhd. verscherzen. scherzhaft Adj. ‘wie ein Scherz, spaßig, nicht ernst gemeint’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
einbüßen · ↗verwirken  ●  verscherzen  ugs.
Synonymgruppe
(es sich) verscherzen (mit) · (jemandes) Gunst verlieren · (sich) jemandes Gunst verscherzen · (sich) unbeliebt machen (bei) · in Ungnade fallen (bei)  ●  (es sich) verderben (mit)  Hauptform · nicht mehr gut zu sprechen sein (auf)  ugs.
Assoziationen
Antonyme
  • (es sich) verscherzen (mit)

Typische Verbindungen
computergeneriert

Achtung Chance Fan Freundschaft Gelegenheit Gewerkschaft Gunst Kredit Nachbar Sympathie Vertrauen Wohlwollen Wähler Zuneigung du endgültig es man nicht offenbar schließlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verscherzen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Vielleicht wollte er es sich aber auch nur nicht mit den Großen verscherzen.
Die Zeit, 15.11.2013, Nr. 44
Und mit so jemandem sollte man es sich bekanntlich nicht verscherzen.
Süddeutsche Zeitung, 11.03.1996
Nein, so hätte ich es nicht machen sollen, da hatte ich mir etwas verscherzt.
Kubin, Alfred: Die andere Seite, München: Spangenberg 1990 [1909], S. 85
Wenn sie so fortführen, würden sie sich bald die treuen Freunde verscherzt haben.
Huch, Ricarda: Der Dreißigjährige Krieg, Wiesbaden: Insel-Verl. 1958 [1914], S. 1062
Jetzt hat er sich jede Sympathie durch die Art seiner Verteidigung verscherzt.
Friedländer, Hugo: Der Prozeß gegen den Bankier August Sternberg wegen Sittlichkeitsverbrechen. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1910], S. 782
Zitationshilfe
„verscherzen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verscherzen>, abgerufen am 19.06.2019.

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