verschlafen

Grammatik Verb · verschläft, verschlief, hat verschlafen
Aussprache 
Worttrennung ver-schla-fen
Wortzerlegung ver-schlafen
Wortbildung  mit ›verschlafen‹ als Grundform: ↗verschlafen2
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
über einen bestimmten Zeitpunkt hinaus, zu lange schlafen
a)
Beispiele:
die Zeit (zum Aufstehen) verschlafen
ich habe (es) doch nicht etwa verschlafen?
stell den Wecker, damit du es nicht verschläfst
er hatte nur einmal verschlafen
b)
etw. durch (zu langes) Schlafen versäumen
Beispiel:
den Sonnenaufgang, das Frühstück, die Abreise, eine Verabredung verschlafen
umgangssprachlich, bildlich etw. durch Saumseligkeit versäumen, verpassen
Beispiele:
ich habe das Fernsehspiel verschlafen
er hatte völlig verschlafen (= vergessen), dass er uns besuchen wollte
2.
eine bestimmte Zeitdauer schlafend verbringen
Beispiele:
er verschlief die Nachmittage
den Vormittag auf der Veranda verschlafen
die weitere Fahrt verschlief ich
3.
etw. durch Schlafen beseitigen
Beispiele:
seine Kopfschmerzen, seinen Kummer verschlafen
seinen Rausch verschlafen (= ausschlafen)

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemand) kann kaum die Augen aufhalten · (jemandem) fallen die Augen zu · (sich) kaum noch auf den Beinen halten (können) · ↗hundemüde · ↗müde · reif fürs Bett · ↗schlafbedürftig · ↗schlaftrunken · ↗schläfrig · ↗sterbensmüde · ↗todmüde · unter Schlafmangel leiden · verschlafen · vor Müdigkeit umfallen · übermüdet · ↗übernächtigt  ●  ↗(sich) Streichhölzer zwischen die Augen(lider) klemmen  ugs. · ↗dösig  ugs. · ↗verpennt  ugs.
Assoziationen
  • begriffsstutzig · ↗denkfaul · ↗langsam (im Kopf) · ↗stumpfsinnig  ●  ↗dösig  ugs. · ↗schlafmützig  ugs.
  • ruhen · ↗schlummern  ●  schlafen  Hauptform · (sich) in Morpheus' Armen wiegen  geh. · Bubu machen  ugs., Kindersprache · an der Matratze horchen  ugs. · ↗dösen  ugs. · in Morpheus' Armen liegen  geh. · in Morpheus' Armen ruhen  geh. · ↗knacken  ugs. · ↗koksen  ugs. · ↗pennen  ugs., salopp · ↗pofen  ugs., salopp · ↗ratzen  ugs. · ↗schnarchen  ugs.
  • ermüden · müde werden · schläfrig werden
  • (sein) Haupt betten · ↗(sich) betten · (sich) ins Schlafzimmer zurückziehen · (sich) schlafen legen · (sich) zum Schlafen niederlassen · (sich) zum Schlafen zurückziehen · (sich) zur (nächtlichen) Ruhe begeben · (sich) zur Nachtruhe zurückziehen · ins Bett gehen · ins Bett kommen · pofen gehen · zu Bett gehen  ●  heia machen  Kindersprache · in die Heia gehen  Kindersprache · schlafen gehen  Hauptform · (sich) aufs Ohr hauen  ugs., Redensart · (sich) aufs Ohr legen  ugs., Redensart · ↗(sich) hinhauen  ugs., salopp · ↗(sich) hinlegen  ugs. · (sich) in Morpheus' Arme begeben  geh. · in Morpheus' Arme sinken  geh., fig. · in die Kiste steigen  ugs. · in die Pofe gehen  ugs.
  • Ermattung · ↗Ermüdung · ↗Müdewerden  ●  ↗Defatigation  fachspr., selten, veraltet
  • Müdigkeit · ↗Schlafbedürfnis · Schlafdruck · ↗Schläfrigkeit · ↗Übermüdung
Synonymgruppe
verfehlen · ↗vergessen · ↗verpassen · ↗versäumen · ↗übersehen  ●  nicht mitbekommen  ugs. · ↗verabsäumen  geh., Papierdeutsch · ↗verbaseln  ugs., regional · ↗verpennen  ugs. · verschlafen  ugs. · ↗verschwitzen  ugs.
Assoziationen
  • (sich) nicht erinnern (an) · nicht denken an · ↗vergessen  ●  (jemandem) entfallen (sein)  geh. · (jemandem) nicht erinnerlich (sein)  geh. · (sich einer Sache) nicht entsinnen können  geh. · aus den Augen verlieren  ugs. · ↗verbummeln  ugs. · ↗verschwitzen  ugs.
  • (einer Sache) verlustig gehen · ↗verlegen · ↗verlieren  ●  ↗verbaseln  ugs., regional · ↗verbummeln  ugs. · ↗verdusseln  ugs. · verklüngeln  ugs. · ↗verkramen  ugs. · ↗verschlampen  ugs. · ↗verschludern  ugs. · verschluren  ugs., rheinisch · ↗verschmeißen  ugs., bair. · ↗verschusseln  ugs.
  • (etwas) verbummelt haben · (etwas) verkramt haben · (etwas) verlegt haben · (etwas) verschlampt haben · (etwas) verschusselt haben
  • (etwas) verschlafen  fig. · ↗(etwas) verpennen  ugs., salopp
Synonymgruppe
verschlafen · zu lange schlafen  ●  ↗verpennen  ugs.
Synonymgruppe
altmodisch · ↗angestaubt · ↗hinterwäldlerisch · ↗muffig · ↗provinziell · ↗rückständig · verschlafen · ↗verschnarcht · ↗zurückgeblieben · ↗überholt  ●  ↗verstaubt  fig. · hinterm Mond  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(etwas) verschlafen  fig. · ↗(etwas) verpennen  ugs., salopp
Assoziationen
  • (etwas) ausblenden · (sich) keine Gedanken machen (um) · keinen Gedanken verschwenden (an) · nicht denken an  ●  (etwas) nicht auf dem Schirm haben  fig.
  • (etwas) nicht fassen können · (etwas) nicht glauben wollen · nicht bedacht haben · nicht eingestellt (gewesen) sein auf · nicht gerechnet haben (mit) · überrascht werden (von)  ●  (völlig) überrascht (sein)  Hauptform · (für jemanden / jemandem) sehr plötzlich kommen  ugs. · (jemandem) bleibt die Spucke weg  ugs., fig. · aus allen Wolken fallen  ugs., fig. · kalt erwischt werden  ugs. · mit etwas überhaupt nicht gerechnet haben  ugs. · nicht auf dem Schirm (gehabt) haben  ugs., fig.
  • nicht denken an · sich nicht kümmern (um) · ↗vergessen · ↗zurücklassen  ●  ↗hängen lassen  ugs.
  • (sich) nicht kümmern (um) · links liegen lassen · nicht berücksichtigen · sträflich vernachlässigen · ↗vernachlässigen  ●  stiefmütterlich behandeln  ugs.
  • (etwas) geschehen lassen · den Dingen ihren Lauf lassen · nicht aktiv werden (in einer Sache) · nichts machen · nichts tun · nichts unternehmen  ●  (die) Dinge treiben lassen  negativ · (die) Hände in den Schoß legen  fig. · keinen Finger rühren  fig. · tatenlos zusehen  negativ · untätig bleiben  Hauptform
  • verfehlen · ↗vergessen · ↗verpassen · ↗versäumen · ↗übersehen  ●  nicht mitbekommen  ugs. · ↗verabsäumen  geh., Papierdeutsch · ↗verbaseln  ugs., regional · ↗verpennen  ugs. · verschlafen  ugs. · ↗verschwitzen  ugs.

Typische Verbindungen zu ›verschlafen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verschlafen‹.

Verwendungsbeispiele für ›verschlafen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da fällt es leicht, den Moment des Ablegens zu verschlafen.
Süddeutsche Zeitung, 21.10.2003
Er mochte das Tageslicht eigentlich nicht, er verschlief den Tag.
Funke, Cornelia: Tintenherz, Hamburg: Cecilie Dressler Verlag 2003, S. 423
Man könnte auch sagen, sie hat Entwicklungen verschlafen ", sagt ein Analyst.
Der Tagesspiegel, 31.03.1998
Aber zunächst verschlafen wir jede Nacht acht bis neun Stunden.
Schwenk, Hans: Gesünder wohnen, München: König Verlag 1972, S. 11
Die nickte mit dem Kopf und brummelte verschlafen vor sich hin.
Bredel, Willi: Die Väter. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelausgaben, Bd. 7, Berlin: Aufbau-Verl. 1973 [1946], S. 277
Zitationshilfe
„verschlafen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verschlafen#1>, abgerufen am 27.05.2020.

Weitere Informationen …

verschlafen

Grammatik partizipiales Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung ver-schla-fen
Grundform verschlafen1
Wortbildung  mit ›verschlafen‹ als Grundform: ↗Verschlafenheit
eWDG, 1977

Bedeutung

noch mit den Kennzeichen des Schlafes behaftet
Beispiel:
sie hatte ganz verschlafene Augen, ein verschlafenes Gesicht
schlaftrunken, schläfrig
Beispiele:
brummig und verschlafen tappte er in der Küche umher
er fragte mit verschlafener Stimme, was denn los sei
ein verschlafener Pförtner öffnete auf unser Läuten
er machte ständig einen verschlafenen (= unausgeschlafenen, langweiligen) Eindruck
Die Siebenschläfer sind ebenso verfressen wie verschlafen (= sie schlafen gern und viel) [R. GerlachVierfüßler190]
übertragen
Beispiel:
ein verschlafenes (= sehr ruhiges, ödes, langweiliges) kleines Städtchen

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemand) kann kaum die Augen aufhalten · (jemandem) fallen die Augen zu · (sich) kaum noch auf den Beinen halten (können) · ↗hundemüde · ↗müde · reif fürs Bett · ↗schlafbedürftig · ↗schlaftrunken · ↗schläfrig · ↗sterbensmüde · ↗todmüde · unter Schlafmangel leiden · verschlafen · vor Müdigkeit umfallen · übermüdet · ↗übernächtigt  ●  ↗(sich) Streichhölzer zwischen die Augen(lider) klemmen  ugs. · ↗dösig  ugs. · ↗verpennt  ugs.
Assoziationen
  • begriffsstutzig · ↗denkfaul · ↗langsam (im Kopf) · ↗stumpfsinnig  ●  ↗dösig  ugs. · ↗schlafmützig  ugs.
  • ruhen · ↗schlummern  ●  schlafen  Hauptform · (sich) in Morpheus' Armen wiegen  geh. · Bubu machen  ugs., Kindersprache · an der Matratze horchen  ugs. · ↗dösen  ugs. · in Morpheus' Armen liegen  geh. · in Morpheus' Armen ruhen  geh. · ↗knacken  ugs. · ↗koksen  ugs. · ↗pennen  ugs., salopp · ↗pofen  ugs., salopp · ↗ratzen  ugs. · ↗schnarchen  ugs.
  • ermüden · müde werden · schläfrig werden
  • (sein) Haupt betten · ↗(sich) betten · (sich) ins Schlafzimmer zurückziehen · (sich) schlafen legen · (sich) zum Schlafen niederlassen · (sich) zum Schlafen zurückziehen · (sich) zur (nächtlichen) Ruhe begeben · (sich) zur Nachtruhe zurückziehen · ins Bett gehen · ins Bett kommen · pofen gehen · zu Bett gehen  ●  heia machen  Kindersprache · in die Heia gehen  Kindersprache · schlafen gehen  Hauptform · (sich) aufs Ohr hauen  ugs., Redensart · (sich) aufs Ohr legen  ugs., Redensart · ↗(sich) hinhauen  ugs., salopp · ↗(sich) hinlegen  ugs. · (sich) in Morpheus' Arme begeben  geh. · in Morpheus' Arme sinken  geh., fig. · in die Kiste steigen  ugs. · in die Pofe gehen  ugs.
  • Ermattung · ↗Ermüdung · ↗Müdewerden  ●  ↗Defatigation  fachspr., selten, veraltet
  • Müdigkeit · ↗Schlafbedürfnis · Schlafdruck · ↗Schläfrigkeit · ↗Übermüdung
Synonymgruppe
verfehlen · ↗vergessen · ↗verpassen · ↗versäumen · ↗übersehen  ●  nicht mitbekommen  ugs. · ↗verabsäumen  geh., Papierdeutsch · ↗verbaseln  ugs., regional · ↗verpennen  ugs. · verschlafen  ugs. · ↗verschwitzen  ugs.
Assoziationen
  • (sich) nicht erinnern (an) · nicht denken an · ↗vergessen  ●  (jemandem) entfallen (sein)  geh. · (jemandem) nicht erinnerlich (sein)  geh. · (sich einer Sache) nicht entsinnen können  geh. · aus den Augen verlieren  ugs. · ↗verbummeln  ugs. · ↗verschwitzen  ugs.
  • (einer Sache) verlustig gehen · ↗verlegen · ↗verlieren  ●  ↗verbaseln  ugs., regional · ↗verbummeln  ugs. · ↗verdusseln  ugs. · verklüngeln  ugs. · ↗verkramen  ugs. · ↗verschlampen  ugs. · ↗verschludern  ugs. · verschluren  ugs., rheinisch · ↗verschmeißen  ugs., bair. · ↗verschusseln  ugs.
  • (etwas) verbummelt haben · (etwas) verkramt haben · (etwas) verlegt haben · (etwas) verschlampt haben · (etwas) verschusselt haben
  • (etwas) verschlafen  fig. · ↗(etwas) verpennen  ugs., salopp
Synonymgruppe
verschlafen · zu lange schlafen  ●  ↗verpennen  ugs.
Synonymgruppe
altmodisch · ↗angestaubt · ↗hinterwäldlerisch · ↗muffig · ↗provinziell · ↗rückständig · verschlafen · ↗verschnarcht · ↗zurückgeblieben · ↗überholt  ●  ↗verstaubt  fig. · hinterm Mond  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(etwas) verschlafen  fig. · ↗(etwas) verpennen  ugs., salopp
Assoziationen
  • (etwas) ausblenden · (sich) keine Gedanken machen (um) · keinen Gedanken verschwenden (an) · nicht denken an  ●  (etwas) nicht auf dem Schirm haben  fig.
  • (etwas) nicht fassen können · (etwas) nicht glauben wollen · nicht bedacht haben · nicht eingestellt (gewesen) sein auf · nicht gerechnet haben (mit) · überrascht werden (von)  ●  (völlig) überrascht (sein)  Hauptform · (für jemanden / jemandem) sehr plötzlich kommen  ugs. · (jemandem) bleibt die Spucke weg  ugs., fig. · aus allen Wolken fallen  ugs., fig. · kalt erwischt werden  ugs. · mit etwas überhaupt nicht gerechnet haben  ugs. · nicht auf dem Schirm (gehabt) haben  ugs., fig.
  • nicht denken an · sich nicht kümmern (um) · ↗vergessen · ↗zurücklassen  ●  ↗hängen lassen  ugs.
  • (sich) nicht kümmern (um) · links liegen lassen · nicht berücksichtigen · sträflich vernachlässigen · ↗vernachlässigen  ●  stiefmütterlich behandeln  ugs.
  • (etwas) geschehen lassen · den Dingen ihren Lauf lassen · nicht aktiv werden (in einer Sache) · nichts machen · nichts tun · nichts unternehmen  ●  (die) Dinge treiben lassen  negativ · (die) Hände in den Schoß legen  fig. · keinen Finger rühren  fig. · tatenlos zusehen  negativ · untätig bleiben  Hauptform
  • verfehlen · ↗vergessen · ↗verpassen · ↗versäumen · ↗übersehen  ●  nicht mitbekommen  ugs. · ↗verabsäumen  geh., Papierdeutsch · ↗verbaseln  ugs., regional · ↗verpennen  ugs. · verschlafen  ugs. · ↗verschwitzen  ugs.

Typische Verbindungen zu ›verschlafen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verschlafen‹.

Verwendungsbeispiele für ›verschlafen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da fällt es leicht, den Moment des Ablegens zu verschlafen.
Süddeutsche Zeitung, 21.10.2003
Er mochte das Tageslicht eigentlich nicht, er verschlief den Tag.
Funke, Cornelia: Tintenherz, Hamburg: Cecilie Dressler Verlag 2003, S. 423
Man könnte auch sagen, sie hat Entwicklungen verschlafen ", sagt ein Analyst.
Der Tagesspiegel, 31.03.1998
Aber zunächst verschlafen wir jede Nacht acht bis neun Stunden.
Schwenk, Hans: Gesünder wohnen, München: König Verlag 1972, S. 11
Die nickte mit dem Kopf und brummelte verschlafen vor sich hin.
Bredel, Willi: Die Väter. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelausgaben, Bd. 7, Berlin: Aufbau-Verl. 1973 [1946], S. 277
Zitationshilfe
„verschlafen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verschlafen#2>, abgerufen am 27.05.2020.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
verschlacken
verschissen
Verschiss
verschimpfieren
verschimmeln
Verschlafenheit
Verschlag
verschlagen
Verschlagenheit
verschlagworten