verschleißen

GrammatikVerb · verschliss, ist/hat verschlissen
Aussprache
Worttrennungver-schlei-ßen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›verschleißen‹ als Erstglied: ↗Verschleiß · ↗Verschleißer · ↗Verschleißerkrankung · ↗Verschleißerscheinung · ↗Verschleißteil
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
mit Hilfsverb ›ist‹
etw. verschleißtetw. verliert an Gebrauchswert durch seine Nutzung
Beispiele:
diese Instrumente verschleißen in relativ kurzer Zeit
die ständige nervliche Anspannung verschleißt unsere besten Kräfte
häufig im Part. Prät.
verschlissenabgenutzt, verbraucht
Beispiel:
ein verschlissener Anzug, Rock, Samtbezug, Vorhang
2.
mit Hilfsverb ›hat‹
etw. verbrauchen
Beispiele:
der Junge ist fast den ganzen Sommer barfuß gelaufen und hat darum kaum Schuhwerk verschlissen
eine Ware, die man kauft, verkauft, verwendet, verschleißt, verbraucht [KunertBibliothek254]
3.
mit Hilfsverb ›hat‹
österreichisch Waren, besonders Postwertzeichen, Zeitungen, im Kleinhandel vertreiben
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

verschleißen · schleißen · verschlissen · Verschleiß
verschleißen Vb. ‘durch häufigen Gebrauch abnutzen, verbrauchen’, ahd. firslīʒan (8. Jh.), mhd. verslīʒen ‘sich abnutzen, verderben, zugrunde gehen, bis zum Zerreißen abnutzen, verbrauchen’, asächs. farslītan, mnd. vorslīten, mnl. verslīten, nl. verslijten, aengl. forslītan sind mit verstärkendem Präfix (s. ↗ver-) gebildet zu (heute kaum noch üblichem) schleißen Vb. ‘sich schnell abnutzen, leicht zerreißen, (ab)spalten, abschälen, abreißen’, ahd. slīʒan ‘zerreißen’ (8. Jh.), mhd. slīʒen ‘spalten, (zer)reißen, abschälen, abnutzen, zerstören, zunichte machen’, asächs. aengl. slītan, mnd. mnl. slīten, nl. slijten, anord. slīta, schwed. slita (germ. *slītan); dazu das Kausativum ahd. (10. Jh.), mhd. sleiʒen ‘zerreißen, spalten’. Falls lit. skleĩsti ‘ausbreiten, ausdehnen, platzen, öffnen, zerfließen’ hier anzuschließen ist, kann von ie. *skleid- ausgegangen werden, einer i-Erweiterung mit Dental der unter ↗Schale, ↗Schale (s. d.) aufgeführten Wurzel ie. *(s)kel- ‘schneiden’. verschlissen Part.adj. ‘abgenutzt, abgetragen’ (16. Jh.). Verschleiß m. ‘Abnutzung (durch Gebrauch), Verbrauch’ (20. Jh.), älter (so noch öst.) ‘Kleinverkauf’ (Anfang 19. Jh.), Verschliß, Verschließ ‘Verkauf, Vertrieb’ (18. Jh.); zu verschleißen ‘Waren im kleinen verkaufen’ (18. Jh., aus dem Mnd.), eigentlich ‘eine Menge in kleine Teile aufspalten’.

Thesaurus

Synonymgruppe
abnutzen · ↗abnützen · verschleißen  ●  ↗ausleiern  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Autorität Bremsbelag Bremse Bremsscheibe Fahrbahn Führungsfigur Führungspersonal Gebrauch Gelenk Gleis Hoffnungsträger Kandidat Knorpel Kraft Kupplung Laufe Nerv Parteivorsitzende Pressesprecher Reifen Sparringspartner Stoßdämpfer Talent Trainer Uniform rasch schnell unnötig verbrauchen vorzeitig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verschleißen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich halte es nicht für sinnvoll, zum jetzigen Zeitpunkt Namen zu verschleißen.
Der Tagesspiegel, 09.04.2000
Damit hat das am Ende fast verschlissene Drama sein gutes Ende gefunden.
Die Zeit, 19.11.1993, Nr. 47
Denn vielleicht war Ihr Motor gar nicht verschlissen, nur verschmutzt.
Spoerl, Alexander: Mit dem Auto auf Du, Berlin u. a.: Dt. Buchgemeinschaft 1961 [1953], S. 293
Und bald war ich wieder bereit, den Kids zu zeigen, daß der "Schuh", wie sie mich nennen, noch nicht ausgetreten und verschlissen ist.
Der Spiegel, 30.11.1987
Während dieser Zeit läuft die Maschine unterkühlt und verschleißt entsprechend schneller.
Dillenburger, Helmut: Das praktische Autobuch, Gütersloh: Bertelsmann 1965 [1957], S. 43
Zitationshilfe
„verschleißen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verschleißen>, abgerufen am 23.10.2019.

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