verschreiben

GrammatikVerb · verschrieb, hat verschrieben
Worttrennungver-schrei-ben (computergeneriert)
Wortzerlegungver-schreiben
Wortbildung mit ›verschreiben‹ als Erstglied: ↗Verschreibung
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
etw. verschreibenbeim Schreiben Schreibutensilien verbrauchen
Beispiele:
er hat eine Menge Papier, Tinte verschrieben
er hat bei dieser Arbeit fünf Bleistifte, Minen verschrieben
2.
sich verschreibenbeim Schreiben aus Versehen einen Schreibfehler machen
Beispiele:
du hast dich zu oft verschrieben
er muss sich beim Datum verschrieben haben
3.
(jmdm.) etw. verschreiben(für jmdn.) etw. schriftlich festlegen, anordnen
a)
jmdm. ein Heilmittel verordnen
Beispiele:
jmdm. ein Medikament, Tabletten, eine Kur verschreiben
etw. zum Einnehmen, Einreiben verschreiben
sich [Dativ] etw. verschreiben lassen
b)
jmdm. etw. (durch ein Testament, eine schriftliche Urkunde) übereignen, vermachen, jmdm. das Eigentum an einer Sache durch eine schriftliche Urkunde bestätigen
Beispiele:
er hat sein Anwesen, Haus seinen Söhnen verschrieben
er hat mir die Hälfte seines Vermögens verschrieben
sich jmdm. verschreibensich in jmds. Gewalt, Schuld begeben
Beispiel:
er hatte Geld von ihm geborgt und sich ihm (dafür) mit Haus und Vermögen verschrieben
c)
sich einer Sache verschreiben übertragen sich an eine Sache hingeben, sich ihr widmen
Beispiele:
der Sänger hatte sich dem Kunstlied mit besonderer Liebe verschrieben
sich leidenschaftlich dem Sport, Seemannsberuf verschreiben
sich einer Aufgabe, der Kunst, Wissenschaft verschreiben
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schreiben · Schreiben · Schrieb · Schreiber · abschreiben · Abschrift · anschreiben · Anschreiben · Anschrift · ausschreiben · beschreiben · Beschreibung · einschreiben · Einschreiben · verschreiben · vorschreiben · Vorschrift · zuschreiben · Zuschrift
schreiben Vb. ‘Buchstaben, Worte, Zahlen, Zeichen, Noten hervorbringen’, ahd. scrīban (8. Jh.), mhd. schrīben ‘(auf)schreiben, verzeichnen, beschreiben, anordnen, verordnen, nennen, schildern, malen’, asächs. skrīƀan, mnd. schrīven, mnl. scrīven, nl. schrijven, aengl. scrīfan ‘anordnen, bestimmen, Beichte hören, Strafe auferlegen’, engl. to shrive ‘beichten, die Beichte abnehmen’, aschwed. skrīva ‘schreiben’, schwed. skriva sind Entlehnungen aus lat. scrībere ‘mit einem spitzen Griffel eingraben, einzeichnen, schreiben, (schriftlich) auftragen, anordnen, befehlen, ernennen, festsetzen, (Soldaten) anwerben, ausheben’, die im Germ. starke (nur aschwed. mitunter auch schwache) Flexion annehmen. Der Übergang ins Germ. macht zwei Entlehnungsvorgänge wahrscheinlich, und zwar einen früheren im Sinne von ‘anordnen, bestimmen’ (s. oben aengl. scrīfan und vgl. asächs. biskrīƀan ‘sich kümmern, sich zurückhalten’) und einen späteren im Sinne von ‘(lateinische Schriftzeichen) schreiben’. Die engl. Sonderentwicklung (s. oben) führt dazu, daß für ‘schreiben’ engl. to write eingetreten ist, die alte germ. Bezeichnung für das Einritzen der Runen (s. ↗reißen). Schreiben n. ‘Schriftstück, Brief’ (16. Jh.), substantivierter Infinitiv; dafür umgangssprachlich oft die nach Art der Verbalabstrakta ablautende Bildung Schrieb m. (um 1900). Schreiber m. ‘wer schreibt’, ehemals Berufsbezeichnung, ahd. skrībāri (8. Jh.), mhd. schrībære, auch ‘Kanzler, Notar, Schriftgelehrter, Dichter, Tafelaufseher’. abschreiben Vb. ‘kopieren, aus einem Schriftstück streichen’ (seit mhd. Zeit), ‘eine Summe abbuchen, streichen, schriftlich absagen’ (15. Jh.), ‘ein Schreibgerät abnutzen’ (17. Jh.), mhd. abeschrīben. Abschrift f. ‘Kopie’, mhd. abeschrift. anschreiben Vb. ‘sichtbar aufschreiben’, mhd. aneschrīben; dann auch ‘(eine Geldsumme) zu späterer Bezahlung notieren, Waren auf Kredit geben’ (15. Jh.), daher gut oder schlecht angeschrieben sein ‘einen guten oder schlechten Ruf haben’ (17. Jh.); heute auch ‘an jmdn. schreiben’ (20. Jh.), möglicherweise Neubildung zu Anschreiben n. ‘Brief’ (16. Jh.). Anschrift f. ‘Briefaufschrift’ (17. Jh., Zesen). ausschreiben Vb. ‘herausschreiben, (eine vakante Stelle u. dgl.) bekanntgeben, nicht abkürzen’, mhd. ūʒschrīben ‘herausschreiben, bekanntmachen’. beschreiben Vb. ‘mit Worten schildern, darstellen, mit Schriftzeichen bedecken’, mhd. beschrīben ‘schreiben, aufzeichnen, schildern, schriftlich auffordern zu kommen’; Beschreibung f. ‘Schilderung’, mhd. beschrībunge. einschreiben Vb. ‘schriftlich eintragen’ (15. Jh.); Einschreiben n. seit 1875 für Rekommandation ‘eine durch Aushändigung einer Empfangsbestätigung besonders registrierte Postsendung’, eigentlich ‘eine (zur sorgfältigen Beförderung) empfohlene Postsendung’. verschreiben Vb. ‘verordnen, beim Schreiben versehentlich Fehler machen’ (17. Jh.), sich jmdm., einer Sache verschreiben ‘verpflichten, übergeben’ (18. Jh.), mhd. verschrīben ‘(auf)schreiben, verzeichnen, schriftlich festsetzen, beschreiben, schriftlich mitteilen, zuerkennen’. vorschreiben Vb. ‘als Muster schreiben, Anweisung erteilen’ (16. Jh.), älter ‘vor etw. schreiben’, ahd. furiscrīban ‘an den Anfang schreiben’ (11. Jh.), mhd. vorschrīben. Vorschrift f. ‘Muster zum Nachschreiben’ (17. Jh.), ‘Anweisung für Verhalten und Tun’ (18. Jh.); vgl. ahd. forascrift ‘Vorangeschriebenes, Überschrift, Titel’ (um 1000). zuschreiben Vb. ‘jmdn. für den Urheber von etw. halten, erklären, etw. auf jmdn. zurückführen, ihn mit etw. in Verbindung bringen’ (16. Jh.), ahd. zuoscrīban ‘schriftlich hinzu-, anfügen’ (10. Jh.), spätmhd. zuoschrīben ‘schriftlich zusichern, melden’. Zuschrift f. ‘Hinzugeschriebenes’ (16. Jh.), ‘eine Art Vorwort an den Leser eines Buches’ (17. Jh.), ‘Brief’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(Medizin) verordnen · Rezept ausstellen · verschreiben
Assoziationen
Synonymgruppe
(einer Sache) frönen · (jemandes) Leben sein · (sein) Herz hängen an · (sich einer Sache) verschreiben · (sich) in den Dienst (einer Sache) stellen · ↗(sich) versenken (in) · ↗aufgehen (in) · sein (ganzes) Herzblut hineinstecken · sein Leben (einer Sache) weihen  ●  ↗(sich einer Sache) weihen  veraltend · ↗(sich einer Sache) widmen  Hauptform · ↗(einer Sache) leben  geh., altertümelnd · (jemandes) Ein und Alles sein  ugs. · ↗(sich einer Sache) anheimgeben  geh. · ↗(sich einer Sache) hingeben  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Antibiotikum Antidepressivum Arznei Arzneimittel Arzt Beruhigungsmittel Doktor Hausarzt Haut Heilmittel Kassenkosten Kassenrezept Kur Leib Medikament Medizin Mediziner Patient Pille Privatrezept Präparat Psychopharmakon Rezept Roßkur Salbe Seele Tablette Teufel Wirkstoff Ärztin

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verschreiben‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Seit fünf Jahren hat sie sich ganz dem Fotografieren verschrieben.
Süddeutsche Zeitung, 06.06.2001
Steigt die Zahl der verschriebenen Leistungen übermäßig, sinkt automatisch der Punktwert.
Die Zeit, 11.09.1992, Nr. 38
Ich würde mir lieber die Hand abhacken, als es einem geliebten oder auch nur geachteten Wesen zu verschreiben.
Gütersloh, Albert Paris: Sonne und Mond, München: Piper 1984 [1962], S. 19
Soll man sich aber nun dem Leben verschreiben und das Denken relativieren lassen zu Stationen im Kampfe des Willens zur Macht?
Hirschberger, Johannes: Geschichte der Philosophie, Bd. 2: Neuzeit und Gegenwart. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1952], S. 2249
Von außen ist es dem Ort nicht anzusehen, daß er sich dem königlichen Spiel verschrieben hat.
Ketman, Per u. Wissmach, Andreas: DDR - ein Reisebuch in den Alltag, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1986, S. 291
Zitationshilfe
„verschreiben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verschreiben>, abgerufen am 21.08.2018.

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