verschwimmen

Grammatik Verb · verschwimmt, verschwamm, ist verschwommen
Aussprache 
Worttrennung ver-schwim-men
Wortzerlegung  ver- schwimmen
Wortbildung  mit ›verschwimmen‹ als Grundform: Verschwommenheit · verschwommen
eWDG

Bedeutung

etw. verschwimmtetw. wird undeutlich, unklar, verliert seine klaren Umrisse
Beispiele:
die Buchstaben verschwammen vor seinen Augen
im Zwielicht verschwammen die Farben ineinander
in der Ferne verschwammen die Berge im Dunst, Nebel
am Horizont verschwammen Himmel und Erde in eins
sein Fernsehbild war verschwommen
er konnte nur verschwommene Laute wahrnehmen
jmdm. verschwimmt der Blick, verschwimmen die Augen, verschwimmt es vor den Augen (= jmd. kann nicht mehr klar und deutlich sehen)
bildlich
Beispiele:
die Unterschiede, Grenzen verschwimmen (= gehen ineinander über)
eine verschwommene (= unklare) Begründung, Darstellung, Formulierung, Hoffnung, Vorstellung
das ist mir zu verschwommen ausgedrückt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schwimmen · verschwimmen · verschwommen · Schwimmer
schwimmen Vb. ‘sich im Wasser bewegen, ohne abzusinken, von einer Flüssigkeit getragen werden’. Das starke Verb ahd. swimman (8. Jh.), mhd. swimmen, mnd. mnl. swemmen, nl. zwemmen, afries. swimma, swomma, aengl. swimman, engl. to swim, anord. svimma, svima, schwed. simma (germ. *swimman) läßt sich mit den unter schwemmen (s. d.) genannten Formen, mit gleichfalls ablautenden mhd. swamen ‘schwimmen’, norw. (mundartlich) svamla, sumla ‘plätschern’ und (mit dem Suffix germ. -sla- abgeleitetem) got. swumfsl n. ‘Teich’ verbinden. Außergerm. bieten sich keine sicheren Vergleichsmöglichkeiten. Pokorny 1, 1046 möchte air. to-senn- (aus *su̯em-d-ne) ‘verfolgen’ heranziehen und daraus eine (allerdings zweifelhafte) Wurzel ie. *su̯em- ‘sich bewegen’ erschließen, während de Vries Nl. 877 an ein Substratwort denkt. schwimmen gilt von Anfang an vom Menschen, wird dann auch auf Tiere und Gegenstände übertragen; seit dem 18. Jh. erscheint es häufig mit Bezug auf Auge und Sehvermögen im Sinne von ‘unklar sichtbar sein, in der Ferne als Bild zerfließen’. So auch verschwimmen Vb. ‘für das Auge undeutlich werden’ (18. Jh.), dazu verschwommen Part.adj. (seit dem 19. Jh. geläufig). Schwimmer m. ‘wer schwimmt, die Sportart Schwimmen betreibt’ (15. Jh.), ‘auf der Wasseroberfläche schwimmendes technisches Gerät’ (19. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›verschwimmen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verschwimmen‹.

Verwendungsbeispiele für ›verschwimmen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das sei eine »recht verschwommene Art von Logik«, schließt das Blatt.
Die Zeit, 23.06.2008, Nr. 26
Nichts versteht sich da von selbst, aber nichts verschwimmt auch in mystischem Nebel.
konkret, 1999
Die Augen des Kindes sind naß und sehen die Mutter verschwimmen.
Müller, Herta: Herztier, Reinbek: Rowohlt 1994, S. 12
Er redet nur ständig um sie herum, in glänzenden, aber verschwommenen Phrasen.
Hirschberger, Johannes: Geschichte der Philosophie, Bd. 2: Neuzeit und Gegenwart. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1952], S. 2036
Beide standen sich offenbar sehr nahe, verschwammen vielleicht sogar anfangs gegeneinander.
Bölsche, Wilhelm: Das Leben der Urwelt, Leipzig: Dollheimer 1931 [1931], S. 313
Zitationshilfe
„verschwimmen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verschwimmen>, abgerufen am 05.12.2021.

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