verschwitzen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungver-schwit-zen (computergeneriert)
Wortzerlegungver-schwitzen
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
Flüssigkeit durch Schwitzen ausscheiden
Beispiel:
bei großer Hitze kann der Mensch bis zu einem Liter Flüssigkeit pro Stunde verschwitzen
2.
etw., besonders ein Kleidungsstück, durch Schwitzen feucht machen, mit Schweiß beflecken, beschmutzen
Beispiel:
im Sommer verschwitzt er jeden Tag ein Oberhemd
verschwitztmit Schweiß getränkt, befleckt, beschmutzt
Grammatik: meist im Part. Prät.
Beispiele:
ein verschwitztes Kleid
verschwitzte Ärmel, Kragen, Wäsche
er hatte ein ganz verschwitztes (= mit Schweiß bedecktes) Gesicht
wir trafen verschwitzt (= schweißnass) und todmüde ein
3.
salopp etw. vergessen
Beispiel:
das hätte ich beinahe verschwitzt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schwitzen · verschwitzen · Schwitze · Schwitzbad
schwitzen Vb. ‘Schweiß absondern’, ahd. swizzen (9. Jh.), mhd. switzen ist ablautend mit iterativ-intensiver Bedeutung zu der unter ↗Schweiß (s. d.) genannten Wurzel gebildet wie aind. svidyati ‘schwitzt’. verschwitzen Vb. ‘vergessen’ (18. Jh.), d. i. ‘mit dem Schweiße verlieren, hinter sich bringen’. Schwitze f. ‘Zustand oder Ort des Schwitzens, Erhitzens’, beim Beizen in der Lederherstellung zur Enthaarung der Felle (18. Jh.), dann auch ‘Vorgang bzw. Ergebnis des Röstens’ in der Kochkunst, vgl. Mehlschwitze. Schwitzbad n. ‘Schweißausbruch bewirkendes Bad’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
verfehlen · ↗vergessen · ↗verpassen · ↗versäumen · ↗übersehen  ●  nicht mitbekommen  ugs. · ↗verabsäumen  geh., Papierdeutsch · ↗verbaseln  ugs., regional · ↗verpennen  ugs. · ↗verschlafen  ugs. · verschwitzen  ugs.
Assoziationen
  • (sich) nicht erinnern (an) · nicht denken an · ↗vergessen  ●  (jemandem) entfallen (sein)  geh. · (jemandem) nicht erinnerlich (sein)  geh. · (sich einer Sache) nicht entsinnen können  geh. · aus den Augen verlieren  ugs. · ↗verbummeln  ugs. · verschwitzen  ugs.
  • (einer Sache) verlustig gehen · ↗verlegen · ↗verlieren  ●  ↗verbaseln  ugs., regional · ↗verbummeln  ugs. · ↗verdusseln  ugs. · verklüngeln  ugs. · ↗verkramen  ugs. · ↗verschlampen  ugs. · ↗verschludern  ugs. · verschluren  ugs., rheinisch · ↗verschmeißen  ugs., bair. · ↗verschusseln  ugs.
  • (etwas) verbummelt haben · (etwas) verkramt haben · (etwas) verlegt haben · (etwas) verschlampt haben · (etwas) verschusselt haben
Synonymgruppe
(sich) nicht erinnern (an) · nicht denken an · ↗vergessen  ●  (jemandem) entfallen (sein)  geh. · (jemandem) nicht erinnerlich (sein)  geh. · (sich einer Sache) nicht entsinnen können  geh. · aus den Augen verlieren  ugs. · ↗verbummeln  ugs. · verschwitzen  ugs.
Assoziationen
  • Vergesslichkeit  ●  Schusseligkeit  ugs.
  • (etwas / jemanden) nicht kennen  ●  (dazu) fällt mir nichts ein  ugs. · (etwas) sagt mir nichts  ugs. · (etwas) zum ersten Mal hören  ugs. · (jemandem) ganz neu sein  ugs. · (jemandem) gänzlich unbekannt sein  geh. · nichts anfangen können mit  ugs. · noch nie etwas gehört haben von  ugs.
  • Alzheimer-Krankheit · ↗Alzheimerkrankheit · Morbus Alzheimer  ●  ↗Alzheimer  ugs.
  • verfehlen · ↗vergessen · ↗verpassen · ↗versäumen · ↗übersehen  ●  nicht mitbekommen  ugs. · ↗verabsäumen  geh., Papierdeutsch · ↗verbaseln  ugs., regional · ↗verpennen  ugs. · ↗verschlafen  ugs. · verschwitzen  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Gesicht Haar Hemd Termin erschöpfen verdrecken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verschwitzen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich war auf einer Party, und auf einmal stand sie vor mir, total verschwitzt vom Tanzen.
Die Zeit, 30.01.2012, Nr. 05
Von der harten Arbeit sind sie ganz verschwitzt und ihre Hände schwarz vom Kohlenstaub.
Bild, 02.11.1999
Ich fiel in meine Bunk, dreckig, ölig, fettig, verschwitzt wie ich war.
Traven, B.: Das Totenschiff, Berlin: Büchergilde Gutenberg 1929 [1926], S. 155
Verschwitzt und überall mit Kohlenstaub besudelt, schritt er durch die Chinesengruppen.
Löhndorff, Ernst Friedrich: Südwest-Nordost, Bremen: Schünemann 1936 [1936], S. 72
Seine Haare waren verschwitzt, die Adern auf seiner Stirn dick angeschwollen.
Hausmann, Manfred: Abel mit der Mundharmonika. In: ders., Gesammelte Werke, Berlin: Fischer 1983 [1932], S. 181
Zitationshilfe
„verschwitzen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/verschwitzen>, abgerufen am 19.11.2019.

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